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Wernetshauserin Natalie Maag

Plötzlich stand das Glück vor der Türe

Mit dieser Premiere hat sie für Aufsehen gesorgt: Natalie Maag fuhr als erste Schweizer Rodlerin im Weltcup aufs Podest.

Oliver
Meile
Samstag, 25. Dezember 2021, 16:57 Uhr Wernetshauserin Natalie Maag

Wie sagt man so schön? Klopft das Glück an deine Türe, dann mach ihm auf. Natalie Maag folgte im vergangenen Februar dem Rat. Und schrieb Schlagzeilen, als sie als erste Schweizer Rodlerin überhaupt aufs Weltcup-Podest raste.

Im letzten Rennen des Weltcup-Winters 2020/21 spielte ihr dabei das Wetter in die Hände. Schneefall sorgt für stark unterschiedliche Bedingungen. Auf ihrer Lieblingsbahn in St. Moritz, auf dem für die Wernetshauserin «jeder Lauf ein Genuss ist», wie sie schwärmt.

Keine ihrer Gegnerinnen war und ist so vertraut mit dem Natureiskanal im Engadin. Seit ihrer Jugend hat die Oberländerin hier schon hunderte von Fahrten absolviert. Sie kennt jede Kurve, jeden Winkel. Und jeder an der Bahn kennt sie. 

Maag nützt an jenem denkwürdigen Tag im Frühjahr ihren Heimvorteil perfekt aus. Sie fährt im ersten Lauf auf Platz 3. Und verteidigt diesen im zweiten, obwohl das Klassement noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt wird.

Für die Wernetshauserin ist es nicht nur der vorläufige Karrierehöhepunkt. Sondern vor allem auch ein Befreiungsschlag nach einer durchwachsenen Saison, über die sie sagt: «Ich habe manchmal gezweifelt.»

In den Jahren zuvor ist es für die einzige Schweizer Weltcup-Rodlerin, die ins deutsche Team integriert ist, immer aufwärts gegangen. Im Gesamtweltcup verbessert sie sich stetig, bis sie an der Schwelle zu den Top Ten steht. 

Doch vergangenen Winter harzt es. In vielen Rennen fehlt Maag der Speed. Vor dem 3. Platz in St. Moritz fährt sie nur ein einziges Mal unter die ersten zehn.

Der Podestplatz in St. Moritz bezeichnet Maag mit mehreren Monaten Abstand als Schlüsselmoment. Die Profi-Rodlerin zieht Selbstvertrauen daraus. Und hofft vor der Saison, möglichst lang davon profitieren können.

Doch dann misslingt ihr der Start in den Olympia-Winter. Maag muss mit Enttäuschungen klar kommen. Der Reihe nach belegt sie in China und Russland die Ränge 22, 22 und 26.

Ist ihr Traum vom Olympiadebüt in Peking 2022 in Gefahr? Wird sie im Februar im spektakulären Eiskanal fehlen, den sie zusammen mit Julia Taubitz vor allen anderen Fahrerinnen testen durfte

So sieht die Fahrt auf der Olympia-Bahn in Peking aus Sicht der Rodlerinnen und Rodler aus. (Quelle: youtube)

Nein! Im vierten Rennen Anfang Dezember platzt der Knoten. Maag fährt in Altenberg (GER) auf Platz 13. Zwar hat sie weiterhin einiges an Luft nach oben. Zentral für die Oberländerin aber ist: Mit der Platzierung erfüllt sie den zweiten Teil der Olympia-Kriterien.

Maag wird im Februar also nach China zurückkehren, um da ihre Premiere an Olympischen Spielen feiern zu können. Darauf hat sie jahrelang hingearbeitet. Gut für die 24-Jährige: Die Hauptprobe in Form des Weltcup-Finals findet rund zwei Wochen vorher an einem für sie ganz besonderen Ort statt – in St. Moritz. 

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