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Ustermer Schwimmerin

Ugolkova und die Jagd nach dem nächsten Rekord

Für Maria Ugolkova waren die durchwachsenen Olympischen Spiele Grund genug, um neuen Anlauf zu nehmen. Die Schwimmerin des SC Uster Wallisellen eilte von Erfolg zu Erfolg und setzte neue Massstäbe.

David
Schweizer
Freitag, 24. Dezember 2021, 11:00 Uhr Ustermer Schwimmerin

Sie ist bereits 32. Und der Rücktritt nach ihren zweiten Olympischen Spielen in Tokio hätte nicht überrascht.

Nur schon deshalb, weil diese für Maria Ugolkova nicht wie erhofft verliefen. Den Final über 200 m Lagen – ihrer Paradedisziplin – verpasste die Schwimmerin des SC Uster Wallisellen (SCUW) gerademal um sechs Hundertstel. Aus ihrer Enttäuschung machte sie kein Geheimnis.

Doch während andere nach Olympia einen Gang zurückschalteten oder sogar pausierten, ging Ugolkova so quasi auf die «Überholbahn».

Wettkämpfe à gogo

Die gebürtige Russin startete in der finanziell lukrativen International Swimming League, feierte bei vier Weltcupstationen mehrere Siege, sicherte sich an der Kurzbahn-EM eine Silbermedaille – und unterbot dabei noch mehrere Schweizer Bestmarken.

Dass sie damit für eine Schwimmerin auch noch viel Geld verdiente, relativierte sie sogleich. «Ans Geld habe ich aber nicht gedacht, als ich mich für ISL und Weltcup entschied», betonte sie.

Zuletzt kam Mitte Dezember noch eine erfolgreiche Kurzbahn-WM in Abu Dhabi dazu, wo ihr im Final über 100 m Lagen als Vierte nur 12 Hundertstel zu Bronze fehlten.

Ugolkova selbst sieht die hohe Anzahl an Wettkämpfen unaufgeregt. «Ich schwimme einfach gern, ich liebe das Gefühl des Wassers, und ich liebe den Wettkampf. Möglichst das Beste herausholen. So ist mein Charakter.»

Schon etwas überrascht über die vielen Rekorde war dafür SCUW-Präsident Philippe Walter. «Ein Schwimmer ist nur zweimal im Jahr vor den grossen Meisterschaften in Form», sagte er. Für ihn lag bei Ugolkova auch in der nötigen Dosierung im Training das Erfolgsrezept.

Derweil meinte ihr Trainer Pablo Kutscher: «Eine Form über mehrere Monate zu halten, das ist nur mit einer erfahrenen Athletin wie Maria möglich.»

Liebeserklärung ans Hallenbad

Ein weiterer Grund dieser Erfolgsgeschichte ist auch das Ustermer Buchholz. Anders ist ihre Liebeserklärung fast nicht zu erklären. «Ich liebe wirklich dieses Hallenbad», sagte sie unlängst.

Wie es übers Kalenderjahr hinaus weitergeht, lässt Ugolkova nach den jüngsten Erfolgen trotzdem offen. Auch wenn auf ihrer Website im Kalender bereits die WM im japanischen Fukuoka vom Mai 2022 eingetragen ist.

Sie sagt: «Ich schwimme, solange ich Spass habe.» Sogar bis zu den Olympischen Spielen 2024? So weit will sie dann doch nicht denken.

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