×
Radquer Hittnau

Mehr Taktik beim Klassiker am Schlosshügel gefragt

Loris Rouiller sorgt beim Rennen von Hittnau für einen Favoritensieg.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 21. November 2021, 21:46 Uhr Radquer Hittnau

Der Schlosshügel ist unverzichtbarer Bestandteil des Hittnauer Radquers. Obschon bereits unzählige Male befahren, bietet er immer noch Potenzial für Abwechslung. So wurde dieser Streckenabschnitt für die aktuelle Austragung neu konzipiert: Nach der Abfahrt gleich wieder den ­berüchtigten Fussaufstieg hoch. Ein Schlosshügel-Konzentrat sozusagen, das sich im Verlauf der Rennen als äusserst selektiv her­ausstellen sollte.

«Wer kam, war zufrieden.»

Thomas Frei, OK-Präsident

«Die neue Streckenführung ist durchwegs auf positives Echo gestossen, bei den Fahrern genauso wie beim Publikum», bilanziert OK-Präsident Thomas Frei. «Zwar anders, aber sicher nicht weniger streng als die bisherige Variante.» Ganz generell sei der Anlass gelungen. «Dass dieser nicht mehr unter der EKZ-­Schirmherrschaft durchgeführt wurde, hat für das OK im Vorfeld einiges an Mehraufwand ­bedeutet.» Dass das Publikum weniger zahlreich erschien als auch schon, sei durchaus gewollt. ­Angesichts der Covid-Lage habe man im Vorfeld bewusst nur zurückhaltend Werbung betrieben. Was für Frei zählt: «Wer kam, war zufrieden.»

Letzte Abfahrt entscheidet

Spektakel pur mit Hochspannung bis zur letzten Sekunde: So lässt sich das Hauptrennen der Männer zusammenfassen. Als Favoriten aus Schweizer Sicht werden Timon Rüegg und Loris Rouiller gehandelt.

Letzterer spielt dann in der finalen Schlosshügel-Abfahrt seine Trümpfe aus und erreicht das Ziel solo. Dahinter liefern sich Dario Lillo und Gioele Bertolini einen Kampf auf dem Zahnfleisch, den der Italiener erst im Sprint auf der Zielgeraden für sich entscheiden kann. 

Australier macht Spektakel

Für Spektakel sorgte aber auch einer, von dem man dies nicht unbedingt erwartet hätte: der australische, in Freiburg im Breisgau wohnhafte Strassenprofi Heinrich Haussler. Dass ­seine Kernkompetenz nicht unbedingt im technischen Gelände liegt, offenbarte sich jeweils bei jeder Schlosshügel-Abfahrt. Auf den flachen Wiesenabschnitten konnte er das zuvor entstandene Loch aber immer wieder zufahren. Und damit bis zur letzten Runde in der Spitzengruppe mithalten.

Der Drittplatzierte Lillo sprach hinterher von einem sehr taktischen Rennen. «Ich hatte vor dem Start kein besonders gutes Gefühl. Ich merkte aber bald, dass Bertolini und Rouiller die stärksten Fahrer waren, und habe mein Rennen deshalb nach ihnen ausgerichtet. Das hat sich ausbezahlt.» Die neue Streckenführung mache das Rennen schneller, Windschatten – und damit eine kluge Taktik – sei wichtiger als üblich. Das habe die immer wieder erfolgten Zusammenschlüsse erst möglich gemacht, meinte Lillo weiter.

Eine Juniorin vorneweg 

Im Rennen der Frauen erwischte die Eggerin Lara Krähemann einen guten Start, die nach der ersten Schlaufe hinter Rebecca Gariboldi (ITA) als Zweite auftauchte. Allerdings wurden die Karten bald neu gemischt, und ein Quartett mit Gariboldi, den Schweizerinnen Zina Barhoumi und Monique Halter sowie Federica Venturelli (ITA) bestimmte fortan weitgehend das Rennen.

In der letzten Runde sind dann allerdings  Barhoumi und Halter plötzlich allein auf weiter Flur – bis zum letzten Aufstieg zum Schlosshügel. Dann gelingt es der Appenzeller Juniorin Halter, einige Meter zwischen sich und Barhoumi zu legen und den Vorsprung bis ins Ziel zu verteidigen. Das Resultat: Ein Schweizer Doppelsieg, ergänzt auf dem Podest durch die Italienerin Gariboldi.

Kommentar schreiben