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Weisslinger Ultracyclerin Nicole Reist

Sie ist seit einem Jahrzehnt ungeschlagen

Ihre Dominanz ist beeindruckend: Mit ihrem Erfolg am Adriatic Cycling Marathon in Italien hält Nicole Reist ihre Siegesserie am Leben.

Redaktion
Züriost
Montag, 20. September 2021, 15:00 Uhr Weisslinger Ultracyclerin Nicole Reist
Das Mass aller Dinge: Nicole Reist dominiert die Ultracycling-Szene der Frauen seit zehn Jahren.
Foto: PD

Alles gelingt auch ihr nicht. Den anvisierten Streckenrekord beim Adriatic Cycling Marathon in Italien etwa verpasste Nicole Reist. Und auch den Overallsieg aus dem Vorjahr konnte die Ultracyclerin nicht verteidigen. Der Italiener Roberto De Osti war schneller.

Die Weisslingerin kann beides verschmerzen. Die 36-jährige Oberländerin gewann die Frauenwertung beim über 1200 km und 7000 Höhenmeter führenden Nonstop-Rennen.

Das wiederum heisst: Die mehrfache Weltmeisterin, Europa- und Schweizermeisterin ist seit zehn Saisons ungeschlagen.

Und hat in dieser Zeit auch keinen einzigen ihrer 19 Wettkämpfe aufgeben müssen. Eine beeindruckende Dominanz und Konstanz.

Reist hatte in Italien von Anfang mit sehr viel Seitenwind zu kämpfen – eine Herausforderung für sie als leichte Fahrerin. Dazu kam wie im Vorjahr ein Sturz.

Da die Strecke fast ausschliesslich der Küste entlang führte, waren die Strassen oft von einer Art Meersalzfilm überzogen. Das wurde ihr zum Verhängnis.

«In einer etwas feuchten Kurve ganz im Süden war die Oberfläche derart glatt, dass mir das Vorderrad wie auf Eis einfach wegrutschte.» 

Froh – nicht etwa enttäuscht

Reist zog sich beim Sturz Schürfungen und Prellungen zu, benötigte einige Zeit, bis sie wieder losfuhr und hatte danach stets Schmerzen. Den eigenen Rekord von 43 Stunden 40 Minuten zu unterbieten, wurde unter diesen Bedingungen zur Unmöglichkeit.

46 Stunden und 53 Minuten brauchte Reist schliesslich, bis sie in Francavilla al Mare ankam. 

«Ich bin froh, dass ich unter den gegebenen Umständen überhaupt das Ziel erreichte und meine Siegesserie fortsetzen konnte.» Sie sei nicht enttäuscht, sagte Reist. «Es zeigt einmal mehr, dass bei Ultracycling-Wettkämpfen sehr vieles zusammenpassen muss, damit alles aufgeht.»

Jetzt beendet sie die Saison. Ihr Plan für 2022 steht: Reist will zum dritten Mal das Race Across America gewinnen. Und so auch ihre Serien weiter ausbauen. (ome)

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