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Hinwiler Bikeprofi

Loosers fataler Fehlentscheid

An der Ultra-Marathon-EM in Spanien ist Konny Looser auf dem Weg zu einer Medaille. Dann gerät er neben die Strecke - und verliert die Nerven.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 29. Juni 2021, 09:14 Uhr Hinwiler Bikeprofi
Er war in Form. Die Ultra-Marathon-EM endete für Konny Looser dennoch mit einer grossen Enttäuschung.
Foto: Instagram/Vedran Metelko

Er scheint die ­Beine für einen Spitzenplatz zu haben. An der Ultra-Marathon-EM im spanischen Vielha setzt sich ­Konny Looser im ersten Anstieg zusammen mit einem Trio vom Rest des Felds ab. Wobei sich der Österreicher Philip Handl bald einmal aus der Gruppe verabschiedet und davonfährt.

Auch das Glück ist Looser vorerst hold. Der Hinwiler übersteht einen frühen Sturz ohne Verletzungen. Im Verlauf des Rennens gelingt es ihm, den zwischenzeitlich auf fünf Minuten ange­wachsenen Rückstand auf den Führenden Handl auf rund 60 Sekunden zu drücken.

Looser ist zurück in Schlagdistanz. Und überzeugt, die gute Form ausspielen zu können. «Ich war mir sicher, dass ich die Lücke schliessen und im Kampf um den Titel dabei sein würde», erzählt er hinterher.

Statt eine EM-Medaille feiern zu können, muss der Oberländer aber eine herbe Enttäuschung verarbeiten. «Dass mich so ein Missgeschick aus dem Rennen wirft, das ist für mich nur schwer zu akzeptieren.» 

Am Boden zerstört

Was ist passiert? Bei einer Abzweigung führt ihn sein GPS-Gerät – die Strecke ist nicht ausgeschildert – in einen kleinen Pfad.

Das ist falsch. Zudem ist dieser plötzlich zu Ende. Looser versucht sich zu orientieren, verliert die Nerven und fällt einen fatalen Fehlentscheid.

Statt zurück zur Abzweigung zu kehren, rennt er in der Annahme den Abhang hinab, weiter unten wieder auf die Strecke zu gelangen. Er landet viel zu weit unten – auf der Hauptstrasse. Alle Hoffnungen auf eine EM-Medaille sind geplatzt.

Looser ist am Boden zerstört. Er hockt am Strassenrand, lässt seinen Gefühlen freien Lauf. Nach ein paar Minuten entscheidet er sich, das Rennen zu Ende zu fahren.

Er fährt die Hauptstrasse hoch, bis er wieder zurück auf der Strecke ist, kämpft sich danach den letzten Aufstieg hinauf. Kurz vor dem Ziel und nach über zehn Stunden auf dem Bike schert der Hinwiler dennoch aus – er wäre wegen Verlassen der Strecke sowieso disqualifiziert worden. (ome) 

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