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Ustermer an Judo-EM

Mit einem Kribbeln im Bauch zur Medaille

Fabienne Kocher und Nils Stump vom Judo-Club Uster wollen an den Europameisterschaften in Lissabon nach Edelmetall greifen – und damit auch dem Olympia-Traum näher kommen.

David
Schweizer
Donnerstag, 15. April 2021, 11:00 Uhr Ustermer an Judo-EM

Nur fünf Monate nach der EM in Prag geht es für die beiden Ustermer Judoka Fabienne Kocher und Nils Stump erneut um EM-Medaillen. In der tschechischen Hauptstadt hatte gerade Stump nur wenig gefehlt.

«Ich freue mich, an der Meisterschaft zu kämpfen – nach dem 5. Rang im letzten Jahr bin ich besonders motiviert, die Medaille zu holen», sagte der 24-Jährige vor seinem Einsatz am Samstag.

Optimal vorbereitet

Nach Trainingslagern in der Slowakei und der Türkei fühlt er sich optimal vorbereitet. Selbst wenn Stump im Vorfeld der EM in Lissabon nicht unter den ersten Kandidaten auf Edelmetall eingereiht wird.

Dort findet sich beispielsweise der Georgier Lasha Shavdatuashvili, dem der Ustermer unlängst beim Grand-Slam-Turnier von Tel Aviv unterlag. Topgesetzt in der Kategorie bis 73 kg ist der Israeli Tohar Butbul – die Nummer 6 im Weltranking. Stump ist dort auf Position 27 aufgeführt.

Eine gute Platzierung ist auch vonnöten, um weitere wichtige Punkte für die Olympischen Spiele in Tokio zu sammeln. Die Qualifikationsfrist dafür läuft Ende Juni aus.

Besonders viel Spannung mit Blick auf Olympia verspricht der Zweikampf zwischen Fabienne Kocher und Evelyne Tschopp in der Klasse bis 52 kg.

Um oben aus zu schwingen, muss die Riedikerin am Ende in den Top 18 klassiert sein – und vor allem noch die Baselbieterin Tschopp in der Weltrangliste überflügeln. Denn in der jeweiligen Gewichtsklasse gibt es pro Nation nur ein einziges Ticket.

Noch immer im Rückstand

Tschopp liegt hierbei derzeit mit 3670 Punkten auf Platz 13 in der Weltrangliste, Kocher folgt ihr auf Rang 19 (3039). Die Olympiateilnehmerin von Rio de Janeiro und zweifache EM-Bronzemedaille-Gewinnerin ist also noch immer leicht im Vorteil.

Zum Duell sagt Tschopp unaufgeregt: «Ich versuche stets, meine Konzentration auf mich und meine Leistungen zu fokussieren. Das ist das einzige, was ich beeinflussen kann. Konkurrenz aus den eigenen Reihen hilft uns sicher gegenseitig, um uns voran zu bringen. Es ist unbestritten, dass Fabi eine sehr gute Athletin ist.»

Ebenso selbstbewusst geht die bereits am Freitag im Einsatz stehende Kocher die Aufgabe in der Hauptstadt Portugals an.

In der Rolle der Aussenseiterin

«Mein Ziel ist es, eine Medaille zu gewinnen», betonte sie. «Ich freue mich bei dieser EM speziell darauf, das Kribbeln im Bauch vor dem ersten Kampf zu spüren. Und hoffentlich auch auf die ganzen Emotionen, die nach einem gewonnenen Kampf aufkommen.»

Wie Stump werden Tschopp und Kocher höchstens Aussenseiter-Chancen eingeräumt.

Das Feld wird von der Weltnummer 1, Amandine Buchard (FRA), angeführt. Daneben geniesst wenig überraschend Titelverteidigerin Odette Giuffrida (4) viel Kredit. Die Italienerin hatte an der letzten EM im Viertelfinal auch Kocher aus dem Weg geräumt.

Zum engeren Kreis der Favoritinnen zählen desweitern die Spanierin Ana Perez Box (12), sowie die Israelinnen Gili Cohen (9) und Gefen Primo (14).

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