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Ruder-EM

EM-Bronze für Gmelin

Die Ustermer Skifferin Jeannine Gmelin holt sich an der EM in Varese die Bronzemedaille.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 11. April 2021, 12:45 Uhr Ruder-EM

Jeannine Gmelin hat an den Europameisterschaften in Varese die Bronzemedaille gewonnen.

Die Weltmeisterin von 2017 musste sich im Skiff-Final der Russin Hanna Prachatsen und der Britin Victoria Thornley geschlagen geben. Auf die überlegene russische Siegerin verlor die Ustermerin satte 7,34 Sekunden.

Bei Streckenhälfte, nach 1000 m, lag die 30-Jährige als Vierte noch 2,41 Sekunden hinter Platz 3. «Mit diesen beiden Ruderinnen im Rücken war es für nicht einfach, mich im Rennen zurechtzufinden», sagte Gmelin hinterher.

93 Hundertstel Differenz zu Silber

Dank der besten letzten Abschnittszeit hätte es beinahe noch zu Silber gereicht, der Rückstand auf Thornley nach 1500 m war jedoch mit 2,39 Sekunden zu gross – im Ziel betrug die Differenz 93 Hundertstel.

Indessen kämpfte Gmelin trotzdem im Endspurt mit überraschenden Wellen. «Ich musste gegensteuern und verlor dabei etwas Speed. Es sei etwas ärgerlich, dass sie deshalb nicht ihr ganzes Potenzial habe ausspielen können, «die Zufriedenheit überwiegt aber auf jeden Fall»,

In einer eigenen Kategorie ruderte die Russin Prachatsen, die sich wenige Tage zuvor das Olympia-Ticket gesichert hatte und dementsprechend gut auf die EM vorbereitet war.

Für Gmelin war Varese bloss eine Zwischenstation zu ihrem grossen Ziel: die Olympischen Spiele in Tokio. Sie sicherte sich ihre vierte EM-Medaille nach Gold 2018 sowie Silber 2015 und 2019.

«Der Grobfahrplan stimmt. Der Wettkampf hat mir aufgezeigt, dass alles ziemlich gut funktioniert, an dem ich gearbeitet habe. Das ist gut zu wissen.»

Jeannine Gmelin, Ustermer Skifferin

«Der Grobfahrplan stimmt. Der Wettkampf hat mir aufgezeigt, dass alles ziemlich gut funktioniert, an dem ich gearbeitet habe. Das ist gut zu wissen. Nun geht es darum, Details anzuschauen, wo ich noch etwas herausholen kann», sagte sie.

Doppelzweier verpasst Podest

Dagegen verpasste der Doppelzweier Roman Röösli/Barnabé Delarze hauchdünn einen Podestplatz. Nach einem starken Finish passierten das Duo die Ziellinie als Vierter mit einem Rückstand von zwölf Hundertstel auf die drittklassierten Briten Graeme Thomas/John Collins. Zu Silber fehlte 23 Hundertstel. Eine Klasse für sich waren die Franzosen Matthieu Androdias/Hugo Boucheron.

Röösli hatte zuvor viermal in Serie auf dem EM-Podest gestanden. Mit Delarze gewann er zweimal Silber (2019, 2020) und einmal Bronze (2017). Zudem erreichte er 2018 im Skiff den 3. Platz. Selbstredend ist es ärgerlich, die Top 3 dermassen knapp zu verpassen, die Planung ist jedoch wie bei Gmelin ganz auf Tokio ausgerichtet. Dann soll es mit einer Medaille klappen.

Der Leichtgewichts-Doppelzweier Andri Struzina/Jan Schäuble klassierte sich wie an der letzten EM im 5. Rang. Darauf lässt sich aufbauen, Mitte Mai wollen die beiden auf dem Luzerner Rotsee noch einen Olympia-Quotenplatz holen. Gold ging an die Iren Paul O'Donovan/Fintan McCarthy (sda/zo)

Frauen. Offene Kategorie. Skiff: 1. Hanna Prachatsen (RUS) 7:29,76. 2. Victoria Thornley (GBR) 7:36,17. 3. Jeannine Gmelin (Uster) 7:37,10.

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