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Wetziker Läuferin Fabienne Schlumpf

Jetzt muss sie nochmals Schwung holen

Das Marathon-Debüt von Fabienne Schlumpf verschiebt sich. Das kostet sie Energie.

Oliver
Meile
Freitag, 12. März 2021, 18:45 Uhr Wetziker Läuferin Fabienne Schlumpf
Fabienne Schlumpf muss weiterhin auf ihren ersten Marathon warten. Ende März oder Anfang April soll es soweit sein.
Archivfoto: Christian Merz

Wind, Regen und tiefe Temperaturen. Die Wetterprognose fürs Wochenende rückte bei Fabienne Schlumpf zuletzt immer deutlicher ins Bewusstsein. Und liess ihre Gedanken kreisen.

Die Wetzikerin ist ein grundsätzlich positiv denkender Mensch. So hoffte sie anfangs, die Voraussagen würden sich vielleicht noch bessern. Das aber taten sie bei aller Zuversicht von Schlumpf nicht. 

Am Donnerstag traf Swiss Athletics dann die Entscheidung, den am Sonntag geplanten Olympia-Qualifikationsmarathon in Bern-Belp zu verschieben.

«Der Frust ist im Moment grösser.»

Fabienne Schlumpf

Die ­Begründung des Verbands: Ein Marathonlauf, an dem primär Topzeiten angestrebt werden, macht unter solchen Bedingungen wenig Sinn.

Das ist sich natürlich auch Fabienne Schlumpf im Klaren. «So wäre es schade gewesen», sagt sie. Sie findet die Verschiebung trotzdem mental schwierig. Auch wenn es ihr dadurch erspart bleibt, ihre einzige Chance auf die Olympialimite ­unter schwierigen Bedingungen nutzen zu müssen.

«Der Frust ist im Moment grösser.» Die 30-jährige Läuferin hatte sich unglaublich aufs Rennen gefreut, fühlte sich bereit für die Herausforderung. Jetzt aber ist all diese positive Energie auf einen Schlag weg.

Zweimal trainierte Schlumpf zuletzt längere Zeit im Tessin. Sie stemmte da grosse Laufumfänge, arbeitete an Details. Schlumpf schwärmt von den Superbedingungen im Süden. Ihr Fazit: «Es war eine perfekte Vorbereitung.»

Daheim in Wetzikon fuhr sie die Trainingsumfänge deutlich zurück. Die letzten paar Tage standen ganz im Zeichen der Erholung. Schlumpfs Müdigkeit, die sie in der Vorbereitung stets begleitet hatte, verabschiedete sich.

Dafür stellte sich das gute Gefühl ein, Grosses leisten zu können. Schlumpf sagt: «Ich merkte richtiggehend, wie ich fit wurde.» 

Der Fahrplan ist offen

Alles war bereit. Zwei routinierte Tempomacher – der Berner Marcel Berni (32) sowie der Deutsche Simon Stützel (34) – hätten sie bei ihrem Vorhaben unterstützt, die Zeit von 2:29:30 Stunden zu unterbieten.

Im Optimalfall hätten beide den ganzen ­Marathon absolviert. Um etwas Reserve zu haben, plante Fa­bienne Schlumpf, bei Halbzeit in 1:13:30 Stunden durchzulaufen. 

Platzt ihre Olympia-Marathon-Hoffnung, stellen die 5000 m oder 10000 m allenfalls eine Alternative dar. «Daran denke ich allerdings nicht», sagt sie bestimmt.

«Ich kann mich schon fürs Training motivieren.»

Fabienne Schlumpf

Die Wetzikerin ist auf den Marathon fixiert. Ende März oder Anfang April soll das Rennen auf dem Rundkurs neben dem Flugplatz Bern-Belp durchgeführt werden.

Schlumpfs Fahrplan dahin ist offen. Tendenziell wird sie einen weiteren Trainingsblock absolvieren. Probleme bereitet ihr das nicht.

«Ich kann mich schon fürs Training motivieren.» Da heisst es für sie dann: Nochmals Schwung holen.

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