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Gibswiler Querfahrer

Für Kuhn geht zum Weltcup-Auftakt alles auf

Kevin Kuhn sorgt als Neunter in Tabor für einen Glanzpunkt. Mit seinem Ergebnis beendete er auch eine längere Dursstrecke von Swiss Cycling.

Redaktion
Züriost
Montag, 30. November 2020, 15:34 Uhr Gibswiler Querfahrer
Kevin Kuhn lieferte in Tabor eine überzeugenden Vorstellung ab.
Archivfoto: Christian Merz

Es gehe darum, den Anschluss zu finden, hatte Kevin Kuhn vor seinem ersten Jahr bei der Elite gesagt. Und sich vorgenommen, auf höchster Stufe «ein paar gute Resultate» herauszufahren. «So um den 10. Platz.»

Im Herbst zeigte der 22-Jährige an den Superprestige-Rennen gute Leistungen. Und wusste Anfang November mit dem 11. Rang an den Europameisterschaften zu gefallen.

Nun hat Kuhn zum Auftakt der Weltcup-Saison erneut gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Der Oberländer beendete das Rennen im tschechischen Tabor auf dem starken 9. Platz.

Kuhn war damit nicht nur bester Schweizer bei der Elite, sondern beendete mit dem Ergebnis auch eine längere Durststrecke von Swiss Cycling.

Es ist fünf Jahre her, seit sich ein Schweizer Querfahrer auf höchster Stufe in den Top Ten klassierte. Der inzwischen zurückgetretene Julien Taramarcaz schaffte dies in der Saison 2015/16 mit den Plätzen 5, 9 und 10 gleich dreimal.   

Entscheid zahlt sich aus

Kuhns Leistung in Tabor verdient Respekt. Der bei einem belgischen Team unter Vertrag stehende Radquerspezialist profitierte in Tschechien nicht etwa von einem ausgedünnten Feld.

Im Gegenteil. Der Weltcup-Aufakt war wohl besser besetzt als die EM. Entsprechend gross war Kuhns Freude über den gelungenen Auftritt.

«Ich kam gut weg, musste die Spitzengruppe dann ziehen lassen; dieses Tempo wäre auf die Dauer zu hoch gewesen.»

Kevin Kuhn

Alles sei aufgegangen, fand der Gibswiler, vor dem ausschliesslich Belgier und Holländer klassiert waren. «Ich kam gut weg, musste die Spitzengruppe dann ziehen lassen; dieses Tempo wäre auf die Dauer zu hoch gewesen», war er sich bewusst.

Die Entscheidung, den Fuss etwas vom Gas zu nehmen, machte sich bezahlt. In der Schlussphase hatte Kuhn wie erhofft noch Reserven – und schaffte souverän den Vorstoss in die Top Ten.

Der letztlich achtklassierte Belgier Dan Soete lag zwar ausser Reichweite für ihn. Dafür betrug Kuhns Reserve gegenüber seinem ersten Verfolger (Diether Sweeck) beruhigende 15 Sekunden.

Blitzstart von Stehli

Den Sieg in Tabor holte sich Michael Vanthourenhout. Der Belgier blieb nach seiner erfolgreichen Attacke in der letzten der acht Runden fünf Sekunden vor Landsmann Eli Iserbyt. Der Europameister hatte tags zuvor bereits ein Rennen bestritten.

Wout van Aert komplettierte das belgische Podest. Für den Sieger des Radsportmonuments Mailand–San Remo und Zweiten der Strassen-WM war es das erste Quer der Saison gewesen. Zweitbester Schweizer hinter Kuhn wurde Timon Rüegg auf Rang 19.

In der U23 verpasste derweil Loris Rouiller als Vierter den Sprung auf das Podest nur knapp. Dario Lillo auf Rang 7 sowie Felix Stehli aus Gibswil auf Platz 15 rundeten das gute Schweizer Ergebnis ab.

Stehli gelang ein vorzüglicher Start, am Anfang fuhr er für kurze Zeit an 5. Stelle. In der Folge fiel der 20-Jährige zwar um einige Plätze nach hinten, mit dem Ergebnis war er aber zufrieden. (ome)

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