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Tösstaler Bob-Anschieber

«Es war zunächst mehr ein Jux»

Mit seinem neuen Bobteam hat Dominik Schläpfer grosse Ziele. Im «Lunchtalk» sprach der Wilemer über seinen Traum von der Olympia-Teilnahme und eine Begegnung mit dem legendären «Hausi» Leutenegger.

David
Schweizer
Montag, 05. Oktober 2020, 18:24 Uhr Tösstaler Bob-Anschieber
Der Tösstaler Dominik Schläpfer im Gespräch mit Moderator Stefan Nägeli.
Foto: Melina Aeschbach

Es wirkt fast etwas surreal. Erst zwei Jahre ist es her seit der Tösstaler Dominik Schläpfer erstmals überhaupt mit weit über 100 Kilometern pro Stunde den Bobkanal in Igls hinunter raste.

Schiefgehen konnte da eigentlich nichts. Am Steuer sass nämlich Bob-Olympsieger und -Weltmeister Beat Hefti, der ihn einige Monate zuvor bei einem Turnfest in Dinhard entdeckt hat. Dieser hatte im Weinland mit seiner mobilen Rollbobbahn Stellung bezogen, um möglichen Nachwuchs unter den kräftigen Turnern anzuwerben.

«Es war zunächst mehr ein Jux, um mit Hefti sprechen zu können und ein Foto zu schiessen», sagt Schläpfer im «Lunchtalk» von Tele Top und den Zürcher Oberland Medien.

Sogleich SM-Gold mit dem Förderer

Doch aus dem Jux wurde schnell ernst. Und im letzten Februar holte er als Anschieber mit seinem Förderer Beat Hefti in St. Moritz bereits überraschend SM-Gold. «Als wir unsere ersten Startzeiten sahen, wussten wir dass der Titel möglich ist», sagt der Wilemer im Gespräch mit Moderator Stefan Nägeli.

Einen festen Platz in einem Bobteam hatte Schläpfer damals noch nicht, auch wenn er schon mit verschiedenen Piloten im Europacup und sogar im Weltcup zum Einsatz kam.

Das hat sich geändert. Der 26-Jährige ist nun als Anschieber fester Bestandteil des Bobteams von Simon Friedli. Das grosse Ziel ist es sich für die Olympischen Spiele von 2022 in Peking zu qualifizieren.

Bereits 50 Jahre ist es dann her seit der wohl berühmteste Schweizer Anschieber Olympia-Gold in Sapporo holte – der legendäre «Hausi» Leutenegger. Ob er ihn schon mal getroffen habe, fragt Nägeli den Tösstaler. Tatsächlich traf Schläpfer mit seinen Turnkollegen den Unternehmer schon einmal in der Dorfbeiz. «Er hat uns sogar eine Runde ausgegeben», erinnert sich der Wilemer.

Im Athletikzentrum statt in der Turnhalle

Um womöglich irgendwann in die Fussstapfen von Leutenegger treten zu können hat Schläpfer jedenfalls seinen Alltag schon seit geraumer Zeit umgestellt. Statt mit seinen Kollegen vom Turnverein Bauma trainiert er mittlerweile bis zu fünfmal in der Woche in einem Athletikzentrum in Winterthur inklusive eigenem Coach. Dazu kommt zusätzlich eine Einheit mit dem gesamten Bobteam auf der Anschiebebahn in Emmen.

Möglich ist dies sowieso nur weil der gelernte Zimmermann sein Studium zum Holzbauingenieur mittlerweile auf 50 Prozent runtergeschraubt hat. Die ersten Ergebnisse seiner Trainingsarbeit sollen schon Mitte November sichtbar werden. Dann stehen die ersten Rennen im lettischen Sigulda auf dem Programm.

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