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Springreiter Martin Fuchs im «Lunchtalk»

«Clooney ist einzigartig»

Der Bietenholzer Spitzenreiter Martin Fuchs spricht im «Lunchtalk» über den Pferdehandel und sein Paradepferd Clooney.

Florian
Bolli
Montag, 07. September 2020, 21:06 Uhr Springreiter Martin Fuchs im «Lunchtalk»
Martin Fuchs im «Lunchtalk».
Foto: Sebastian Schuler

Eigentlich wäre Martin Fuchs in diesem Sommer lieber um Olympia-Medaillen geritten. Am Wochenende ging es für den Weltranglisten-Zweiten immerhin um Edelmetall – wenn auch «nur» an den Schweizer Meisterschaften. In Humlikon wurde er Dritter – und als Fuchs  im Lunchtalk der Zürcher Oberland Medien und Tele Top von Moderator Stefan Nägeli gefragt wurde, ob mit dieser Bronzemedaille zufrieden sei, sagte er: «Natürlich hätte ich lieber gewonnen, das ist immer das Ziel.»

Der Bietenholzer ist ambitioniert – daraus macht er keinen Hehl, das tat er noch nie. Derzeit ist er aber nur schon froh, dass es überhaupt wieder Startmöglichkeiten gibt. «Normalerweise bin ich 46 Wochen pro Jahr unterwegs», sagte Fuchs.
 

Im Normalfall hätte er auch die Olympischen Spiele in Tokyo bereits hinter sich. Stattdessen sagt er: «Zum Glück ging es in letzter Zeit wieder etwas bergauf.»

Schwierige Planung

Nun folgen für ihn gleich drei grössere Turniere in Serie: Die Global Champions Tour im holländischen Valkenswaard und danach zwei Fünfsterne-CSI in St. Tropez. Danach sieht es wieder schlechter aus. «Viele Hallen-Weltcupturniere wurden bereits abgesagt», sagt Fuchs. «Lukrative und schöne Concours fallen aus.» Und eigentlich hätte er die auf das Jahr 2021 verschobenen Olympischen Spiele bereits im Hinterkopf. «Aber das Planen ist schwierig.»

Sein Spitzenpferd Clooney hat er bisher nicht eingesetzt – und plant dies vorerst auch nicht zu tun. «Ich will ihn voll fit haben für Olympia. Und derzeit gibt es zu wenig grosse Turniere für ihn.»

Ein wichtiges zweites Standbein

Zu wenig zu tun hat Fuchs trotz dem ausgedünnten Turnierkalender nicht. Neben der Tätigkeit als Springreiter ist das Engagement im Pferdehandel ebenso wichtig. «Es gehört dazu. Nur vom Preisgeld zu leben wäre sehr schwierig», sagt Fuchs. «Die Kosten sind sehr hoch – und man kann ja nicht erwarten, dass man immer gewinnt. Letztes Jahr hätte ich vom Preisgeld leben können – dieses Jahr bin ich aber sehr froh um das zweite Standbein.»

Eine Pflichtübung ist das für ihn nicht. «Der Pferdehandel macht mir Spass. Es ist interessant, neue Pferde zu finden, etwas zu entdecken, Partnerschaften aufzubauen und Kundenkontakte zu pflegen.» Ständig werden ihm und seiner Familie Pferde angeboten. «Wir schauen uns die Pferde erst auf Video an und kontrollieren die Resultate. Dann machen wir einen Proberitt, lassen das Tier von einem Tierarzt untersuchen – und wenn alles passt, kaufen wir es.»

Dabei sei es nicht immer einfach, Talent zu erkennen. «Man versucht zu spüren, ob das Pferd Talent hat und was es für eine Einstellung hat. Aber man kann nicht sagen, wie es sich noch entwickeln wird.»

Manchmal ist der Star eifersüchtig

Die Chance, dass er auf diese Weise den nächsten Clooney findet, schätzt Fuchs gering ein. «Ich habe seit ich reite einige Hundert Pferde gesehen. Clooney ist einzigartig. Er ist das erfolgreichste Springpferd der Schweizer Geschichte – es wird nicht so schnell einen zweiten Clooney geben.»

Dementsprechend geniesst das Paradepferd auch eine Sonderbehandlung: «Er ist wirklich ein Star, der einen speziellen Stand im Stall hat. Alle wollen ihn sehen. Er weiss, dass er etwas Spezielles ist. Und er wird eifersüchtig, wenn man einmal zuerst zu einem anderen Pferd geht statt zu ihm.»

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