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Nachruf

Zum Gedenken an Max Sonderegger

Florian
Bolli
Freitag, 07. August 2020, 19:24 Uhr Nachruf
Unzählige Handball- und Fussballspiele begleitete Max Sonderegger als Speaker und als Berichterstatter.
Foto: Robert Pfiffner

Hinter unzähligen Texten stand im «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster» das Kürzel mso. Jahrzehntelang war Max Sonder­egger Berichterstatter für den FC Uster und für die Handballer des TV Uster. Hunderte von Spielberichten, Vorschauen und weitere ­Texte aus seiner Feder sind erschienen. Der letzte Matchbericht am 10. März 2020, kurz bevor die Corona-Pandemie bei den Handballern für den Saisonabbruch sorgte. Leider war es sein letzter Artikel überhaupt. Am 27. Juli verstarb Max Sonderegger im ­Alter von 72 Jahren.

Der Amateursport, das war seine Welt – ob im Ustermer Buchholz oder an Auswärtsspielen. Wer seine Matchberichte las, der spürte sein Herzblut. Sondereggers Leidenschaft für den Sport schwang stets mit, auch wenn er nie als Fan schrieb, ­sondern aus neutraler Warte – manchmal mit erhobenem Zeige­finger. Er hebe lieber einen Spieler positiv hervor, als einen runterzumachen, sagte er einmal.

Wenn er Kritik übte, war er nicht destruktiv. Und wenn er einmal ein wirklich schlechtes Spiel sah, dann schrieb er das auch. Zuverlässig und pünktlich erreichten seine Berichte die Redaktion – manchmal auch per Telefon, wenn es bei Abendspielen unter der Woche mit dem ­Redaktionsschluss einmal knapp wurde. Der Zeitdruck indes konnte ihm auch dann nichts ­anhaben. Mit ruhiger Stimme, unaufgeregt und ohne Effekt­hascherei berichtete er.

Doch Max Sondereggers Engagement ging weit über das hinaus, was jeweils in der Zeitung zu lesen war. Und auch weit über seine Tätigkeit als Speaker. Im OK des Greifenseelaufs küm­merte er sich einst um die Me­dienarbeit. Vor allem aber ­brachte er sich bei den Handballern des TV Uster ein. In seinem Stammverein, wo er auch Ehrenmitglied war, bekleidete er verschiedenste Funktionen inner- und ausserhalb des Vorstands. Handball genoss bei Sonder­egger stets Priorität. Wenn es einmal Terminkollisionen gab, suchte er für die Fussballer einen Ersatz-Berichterstatter.

Es sind Menschen wie Max Sonderegger, die Sportklubs zusammenhalten. In den letzten Jahren schwang bei ihm immer öfter die Besorgnis über das Wohlergehen und die Zukunft der Vereine mit. In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, Menschen für Fronarbeit zu begeistern, war Sonderegger ein Vorbild. Ihm war die Fronarbeit wichtig – um seine Person selber ging es ihm nie.

«Ich gebe viel, aber es kommt auch viel zurück.» Diesen Satz sagte Sonderegger, als er für einmal nicht Autor, sondern Thema eines Artikels war. Vor vier Jahren porträtierte ihn der ZO/AvU in der Regionalfussball-Beilage. Einen Grossteil seiner Freizeit investierte Sonderegger in den Sport und in die Sportvereine. Er bringe nicht nur Opfer, fand er und sagte: «Ohne Sport könnte ich nicht leben.» Nun muss der Ustermer Sport ohne ihn leben.

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