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Stella hat noch was vor

Näniker Unihockey-Nationalverteidigerin

Stella hat noch was vor

Tanja Stella zu Gast im «Lunchtalk»: Im Gespräch blickt die Nationalspielerin nicht nur auf die abgebrochene Saison zurück, sondern auf ihre Zeit in Schweden und die emotionale Heim-WM, die mit Silber belohnt wurde.

David
Schweizer
Dienstag, 07. April 2020, 08:45 Uhr Näniker Unihockey-Nationalverteidigerin

Es ist auch für Tanja Stella ein jähes Saisonende. Eben erst war sie mit den Kloten-Dietlikon Jets in den Playoff-Viertelfinals gegen Red Ants Winterthur mit einem Penaltyschiessen-Erfolg in der Serie 2:1 in Führung gegangen, ehe die Meisterschaft aufgrund des Coronavirus gestoppt wurde.

Fast ein Monat ist seither vergangen. Am Montag war die Unihockey-Nationalspielerin aus Nänikon nun im «Lunchtalk» von Tele Top und der ZO Medien AG zu Gast.

Kein Publikum, kein Superfinal

Er wurde wegen den speziellen Umständen ausnahmsweise im Studio in Winterthur ohne Publikum aufgezeichnet.

Und so war auch der abgesagte Superfinal vom Samstag, 18. April mit Kloten-Dietlikon und Piranha Chur als erste, mögliche Kandidaten kein Thema. Das Cupfinal-Duell der beiden Dauerrivalen war im Februar bereits klar an die Bündnerinnen gegangen.

Stella bedauert im Gespräch mit Moderator Stefan Nägeli den Abbruch der Meisterschaft. «Man arbeitet ja auf ein Ziel hin, dass einem so verwehrt wird», sagt sie. Überraschend kam der Entscheid für die charismatische Führungsspielerin aber doch nicht.

Kein Thema im Interview sind die doch aussergewöhnlichen Trainerwechsel bei den Jets. Bereits im November musste der neu verpflichtete Jürg Kihm gehen, mitten im Playoff-Viertelfinal gegen die Red Ants wird auch das Interimsgespann mit Stefan Jakob und Sascha Brendler abgelöst.

Unbeschreibliche WM-Emotionen

Dafür wird ihre fünfjährige Zeit auf der schwedischen Insel Gotland bei Endre IF und vor allem die Heim-WM von 2019 nochmals thematisiert – bei der die Schweizerinnen mit Stella im Halbfinal das tschechische Team nach einem 1:6-Rückstand noch auf dramatische Weise 7:6 bezwingen.

«Das Drehbuch für diesen Match kann keiner schreiben», glaubt Stella. Aus WM-Gold wird aber doch nichts. Dauer-Weltmeister Schweden kann sich im Endspiel knapp durchsetzen. Für die bald 32-Jährige überwiegt aber trotz der Niederlage die Freude.

Dass die beruflich im kaufmännischen Bereich tätige Tanja Stella bei der WM aber überhaupt spielte, war keine Selbstverständlichkeit. Immerhin hatte die Verteidigerin eigentlich im Frühling 2018 genug vom Unihockey.

Der Rücktritt vom Rücktritt

«Ich habe an Weiterbildungen herumstudiert», sagt sie. Doch nur wenige Monate später kommt es zum Rücktritt vom Rücktritt. Stella bringt sich bei den damaligen NLB-Männern des UHC Pfannenstiel wieder in Form – und spielt erneut für Kloten-Dietlikon.

Und die Nänikerin bleibt hungrig. Mindestens ein Jahr will sich nochmals spielen – nicht zuletzt wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs.

«Mein blau-gelbes Jets-Herz hat noch was vor», sagt sie. Im Frühling 2019 wurde Stella das letzte Mal Meister mit den Unterländerinnen. Es ist daher selbsterklärend, dass sie mit ihrem Team wieder um den Titel spielen will. «Vom Kader her dürfen wir hohe Ambitionen haben», sagt die über 100-fache Nationalspielerin.

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