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Der Alleinunterhalter im Schlamm von Dübendorf

Radquer-WM

Der Alleinunterhalter im Schlamm von Dübendorf

Mathieu van der Poel gewinnt auf dem Flugplatzgelände überlegen, der Dürntner Simon Zahner wird in seinem letzten Rennen 21.

Oliver
Meile
Sonntag, 02. Februar 2020, 14:46 Uhr Radquer-WM

Das Radsport-Multitalent Mathieu van der Poel hat ein weiteres Muster seiner Klasse abgeliefert. Der 25-Jährige verteidigte auf dem Flugplatzgelände in Dübendorf bei garstigen Bedingungen seinen WM-Titel auf eindrückliche Art und Weise.

Der Niederländer drückte schon in der Startrunde so massiv aufs Tempo, dass ihm keiner mehr folgen konnte. Schnell hatte er mehr als eine halbe Minute Vorsprung, im Ziel waren es 1:20 Minuten auf Thomas Pidcock.

Der erst 20-jährige Brite liess mit seinem 2. Platz sämtliche Belgier hinter. Und fügte der führenden Radquer-Nation damit eine schmerzliche Niederlage bei. Hinter Pidcock reihten sich vier Belgier auf, die Bronzemedaille sicherte sich Toon Aerts.

Die Stimme stockt

Die Schweizer mischten wie erwartet nicht an der Spitze mit. Teamleader Timon Rüegg war als 13. bester Fahrer von Swiss Cycling. Der Dürntner Simon Zahner klassierte sich im letzten Rennen seiner Karriere auf Platz 21. 

Zahner rang unmittelbar nach dem Rennen nach Worten, wurde von seinen Gefühlen übermannt. «Im Moment ist es schwierig, das Ganze einzuordnen und darüber zu reden, denn Mitte Satz bleibt mir die Stimme im Hals stecken. Aber es war ein superschöner Tag.»

Simon Zahners Rennen ist zu Ende. Und mit ihm seine lange Karriere. (Foto: Christian Merz)
Zahners Blick geht ins Leere, sein Abschied geht ihm nahe. (Foto: Christian Merz)

Im Frauenrennen der U23 legte  Marion Norbert Riberolle einen dominanten Auftritt in den Dübendorfer Schlamm. Die 21-jährige Französin fuhr von Beginn vorne weg.

Nach der Hälfte des Pensum hatte sie sich bereits eine Reserve von über einer halben Minute erarbeitet, die sie sicher ins Ziel brachte.

Weiter hinten im Feld war derweil die Eggerin Lara Krähemann praktisch das ganze Rennen lang in den Kampf um Rang 15 involviert. Zwischenzeitlich waren in diesen drei Fahrerinnen verwickelt, in der Schlussrunde war es noch ein Duell zwischen der 20-jährigen Oberländerin und Gaia Realini, das die Italienerin auf der letzten langen Gerade zu ihren Gunsten entschied. 

«Es wäre mehr drin gelegen.»
Lara Krähemann

«Das nervt mich ein wenig», gab Krähemann zu. Sie freute sich zwar darüber, dass ihr nach den bei trockenen Verhältnissen stattgefundenen Trainings die Umstellung auf den am Sonntag sehr schlammigen Parcours gut gelungen war. Und unzufrieden war sie mit ihrem 16. Platz auch nicht.

Sie fand allerdings auch: «Es wäre mehr drin gelegen.» Beste Schweizerin war Noemi Rüegg auf Rang 10. 

22 000 Zuschauer und zufriedene Organisatoren

Die Veranstalter der Radquer-WM in Dübendorf zogen am Sonntagabend eine positive Bilanz. Rund 22 000 Zuschauer (9000 am Samstag, 13 000 am Sonntag) verfolgten die Rennen auf dem Flugplatzgelände – kalkuliert hatte man mit 20 000. Doch OK-Co-Präsident Markus Pfisterer zeigte sich nicht nur aufgrund des Publikumsaufmarschs zufrieden. «Ich habe ausschliesslich positive Rückmeldungen aus anderen Landesverbänden erhalten. Die Stimmung war ausgezeichnet, die WM ist zum Velo-Fest geworden. Viele Schweizer Athleten haben von einem einmaligen Erlebnis gesprochen.» Zudem habe man die Rennen trotz des zuweilen starken Windes ohne Zwischenfälle über die Bühne gebracht, war Pfisterer froh. «Unter dem Strich freuen wir uns über einen gelungenen Event.» (fbo)

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