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Ein Franzose stiehlt den Schweizern die Show

Radquer Illnau

Ein Franzose stiehlt den Schweizern die Show

Zwei Schweizer fuhren am Radquer Illnau vor 2000 Zuschauern aufs Podest. Den Sieg schnappte sich aber der Franzose Antoine Benoist.

Redaktion
Züriost
Montag, 23. September 2019, 21:16 Uhr Radquer Illnau

Die Prognose von Beat Brüngger erfüllte sich beinahe. «Die Chancen auf einen Schweizer Sieg stehen dieses Jahr besonders gut», hatte der OK-Chef des Radquer Illnau im Vorfeld des Rennens gesagt. Und tatsächlich standen am Schluss zwei Schweizer auf dem Podest.

Aber eben keiner zuoberst. Marcel Wildhaber und Nicola Rohrbach mussten einem Franzosen den Vortritt lassen. Antoine Benoist heisst er, ist eben erst 20 Jahre alt geworden und gehört bei den Junioren zur Weltspitze. U23-Bronzemedaillen gewann er letztes Jahr an EM und WM – und jetzt holte er in Illnau seinen ersten Rennsieg bei der Elite.

«Ich war im Niemandsland unterwegs. Immerhin hatte ich einen der besten Plätze, um die Entscheidung mitanzusehen.»
Routinier Simon Zahner, Dürnten

Wildhaber war der letzte Begleiter des Franzosen. In der letzten Runde bekämpfte sich das Spitzenduo bis kurz vor dem Ziel. Doch dann unterlief dem Tuggner in einer der letzten Kurven ein Missgeschick mit der Pedale. Das nutzte Benoist, um sich den entscheidenden Vorsprung zu verschaffen. «Als ich vorne war, habe ich versucht, ihm in den Kurven keinen Raum zu lassen. Aber er hat mich trotzdem erwischt», sagte Wildhaber. Zufrieden zeigte sich der 34-Jährige dennoch, obschon er den Sieg lediglich um 2,3 Sekunden verpasste.

Zahner und der «dumme Fehler»

Kurz nach Rennbeginn hatte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe gebildet mit Benoist, Wildhaber, Rohrbach, dem Tschechen Michael Boros und dem Dürntner Simon Zahner. Der Oberländer Routinier klemmte sich erst ans Hinterrad des späteren Siegers Benoist, nach rund zehn Minuten aber fiel er zurück. Nicht, weil den 36-Jährigen die Kräfte verlassen hätten – sondern wegen eines Schaltfehlers in einem steilen Anstieg. «Es war ein dummer Fehler, ich musste kurz mit dem Fuss an den Boden», sagte Zahner.

Er kämpfte sich aber wieder an die Spitzengruppe heran. Als dort aber das Tempo in der 6. Runde erhöht wurde, war es um den Dürntner geschehen. Er zollte seiner Aufholjagd Tribut und fiel erneut zurück. «Von da an war ich im Niemandsland unterwegs. Immerhin hatte ich einen der besten Plätze, um die Entscheidung mitanzusehen», sagte Zahner. Fünfter wurde er am Ende mit gut einer Minute Rückstand auf die Podestplätze. «Es war trotzdem ein gutes Rennen. Darauf kann ich aufbauen.»

Stehli mit Defekt

Zweitbester Fahrer aus der Region war Raphael Krähemann. Der Egger fuhr auf den 16. Rang.Pech hatte der Gibswiler Felix Stehli. Er startete etwas verhalten, kämpfte sich in den ersten fünf Runden aber in die Nähe der Top Ten vor. Doch dann ereilte ihn ein Defekt, sein Hinterrad blockierte und Stehli fiel nach einer langen Laufpartie weit zurück. Am Ende belegte er nur den 24. und viertletzten Platz.

Bei den Frauen siegte die Niederländerin Geerte Hoeke mit grossem Vorsprung. Die in Hinwil lebende Namibierin Vera Adrian – die Freundin von Marathonbiker Konny Looser – verpasste das Podest als Vierte um 53 Sekunden. Bei den Amateuren/Masters, wo Jürg Graf souverän siegte, wurde der Fällander Joel Grab Dritter.

«Petrus scheint ein Illnauer zu sein.»
OK-Präsident Beat Brüngger

Insgesamt nahmen 270 Fahrerinnen und Fahrer am Illnauer Quer teil – das sind so viele wie noch nie. Das Rennen, das den nationalen Saisonstart markierte, zog zudem mit 2000 Zuschauern auch etwas mehr Publikum an als in den vergangenen Jahren. Für OK-Präsident Brüngger hängt dies auch mit dem guten Wetter zusammen. «Petrus scheint ein Illnauer zu sein», freute er sich einmal mehr – in der Tat hatten die Organisatoren noch nie Wetterpech.

«Einziger Wermutstropfen ist, dass es die Schweizer wieder nicht zuoberst auf das Podest geschafft haben.» Zwei Schweizer Siege gab es in den bisher acht Rennen in Illnau – der dritte lässt also noch etwas länger auf sich warten. (fbo)

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