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«Ich musste vom ersten bis zum letzten Schlag Vollgas geben»

Gmelin mit EM-Silber zufrieden

«Ich musste vom ersten bis zum letzten Schlag Vollgas geben»

Jeannine Gmelin hat ihren EM-Titel im Skiff zwar nicht verteidigt, die Silbermedaille ist für die Ustermerin aber kein Grund, enttäuscht zu sein. Die 28-Jährige tankte auf dem Rotsee Selbstvertrauen – und fand auch für den Verband wohlwollende Worte.

Florian
Bolli
Sonntag, 02. Juni 2019, 18:26 Uhr Gmelin mit EM-Silber zufrieden

Enttäuschung über den zweiten Rang? Frust über die misslungene Titelverteidigung? Nichts davon strahlte Jeannine Gmelin aus. Zwar hatte die Ustermerin an der Heim-EM die Goldmedaille im Skiff um nur 86 Hundertstel verpasst, wie schon an der WM musste sie sich der Irin Sanita Puspure geschlagen geben. Doch die 28-Jährige freute sich sehr über Silber.

«Diese Medaille bedeutet mir sehr viel. Sie gehört dem ganzen Team, das hinter mir steht», sagte Gmelin. Sie habe im Rennen nicht gepokert. «Ich musste vom ersten bis zum letzten Schlag Vollgas geben.»

Silbermedaille 🥈 auch für Jeannine Gmelin in einem von A bis Z engen Einerrennen, wie sie im Ziel sagte. „Ich konnte...

Gepostet von Swiss Rowing Federation am Sonntag, 2. Juni 2019

Mit «du spinnst doch» hätte sich geantwortet, wenn ihr jemand noch vor drei Wochen gesagt hätte, sie würde an der Heim-EM eine Medaille holen, sagte Gmelin im TV-Interview mit SRF. Sie hatte nach dem Zwist mit dem Verband ihren eigenen Weg mit einem Privatteam eingeschlagen. Für die Ustermerin waren das ungeplante Herausforderungen, «es passierte alles sehr schnell, ich war nicht darauf eingestellt und musste meinen Fokus auf andere Dinge legen statt auf den Sport.»

In den letzten Wochen hingegen habe sie in eine Routine gefunden. «Ich habe einen stabilen Alltag im neuen Setting und konnte mein Selbstvertrauen und den hundertprozentigen Glauben daran, dass es so am besten funktioniert, zurückgewinnen.»

«Ich hatte drei Toprennen und konnte abrufen, was im Moment möglich ist.»
Jeannine Gmelin

Das wieder erlangte Selbstvertrauen erlaubte ihr, auf dem Rotsee ihr derzeitiges Potenzial auszuschöpfen. «Ich hatte drei Toprennen und konnte abrufen, was im Moment möglich ist.» Das gebe ihr für die kommenden Wochen weitere Kraft. «Es sind sicher noch grosse Entwicklungsschritte möglich.»

Für den Verband fand Gmelin positive Worte. «Ich habe viel Wohlwollen und Unterstützung erfahren. Man sieht, dass wir den Weg gemeinsam beschreiten und jede Seite das Beste gibt. Es freut mich für alle, dass es heute so herausgekommen ist.»

Das Highlight steht Ende August an

In Gmelins Terminkalender figurieren als nächstes die Schweizer Meisterschaften vom 6. und 7. Juli auf dem Rotsee, die gleichzeitig die Hauptprobe für den Weltcup in Rotterdam eine Woche später darstellen. Der Saisonhöhepunkt folgt Ende August mit den Weltmeisterschaften im österreichischen Ottensheim.

Nun will Gmelin ihr neues, stabiles Umfeld «voll ausnutzen und optimal darin arbeiten». Die EM will sie eingehend analysieren um zu eruieren, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Das Rezept umschreibt sie allerdings auf simple Weise: «Im Endeffekt heisst es: weitertrainieren, weitertrainieren, weitertrainieren.»

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