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Darum verpasste Uster den Titel

Uster verliert NLA-Final gegen Neuhausen

Darum verpasste Uster den Titel

Neuhausen war am NLA-Superfinal zu stark für die Ustermer Frauen. Die 1:6-Niederlage Usters war erwartbar – das hat auch mit der Finanzkraft der beiden Klubs zu tun.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 02. Juni 2019, 16:57 Uhr Uster verliert NLA-Final gegen Neuhausen

Ein klares Resultat, aber ein nicht ganz so klarer Spielverlauf – so kann man den Final der Frauen-Nationalliga-A zwischen Neuhausen und Uster zusammenfassen. Für die Ustermerinnen, die sich der Neuhausener Übermacht 1:6 beugen mussten, war nach dem Aufstieg im letzten Jahr bereits die Teilnahme an diesem Superfinal ein unerwarteter Erfolg.

Angeführt wurde das Team von Kaderspielerin Céline Reust, die mit ihrer guten Siegesbilanz den Grundstein legte für diesen Erfolg und der im Final am ehesten zugetraut wurde, die übermächtigen Gegnerinnen aus Neuhausen zu bezwingen. An ihrer Seite kämpft Elmira Antonyan, die erfahrene 64-jährige Spielerin aus Wetzikon, die auf eine lange Karriere zurückblickt mit Titelgewinnen an EM und WM.

«Ich spürte keinen Druck heute»
Céline Reust

Auch wenn der Spielverlauf durchaus ein 3:6-Resultat zugelassen hätte: Einzig Céline Reust gelang es, Laura Robertson in fünf Sätzen zu schlagen – ein Sieg, den sie sich mit konsequentem Angriffsspiel holen konnte. «Ich spürte keinen Druck heute. Das Ziel als Aufsteiger war der Ligaerhalt. Jetzt spielen wir gleich im Final mit. Das Spielniveau ist natürlich sehr attraktiv für mich am Superfinal und daher macht es auch Spass», sagte Reust.

Obwohl Antonyan mit ihrem Blockspiel in der NLA-Saison viele jüngere Spielerinnen zur Verzweiflung treibt, zeigten sich die Neuhauser Spielerinnen unbeeindruckt. Ihr Angriffsspiel ist zu sicher und platziert, so dass Antonyan am Ende keinen Punkt beisteuern konnte.

Komplettiert wird das Duo von den beiden jüngeren Spielerinnen Mireille Kroon und Kata Csikòs. Kroon hat diese Saison gut mithalten können, schlug die höher dotierte Neuhauserin Anna Charmot im Ligaspiel und war am Superfinal wiederum sehr nahe dran. Am Ende fehlte wenig, um ebenfalls einen Punkt beizusteuern. Oft hatte man das Gefühl, sie glaube zu wenig an ihre Siegeschance. Csikòs kam am Samstag nicht zum Einsatz und betätigte sich als Coach.

Grosse Erfahrung punktet

Die Übermacht des TTC Neuhausen, der am Samstag seinen zwölften Titel holte, gründet auf den ausländischen Verstärkungen. Alle Spielerinnen, die im Final eingesetzt wurden, waren lange Jahre für das Deutsche Nationalkader aktiv und holten sich dort ihr spielerisches Rüstzeug.

«Nur Ausländerinnen spielen zu lassen, die mit unserem Klub kaum in Berührung kommen, entspricht nicht unserer Philosophie.»
TTCU-Präsident Stefan Schneider

Für TTCU-Präsident Stefan Schneider ist das ein Wermutstropfen: «Der TTC Neuhausen verstärkt seine Mannschaft noch zusätzlich auf den Final hin mit einer absoluten Topspielerin, wir anderen haben vielleicht eine solche Spielerin, sie treten dann auf jeder Position mit einem sicheren Siegeswert an.» Beim TTCU hingegen müssten alle Spielerinnen einen absoluten Toptag erwischen, um in die Nähe eines Sieges zu kommen. Das sei für jüngere Spielerinnen eine hohe Hürde.

Eine Frage des Geldes

Will der TTC Uster gegen Neuhausen gewinnen, muss er sich spielerisch verstärken, das ist offensichtlich. Präsident Stefan Schneider dazu: «Wir haben Gespräche geführt. Es ist jedoch auch im Frauentischtennis so, dass man ohne grosse finanzielle Mittel kaum Spielerinnen dieses Kalibers verpflichten kann.»

Den TTC Uster führt dieser Sachverhalt allerdings in eine Zwickmühle. «Nur Ausländerinnen spielen zu lassen, die mit unserem Klub kaum in Berührung kommen, entspricht nicht unserer Philosophie. Und die finanziellen Mittel mit Sponsorengeldern zu erarbeiten ist für eine Randsportart wie Tischtennis sehr schwierig.» Wolle man an Neuhausen vorbeiziehen, müsste man aber zurzeit einen solchen Weg einschlagen.

Trotz dieser für Uster negativen Tatsache zeigte sich Schneider mit dem Superfinal zufrieden: «Unsere vielen mitgereisten Fans haben in Neuhausen für eine Kulisse gesorgt wie an einem Heimmatch – daher dürfen wir uns zu Recht als Vizemeister im Spiel sowie Schweizermeister der Herzen und der Stimmung rühmen.» (Susanne Gutknecht)

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