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Eine Treppenstufe auf dem Weg an die Spitze

OL-Regionalkader

Eine Treppenstufe auf dem Weg an die Spitze

Annina Hohl ist Mitglied der OLG Weisslingen, die am Sonntag den Wisliger OL organisiert. Seit drei Jahren ist Hohl im regionalen Nachwuchskader. Die Anforderungen sind hoch, um sich an der Spitze zu behaupten.

Redaktion
Züriost
Freitag, 05. April 2019, 07:43 Uhr OL-Regionalkader
Stärker werden, Fehler minimieren: Nachwuchsläuferin Annina Hohl will an die OL-Spitze.
PD

Wenn am nächsten Sonntag im Wald rund um Weisslingen etwa 600 OL-Läufer auf Postensuche gehen, wird auch Annina Hohl am Start stehen. Die 15-Jährige ist Mitglied der OLG Weisslingen und seit 2016 auch Teil des regionalen Nachwuchskaders ZH/SH.

Sie ist in einer OL-Familie aufgewachsen. Schon als Kind ging ihr Vater mit der Familie an Orientierungsläufe. Und auch die Mutter begann als Jugendliche mit dem Sport. Seit der zweiten Primarklasse ist Annina Hohl mit Karte und Kompass im Wald unterwegs, genau wie ihre beiden Brüder.

Die OL-Läufer werden zunächst in den Jugendabteilungen der Klubs gefördert. Ab 14 Jahren können sie sich für einen Platz im regionalen Nachwuchskader bewerben. Ariane Bättig, Trainerin des Regionalkaders ZH/SH und selbst Läuferin der OLG Weisslingen, umreisst die Kriterien für eine Aufnahme: «Als Selektionsgrundlagen dienen die Resultate der regionalen und nationalen Wettkämpfe.

Hinzu kommen physische und kognitive Tests, welche dem Selektionsgremium ebenfalls als Kriterium dienen.» Der Hauptfokus des Regionalkaders liege bei den 14- bis 18-Jährigen. Unter gewissen Voraussetzungen können die Jugendlichen aber bis zum 20. Lebensjahr im Regionalkader bleiben.

Hohe Anforderungen

Jugendliche, die neu ins Regionalkader aufgenommen werden möchten, müssen ihre Motivation sowie die Ziele für die nächste Saison schriftlich darlegen. Zusätzlich muss ein Klubnachwuchstrainer eine Bewerbung für den Athleten ausfüllen, in der Stärken und Schwächen aufgezeigt werden und begründet wird, weshalb der Nachwuchsläufer für das Regionalkader geeignet ist. Wer bereits im Kader ist, muss sich jährlich wiederbewerben.

Annina Hohl absolviert ihre dritte Saison im Regionalkader. Sie sieht ihre Stärken vor allem beim Lösen von kniffligen Routenwahlen und dem Bewältigen von langen Distanzen. Den 2. Rang an der SM im Sprint 2017 sowie Bronze an der Langdistanz-SM 2017 nennt sie als ihre besten Resultate.

Grosse Leistungsdichte im Kader

Neben Annina Hohl sind neun weitere OL-Läufer aus Vereinen des Zürcher Oberlands Teil des regionalen Nachwuchskaders. Von den insgesamt 30 Mitgliedern des Zürcher Regionalkaders gehören in der Saison 2019 sechs – darunter auch der Hittnauer Mattia Gründler – dem nationalen Juniorenkader an. Kadertrainerin Bättig ist mit dieser Bilanz zufrieden: «Dies ist eine sehr grosse Anzahl im Vergleich mit den Vorjahren und zeigt, dass eine gute Grundlage für Erfolge geschaffen ist und in den letzten Jahren auf hohem Niveau gearbeitet wurde.»

«Technisch anspruchsvolle Trainings in schwierigem Gelände helfen mir, mich beim Kartenlesen weiterzuentwickeln.»
Annina Hohl

Hohl konnte besonders im kartentechnischen Bereich stark vom Trainingsangebot des Kaders profitieren. «Technisch anspruchsvolle Trainings in schwierigem Gelände helfen mir, mich beim Kartenlesen weiterzuentwickeln.» Verbesserungspotenzial sieht die 15-Jährige insbesondere im physischen Bereich.

Doch auch die Minimierung von Fehlern setzt sie sich als Ziel. Mit der Schweizermeisterschaft über die Mitteldistanz steht am 13. April der erste nationale Wettkampf für die Läuferin der OLG Weisslingen an. Dort erhofft Hohl sich ein gutes Resultat, auf das sie aufbauen kann.

Ab 17 Jahren wird ein tägliches Training notwendig

Beim Zürcher Regionalkader sehen die Ziele für die Athleten ähnlich aus. «Der Grundgedanke ist es, motivierten und ambitionierten Nachwuchsläufern den Einstieg in den Spitzensport zu ermöglichen», sagt Bättig.

Die Jugendlichen sollen lernen, was es heisst, nach einem Trainingsplan zu trainieren, viel Zeit und Energie zu investieren und mit Erfolgen, aber auch mit Niederlagen umzugehen. Schon mit 14 Jahren werden etwa drei bis vier Trainingseinheiten absolviert, mit 16 Jahren sind es schon deren fünf, ab 17 Jahren wird ein tägliches Training notwendig, um mit der Spitze mithalten zu können.

Und auch wenn im OL primär die Leistungen des individuellen Sportlers zählen, ist es den Trainern des Regionalkaders besonders wichtig, einen starken Zusammenhalt innerhalb des Teams zu fördern. «Wir wollen ein unterstützendes Umfeld schaffen, in welchem sich der Jugendliche wohl fühlt und lernen kann. Das Regionalkader soll auch ein Ort sein, wo man Freundschaften knüpft und weiss, dass man sich aufeinander verlassen kann», sagt Bättig. (Annalena Schmid)

42. Wisliger OL
Datum: Sonntag, 7. April 2019
Besammlung: Gemeindezentrum Widum, Weisslingen
Karte: Weisslingen-Kyburg 1:10’000
Startzeiten: 9.30 bis 12.30 Uhr
Weitere Informationen: www.olg-wislig.ch

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