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Mit fast allen Teams auf Augenhöhe

TVU-Frauen im Aufwind

Mit fast allen Teams auf Augenhöhe

Die Ustermer Frauen haben in der 1. Liga einen Schritt nach vorne gemacht und sich für die Finalrunde qualifiziert. Für eine mögliche Rückkehr in die SPL2 reicht es aber noch nicht.

David
Schweizer
Donnerstag, 28. März 2019, 07:13 Uhr TVU-Frauen im Aufwind
Bereits im ersten Heimspiel gegen Olten mussten sich die TVU-Frauen mit Lena Husmann geschlagen geben.
Foto: Simon Lickel

Der Trend ist positiv. Nach zuletzt zwei Siegen haben sich die Handball-Frauen des TV Uster in der Erstliga-Aufstiegsrunde auf Platz 4 verbessert.

Dort wartet nun allerdings am Samstag ausgerechnet der verlustpunktlose Leader Olten. Bereits dreimal standen sie in dieser Meisterschaft den Solothurnerinnen gegenüber, und gingen jedes Mal als Verlierer vom Parkett. «Es hat auch schon wenig gefehlt. Wir sind motiviert Olten ein Bein stellen zu können», sagt TVU-Trainerin Ruth Jud kämpferisch. Sie weiss aber auch: Für ein Erfolgserlebnis gegen den designierten Aufsteiger in die Premium League 2 (SPL2) bräuchte es nahezu ein perfekter Auftritt.

Doch das der gesamten Konkurrenz enteilte Olten ist auch nicht der derzeitige Massstab für die Ustermerinnen. «Mit dem Rest der Liga sind wir mindestens auf Augenhöhe», sagt Jud.

«Wir haben ein williges und auch athletisches Team, dass sich weiter entwickelt hat.»

Ruth Jud, Trainerin TV Uster

Tatsächlich trat der TVU im zweiten Jahr nach der Relegation aus der SPL2 weitaus stabiler auf, und schaffte so im Gegensatz zur Vorsaison auch als Tabellenzweiter der Hauptrunde-Gruppe 1 den Einzug in die Aufstiegsrunde.

Ein eingespieltes Kollektiv

«Wir haben ein williges und auch athletisches Team, dass sich weiter entwickelt hat», findet Jud. Exemplarisch dafür stehen die vielen knappen Spiele, welche die Ustermerinnen in der Mehrzahl letztlich für sich entscheiden konnten. «Das war im letzten Jahr noch anders», bekräftigt die Trainerin. Auffällig ist dabei auch, dass der TVU weniger von einigen starken Individualistinnen abhängig ist, sondern viel mehr als eingespieltes Kollektiv überzeugt.

Doch reicht die Substanz auch, um in absehbarer Zeit wieder aufsteigen zu können? «Zumindest zwei erfahrene Spielerinnen wären sicher nötig, um in der SPL2 bestehen zu können», ist für Jud klar.

Beachtliche 23 Jahre spielten die Ustermerinnen bis 2017 ununterbrochen in den beiden höchsten Spielklassen. Eine Prognose ob und wann den TVU-Frauen die Rückkehr gelingt, will die Trainerin aber nicht abgeben.

Dies einerseits weil trotz gezielter Nachwuchsarbeit nicht so viel Breite und Substanz im Verein vorhanden ist, aber auch da im Ustermer Einzugsgebiet (Oberland, Rapperswil) ausschliesslich Zweitliga-Frauenhandball oder sogar tiefer gespielt wird.

Die raren Ausnahmetalente landen derweil schnell bei den Zürcher SPL1-Teams GC Amicitia und Yellow Winterthur. «Es ist schwierig Spielerinnen nach Uster zu locken», betont Jud.

Kaufmann für Rinderli

Hilfreich ist zumindest die Stabilität im Klub, da seit dem Abstieg im Frühling 2017 das Gros des Kaders zusammen geblieben ist. Zur markantesten Veränderung kam es deshalb im Staff, wo Ruth Jud unlängst einen neuen Trainerkollegen an die Seite bekam.

Der nach drei Jahren Tätigkeit zurückgetretene Urs Rinderli wurde durch Christian Kaufmann ersetzt. Dieser ist ein altbekanntes Gesicht beim TV Uster – als Spieler und Trainer, wo er sich zuletzt für die zweite Mannschaft und im Bereich der Juniorinnen engagierte.

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