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Gmelin gründet Privatteam

Ustermer Ruderin

Gmelin gründet Privatteam

Nachdem sie sich vor wenigen Wochen mit dem Verband überworfen hatte, geht Jeannine Gmelin jetzt definitiv ihren eigenen Weg. Die Ustermer Skifferin nimmt in Absprache mit Swiss Rowing die Saison mit einem Privatteam in Angriff.

Redaktion
Züriost
Montag, 04. März 2019, 13:28 Uhr Ustermer Ruderin
Jeannine Gmelin bestreitet die kommende Saison ausserhalb der Strukturen von Swiss Rowing.
Archivfoto: Christian Merz

Skifferin Jeannine Gmelin nimmt die anstehende Saison mit einem selbst zusammengestellten privaten Tream in Angriff. Der Verband Swiss Rowing und die Schweizer Spitzenruderin trafen eine entsprechende Vereinbarung.

Gmelin ist froh darüber. «Es ist eine Lösung, die es mir erlaubt, wieder positiv nach vorne zu blicken.»

Die Ustermerin entschied sich für ein Privatteam, nachdem der Verband Ende Januar überraschend die Zusammenarbeit mit dem Frauen-Nationaltrainer Robin Dowell per Ende April dieses Jahres gekündigt hatte. Unter der Führung des Engländers hatte sich Gmelin in den letzten Jahren zu einer internationalen Topathletin entwickelt.

«Ich erhalte nun den gewünschten Freiraum für meine individuelle Wettkampfvorbereitung.»
Jeannine Gmelin

Dowell ist in Gmelins neuem Team denn auch die wichtigste Personalie. Er hat als Coach zugesagt, ein entsprechender Vertrag muss allerdings erst noch aufgesetzt werden. Daneben dürften weitere Personen aus seinem Umfeld Aufgaben übernehmen.

Gefordert ist nun aber auch das Management der Ustermerin. Es muss für das Projekt Sponsoren und Partner finden, um die Finanzierung sicher zu stellen. Gmelin spricht in diesem Zusammenhang von einer grossen finanziellen Herausforderung, vor der man stehe.

Von der Sportlerin zur Unternehmerin

Die Rolle der Ruderin ändert sich derweil. Sie ist ab sofort nicht mehr nur Sportlerin, sondern zusätzlich auch Unternehmerin. «In diese Rolle muss ich erst hineinwachsen», ist sie sich bewusst. Gmelin will sich die dafür nötige Zeit nehmen.

Der Druck auf die Skifferin ist gross. Sie muss in der kommenden Saison beweisen, dass es richtig war, auf Dowells Trainingspläne und sein Coaching zu setzen. Kopfzerbrechen bereitet ihr der Druck allerdings nicht. «Die grössten Erwartungen stammen sowieso von mir selber.»

Für die Regatta-Saison 2019 wird sich Gmelin eigenverantwortlich und losgelöst vom Trainingsbetrieb des Nationalen Leistungszentrums in Sarnen auf ihre Wettkämpfe vorbereiten. Wo genau das sein wird, ist offen. Ein kleiner Teil ihres Trainings dürfte sie weiterhin auf dem Sarnersee absolvieren.

«Wir haben einen Rahmen geschaffen, in welchem sie ihre Trainingsplanung frei gestalten kann und sie dafür die Verantwortung übernimmt.»
Verbandsdirektor Christian Stofer

Nicht in Frage kommt für die Athletin des RC Uster jedoch der Greifensee, da auf diesem keine privaten Motorboote zugelassen sind. Ein solches aber benötigt Coach Robin Dowell für die Trainings.

Leistungskontrolle weiter durch den Verband

Swiss Rowing ist weiter für die Leistungskontrolle und Selektionen zuständig. «Die Selektionskriterien sind für mich klar und fair formuliert seitens des Verbandes. Ich erhalte nun den gewünschten Freiraum für meine individuelle Wettkampfvorbereitung», sagt Gmelin.

Verbandsdirektor Christian Stofer sagt zu den getroffenen Abmachungen: «Wir haben einen Rahmen geschaffen, in welchem sie ihre Trainingsplanung frei gestalten kann und sie dafür die Verantwortung übernimmt.»

In der vergangenen Saison blieb die 28-Jährige im Weltcup ungeschlagen und gewann erstmals den Gesamt-Weltcup. Dazu wurde sie Europameisterin und holte an der WM Silber, nachdem sie 2017 sogar Weltmeisterin geworden war. (ome/sda)

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