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Rychenberg findet nicht aus dem Loch

Winterthurer Unihockeyaner gehen gegen Zug unter

Rychenberg findet nicht aus dem Loch

Weil seine Defensive besonders bei Kontern sehr anfällig bleibt, verliert der HC Rychenberg in Zug mit 7:10. Es ist bereits die fünfte Niederlage in Serie.

Redaktion
Züriost
Montag, 12. November 2018, 07:50 Uhr Winterthurer Unihockeyaner gehen gegen Zug unter
Die fünfte Niederlage in Serie setzte es für den HC Rychenberg gegen Zug ab.
Markus Aeschimann/HC Rychenberg

Der HC Rychenberg schaffte es in seinem bereits siebten Auswärtsspiel nicht, sich wie Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Er verpasste es in Zug, einen punktemässigen Nutzen daraus zu ziehen, dass er das Geschehen grossmehrheitlich bestimmte. Sieben teils sehenswert herausgespielte Tore hätten reichen müssen, um mindestens gute Aussichten auf den Erfolg zu haben. Doch die Winterthurer gestanden dem Gegner – nicht zum ersten Mal – mehrere allzu einfache Tore zu, sodass sie die Heimreise mit einer 7:10-Niederlage antreten mussten. Durch diese fünfte Pleite in Serie, die siebte insgesamt, bleibt das Team von Jukka Kinnunen nach zehn Runden unter dem Strich hängen.

Früh mit 0:3 in Rückstand

Um ein Haar wäre dem HCR ein Start nach Mass gelungen. Er nahm das Spiel sofort in seine Hände, wie es in dieser Saison zu Spielen gegen Teams der unteren Tabellenhälfte gehört, und besass nach nur 24 Sekunden eine erste Möglichkeit. Tobias Studers Schuss prallte jedoch vom Pfosten zurück. Die frühe Führung, die dem angekratzten Selbstvertrauen der Winterthurer so gut getan hätte, war knapp verpasst.

In der Folge hielten sich die zehn Feldspieler zwar öfter in der Zuger Hälfte auf, richtig zwingende Aktionen gab es aber vorerst weder auf der einen noch auf der anderen Seite zu sehen. «Wir waren mit dem Ball weniger präzis und konzentriert als zuletzt», erklärte Kinnunen die fehlende Durchschlagskraft seines Teams. Im gleichen Atemzug attestierte er seiner dritten Linie und besonders Michel Wöcke eine gute Leistung.

«Wir waren mit dem Ball weniger präzis und konzentriert als zuletzt.»

Jukka Kinnunen, Trainer

So oder so, es deutete nichts darauf hin, dass das bis dahin vor allem defensiv in Erscheinung getretene Heimteam in Führung gehen könnte. Doch nutzte es in der sechsten Minute gleich seine erste nennenswerte Offensivszene zum 1:0. Dadurch wurde die Aufgabe der Winterthurer noch eine Spur schwieriger, weil Teams von Radim Cepek in aller Regel sehr gut zu kontern wissen. Dies bewahrheitete sich im weiteren Verlauf des Startdrittels auch: Nachdem Benjamin Borth und Michel Schwerzmann kurz nach dem 0:1 zweimal den möglichen Ausgleich verpasst hatten, führten zwei schnelle Gegenstösse bis zur 14. Minute zu einem komfortablen 3:0-Vorsprung der Innerschweizer.

Eine unvollendete Aufholjagd

Diese Hypothek sollte sich für die Winterthurer als zu gross erweisen. Zwar gaben sie sich bis zum Schlusspfiff nicht geschlagen, liessen nichts unversucht und konnten den Rückstand immer wieder verkleinern. Doch obwohl sie das Heimteam in den ersten neun Minuten des Mittel- und ganz besonders in den letzten zwölf des Schlussdrittel regelrecht einschnürten, kamen sie nie näher als bis auf ein Tor (25.) heran. Dies lag zum einen daran, dass sie in ihren Druckphasen zu wenig Ertrag erwirtschafteten, was zum Teil mit fehlender Fortüne bei vier Pfostenschüssen zu erklären war. Zum anderen, was schwerer wog, liessen sie sich wegen Stellungsfehlern in der Rückwärtsbewegung weiter allzu leicht überlisten und machten damit ihre grossen offensiven Anstrengungen eigenhändig zunichte.

«Wenn das Selbstvertrauen im Keller ist wie momentan bei uns, dann passieren individuelle Fehler.»

Jukka Kinnunen, Trainer

Kinnunen, der diese Woche vermehrt der Defensive gewidmet hatte, nahm seine Spieler aus der Schusslinie: «Alle gaben alles und am Schluss zeigten wir sehr viel Charakter. Wenn aber das Selbstvertrauen im Keller ist wie momentan bei uns, dann passieren individuelle Fehler. Diese zu vermeiden, ist schwierig. Da hilft nur sehr viel Arbeit, um die kleinen Dinge zu verbessern.» So hatte er es schon als kämpferisch veranlagter Spieler gehalten und so will er es auch bei seiner ersten solchen Erfahrung als Trainer wiederholen.

Letztlich werden freilich nur Erfolgserlebnisse den Glauben an die eigenen Stärken zurückbringen. Bis zur Natipause anfangs Dezember bleiben noch zwei Gelegenheiten dazu. Eine Hilfe könnte sein, dass beide Spiele in der heimischen Axa-Arena ausgetragen werden. In dieser hat der HCR bisher aus drei Partien sieben der neun möglichen Punkten geholt. (René Bachmann)

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