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50 Plus
Ein Mann sitzt mit einer Gitarre in der Hand auf einem Stuhl.

René Sennhauser, Gitarrenschüler an der Musikschule Zürcher Oberland in Wetzikon. Foto: Matea Regelja

Verlagsbeilage «50 Plus – Mitten im Leben»

«Man muss die Regeln brechen, um Neues entstehen zu lassen»

Wer im Alter ein neues Musikinstrument lernt, zieht daraus grossen Nutzen. Musikunterricht bringt kognitive Vorteile mit sich und hält das Gehirn fit. René Sennhauser, Gitarrenschüler an der Musikschule Zürcher Oberland in Wetzikon, erzählt von seiner Erfahrung.

René Sennhauser, Gitarrenschüler an der Musikschule Zürcher Oberland in Wetzikon. Foto: Matea Regelja

Veröffentlicht am: 09.10.2023 – 05.57 Uhr

Musik ist eine universelle Sprache, die Menschen jeden Alters miteinander verbindet. Sie kennt keine Grenzen und kann die Menschen dazu inspirieren, selbst zu musizieren. Oft denkt man dabei an Kinder oder Jugendliche, die bereits in jungen Jahren mit dem Musikunterricht beginnen. Doch auch ältere Menschen nutzen ihre freie Zeit, um sich musikalisch weiterzuentwickeln.

Sie greifen entweder ein neues Instrument auf oder knüpfen an das an, was sie in ihrer Jugend gelernt haben. Das Spielen eines Musikinstruments fördert nicht nur die geistige Fitness, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die emotionale Gesundheit sowie auf die künstlerische und persönliche Entwicklung.

René Sennhauser, Musikschüler an der Musikschule Zürcher Oberland in Wetzikon, spielt bereits seit seiner Kindheit Gitarre und hat sich damals vieles selbst beigebracht. «In meiner Gegend gab es damals keine professionelle Musikschule», erinnert er sich zurück. «Es kann eine herausfordernd sein, sich selbst ein Instrument beizubringen, vor allem weil man so innerhalb seiner eigenen Grenzen bleibt», sagt der Musiker.

Der Mut zur Veränderung

Für Sennhauser war die Musik schon immer ein wichtiger Begleiter: «Mein Vater war Mitglied im Männerchor und die Musik, die im Radio gespielt wurde, hat mich immer begeistert. So wurde mir klar, dass ich auch Musik machen möchte», sagt der Wetziker. Obwohl er sich für ein Studium in bildender Kunst entschieden hat, konnte er die Liebe zur Musik nie loslassen und spielte weiterhin mit Begeisterung Gitarre.

Nun hat er sich endlich den Traum vom Musikunterricht erfüllt und nimmt seit Anfang dieses Jahres Unterricht an der Musikschule Zürcher Oberland in Wetzikon. «Der Unterricht hilft, den Austausch zu finden und zeigt einem die eigenen Fehler auf, damit man besser wird. Das ist wichtig für die Entwicklung», erklärt er.

Dabei geht es nicht nur um das Beherrschen von Noten, sondern auch um die Bereitschaft, sich neu zu orientieren und aus der Routine auszubrechen. «Dasselbe gilt auch für die Musik: Man muss die Regeln brechen, um Neues entstehen zu lassen», betont Sennhauser.

Verbesserte Gedächtnisleistung und erhöhte Konzentration

Das Lernen eines Musikinstruments erweist sich als geistige Herausforderung und als hervorragendes Gedächtnistraining. Beim Lernen eines Instruments und der Noten wird das Gehirn trainiert und durch die Kombination von Hören, Sehen und Bewegung kommen neue Verknüpfungen zustande.

René Sennhauser teilt seine persönliche Erfahrung: «Abgesehen von den künstlerischen Fortschritten habe ich festgestellt, dass meine Merkfähigkeit sich verbessert hat und das Gefühl, dass im Kopf zuerst Platz für weitere Dinge geschaffen werden muss, abgenommen hat».

Ein Heft mit Musiknoten
Während des Lernens eines Instruments und der Noten kommen im Gehirn neue Verknüpfungen zustande. Foto: Unsplash

Die Musik hat nicht nur positive Auswirkungen auf die kognitive Gesundheit, sondern sie kann auch soziale Bindungen fördern. Zudem kann man mit dem Spielen eines Instruments Emotionen ausdrücken und Stress abbauen. Trotz allem merkt Sennhauser, dass ihm das Lernen nicht so leicht von der Hand geht, wie früher. In jüngeren Jahren sei man unbekümmerter an eine neue Sache herangegangen und konnte eine neue Melodie einfach nachspielen, während man heutzutage versucht, sie auf eine bestimmte Weise einzuordnen.
Kreative Selbstverwirklichung

Kreative Selbstverwirklichung

Musikunterricht zu nehmen heisst auch, dass man bereit sein muss, sich zu öffnen. «Das fällt mit einem passenden Lehrer natürlich leichter. Durch die Unterstützung und Ratschläge ist es einfacher aus der gewohnten Bahn auszubrechen», sagt der Musiker. Zudem sei es sein Ziel, in spätestens 10 Jahren seine eigene Allstar-Band zu gründen. «Damit will ich die die Musikwelt mit über 80-ährigen Musikern revolutionieren», erklärt er begeistert.

Es ist nie zu spät, sich einem neuen Hobby zu widmen oder eine Leidenschaft wiederzuentdecken. «Das Alter sollte niemals ein Hindernis sein, um Unterricht zu nehmen. Man lernt immer dazu», ist Sennhauser überzeugt.

Den älteren Leuten, die ein Musikinstrument lernen möchten, rät er dazu, das unbedingt zu machen. «Viele denken, eine Schule sei nur für junge Menschen geeignet. Dabei ist eine Schule da, jedem etwas beizubringen, unabhängig vom Alter», sagt Sennhauser. Mittlerweile kann er sich sogar vorstellen, ein komplett neues Instrument zu lernen: «Cello oder Waldhorn zu spielen wäre sehr interessant», verrät Sennhauser.

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