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Rückfälliger Internetbetrüger muss ins Gefängnis

Um nicht auf das Sozialamt zu gehen, hat ein arbeitsloser Kaufmann aus Effretikon mit entwendeten Kreditkartendaten Waren und Dienstleistungen für über 40'000 Franken ergaunert. Nun kassierte der Täter eine Freiheitsstrafe.

Mittwoch, 22. August 2012, 21:23 Uhr

«Es war Verzweiflung und finanzielle Not», erklärte der heute 27-jährige Kroate die Tatmotive für seine eindrückliche Betrugsserie vor Obergericht. Fest steht, dass der Kaufmann aus Effretikon bereits ab Sommer 2008 keine Arbeit mehr fand. «Ich war zu stolz, um das Sozialamt aufzusuchen», blickte er zurück. Er wurde lieber kriminell. Nicht auf der Strasse, sondern im Internet. So suchte er gezielt nach Kreditkartendaten Trotz Vorstrafe delinquiert

Allerdings flog der ledige Mann bald auf und kassierte im Dezember 2008 per Strafbefehl wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 70 Franken. Trotz der Vorstrafe delinquierte er munter weiter. Innerhalb von zehn Monaten bestellte er in rund 400 Einzelaktionen im Namen von ahnungslosen Geschädigten Waren und Dienstleistungen: elektronische Geräte, Geschenkkarten, Gutscheine oder Pizzalieferungen. Als der Beschuldigte erneut aufflog, hatte er einen Deliktsbetrag von über 40'000 Franken ergaunert. Bei weiteren 50'000 Franken war es beim Versuch geblieben.

Der umfassend geständige Angeschuldigte musste sich im letzten Januar zunächst am Bezirksgericht Pfäffikon verantworten. Dieses verurteilte den Rückfalltäter zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Sechs Monate davon sollte der Betrüger im Gefängnis absitzen. Zum Unwillen des Beschuldigten, der Berufung einlegte und am Mittwoch am Zürcher Obergericht erschien. Der Verteidiger sprach von einer falschen Art der Strafe und setzte sich für eine unbedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 100 Franken ein. Ein Freiheitsentzug wäre kontraproduktiv, da sein Klient heute in einer Bar arbeite und monatlich über 4000 Franken verdiene. Er habe wieder Fuss gefasst.

Sitzen statt zahlen

Das Obergericht blieb hart und ging auf die Argumente des Verteidigers nicht ein. Der Beschuldigte habe sich zu viel geleistet und während einer bereits ­laufenden Strafuntersuchung weiter betrogen, führte der Vorsitzende aus. Es komme nur noch eine Freiheitsstrafe infrage. Die Hälfte der zwölf Monate soll der Beschuldigte verbüssen.

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