×
Aufatmen in Uster

Spital bekommt definitive Zusage vom Kanton

Der Regierungsrat stellte im März die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Spitals Uster und die Zukunft der Höhenklinik Wald in Frage. Nun ist klar: Uster kann durchatmen.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 01. September 2022, 09:00 Uhr Aufatmen in Uster

Das Wichtigste in Kürze

  • Angepasstes Versorgungskonzept und verbesserte Wirtschaftlichkeit des Spitals Uster: Kanton verzichtet deshalb auf provisorische Leistungsaufträge ab 2023 und wandelt diese in definitive um.
  • Kanton behält aber auch weiterhin die Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit im Auge und behält sich Konsequenzen vor. 
  • Statt aufgeblähter Grund- und Notfallversorgung soll das Spital den Ausbau hin zur Altersmedizin und des ambulanten Angebots vorantreiben.
  • Kanton fordert bis zum 31. Mai 2025 den Nachweis einer nachhaltigen Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit.
  • Auf der neuen Spitalliste erhält die Höhenklinik in Wald wieder definitive Leistungsaufträge – wird aber stärker mit GZO Wetzikon kooperieren; zum Beispiel im Neuro-Bereich. Auch mit dem Spital Uster und den Zürcher Reha-Zentren soll stärker zusammengearbeitet werden. 

Die Gesundheitsdirektion hat ihren Entscheid vom März revidiert und erteilt dem Spital Uster die bestehenden Leistungsaufträge bis 2026 definitiv.

Die Zweifel bezüglich der wirtschaftlichen Stabilität des Spitals gründeten vorwiegend auf der Beurteilung der Jahresabschlüsse 2019 und 2020. Die aktuellen Zahlen hingegen stimmten optimistisch, wie das Spital Uster in einer Mitteilung schreibt.

Die Zahlen zeigten einen klaren Aufwärtstrend: Nicht nur konnten die Fallkosten im stationären Bereich im vergangenen Jahr um 1000 Franken gesenkt werden. Auch die Halbjahreszahlen 2022 lägen mit einem positiven Betriebsergebnis von rund 5 Millionen Franken über den Erwartungen.

Aus diesen Gründen sehe der Regierungsrat von provisorischen Leistungsaufträgen ab.

Ziel ist ein wirtschaftlich stabiles Spital

«Unsere Freude ist gross», sagt Spitaldirektor Andreas Greulich in der Mitteilung des Spitals. «Provisorische Leistungsaufträge hätten unsere Position auf dem Arbeits- und Kapitalmarkt wesentlich verschlechtert. Jetzt können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und uns auf die Umsetzung der neuen Strategie konzentrieren»

Das wirtschaftliche Ziel sei klar und auch vom Regierungsrat vorgegeben: Eine nachhaltige Kosteneffizienz und wirtschaftliche Stabilität bis Ende 2025.

Auch durch strukturelle Anpassungen solle dieses Ziel gemäss Mitteilung realisiert werden. Im Fokus stehe ein gut abgestimmtes medizinisches Angebot, das den Bedürfnissen der Region mit einem Einzugsgebiet von rund 180'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gerecht werden könne.

Neben der Sicherstellung einer Grund- und Notfallversorgung solle ein Ausbau an ambulanten Leistungen und eine integrierte Versorgung im Bereich der Altersmedizin angestrebt werden, die der demografischen Entwicklung Rechnung trage.

Wichtigkeit des Spitals unbestritten

«Wir haben in den vergangenen Monaten viele positive Signale aus der Bevölkerung erhalten. Die Menschen hier zählen auf uns», erläutert Andreas Greulich. «Das grosse Interesse an unserem Tag der offenen Tür von vergangenem Samstag hat dies bestätigt und auch unsere Wichtigkeit als Arbeits- und Ausbildungsort erneut aufgezeigt. Umso schöner ist es für uns, heute verkünden zu dürfen, dass die Gesundheitsdirektion Zürich ebenfalls hinter uns steht. »

Auch Verwaltungsratspräsident Reinhard Giger zeigt sich in der Mitteilung erleichtert: «Die definitiv erteilten Leistungsaufträge bestärken die Spitalleitung und den Verwaltungsrat darin, dass unsere Massnahmen der letzten Jahre in Richtung eines zukunftsfähigen Spitals langsam greifen. Für die Mitarbeitenden sind sie der Lohn für ihre harte Arbeit und ihre Loyalität zu ihrem Arbeitgeber.»

Kommentar schreiben