×
Nach 100 Tagen

Uster zieht Bilanz mit Ukraine-Flüchtlingen

Vor etwas mehr als 100 Tagen wurden der Stadt Uster 235 Schutzsuchende aus der Ukraine zugewiesen. Die Stadt zieht eine erste, positive Bilanz.

Redaktion
Züriost
Montag, 18. Juli 2022, 14:45 Uhr Nach 100 Tagen
Eine Schutzunterkunft für Flüchtende in Uster ist abgebildet.
Die Unterkunft im Stadthaus Uster für Flüchtlinge aus der Ukraine kurz vor ihrem Einzug.
Foto: Christian Merz

Wie die Stadt Uster in einer Medienmitteilung schreibt, fällt die Bilanz nach den ersten 100 Tagen positiv aus. Seit dem Frühjahr wurden der Stadt Uster 235 Flüchtlinge aus der Ukraine zugewiesen.

Die Wohnsituation der Schutzsuchenden konnte schnell verbessert werden: Lag der Anteil der Unterbringung bei Privatpersonen im Frühjahr, bei Beginn der Zuweisung der Geflüchteten, noch bei über 70 Prozent, sind heute schon fast die Hälfte der Schutzsuchenden durch die Stadt Uster untergebracht. Dieser Anteil wird bis Ende Sommer auf 70 Prozent zunehmen.

Rasche Schaffung von Wohnraum

Der schnelle Aufbau von städtischem Wohnraum konnte vor allem durch temporäre Zwischennutzungen – unter anderem auch in einem Teil des Stadthauses – sichergestellt werden.

Die Geflüchteten aus der Ukraine leben in Uster mehrheitlich in Wohngemeinschaften, in Wohnungen oder in grösseren Hausgemeinschaften. Ein kleiner Teil der Schutzsuchenden ist immer noch in privaten Haushalten untergebracht.

 

Die privaten Gastgeber leisten noch immer einen wesentlichen Beitrag. Dieser betrifft nicht nur die Beherbergung; die Ustermer Gastgeberfamilien sind auch eine wichtige Stütze bei den ersten Integrationsschritten der Schutzsuchenden in Uster.

Über 60 private Gastgebende möchten ihren Wohnraum den ukrainischen Gästen sogar längerfristig zur Verfügung stellen.

Schulische Integration gelungen

Die Primarschule Uster hat bei Ankunft der Flüchtling4e aus der Ukraine genügend Aufnahmeklassen geschaffen, welche gut genutzt werden. 

Aktuell besuchen 38 ukrainische Kinder die Primarschule Uster. Die Unterstufenklasse zählt 13 Kinder; sie gehen ins Schulhaus Pünt. Weitere 12 Kinder wurden in verschiedene Kindergartenklassen eingegliedert. Im Schulhaus Niederuster besuchen 13 Schülerinnen und Schüler die Mittelstufe. Die vorhandenen Ressourcen der Primarschule Uster für die Aufnahme der Kinder sind momentan ausreichend und gut genutzt. Ein weiterer Ausbau ist zurzeit nicht nötig. Die Primarschule Uster geht davon aus, dass die Aufnahmeklassen im nächsten Schuljahr weitergeführt werden.

Auch im Gymnasium und in der Berufswahlschule Uster sind bereits einige Schülerinnen und Schüler. Dazu kommen einzelne Studierende an der Universität in Zürich. Der Grossteil der Schülerinnen und Schüler wird parallel zum Unterricht in den Schulen von Uster auch via Internet aus der Ukraine unterrichtet

Zehn Prozent arbeitstätig

Bereits über zehn Prozent der circa 100 Schutzsuchenden aus der Ukraine im erwerbsfähigen Alter arbeiten schon und sind somit von der Asylfürsorge abgelöst.

Seit Mai erfolgen ausserdem laufend Zuweisungen in Deutschkurse und in die Integrationsangebote der Stadt Uster für die Unterstützung bei der Stellensuche. Bis im August können für alle erwachsenen Personen Deutsch-Intensivkurse angeboten werden.

Trotz der guten Integration der Kinder und Erwachsenen aus der Ukraine gehen die Behörden in Uster davon aus, dass aufgrund des ungewissen Kriegsverlaufs in der Ukraine die mittel- oder langfristige Integration der Flüchtenden nicht im Fokus steht. Bei einem Teil der Personen ist sogar die Rückreise schon ein Thema.

Für Notfallszenario gerüstet

Seit Mitte Mai hat die Einreise von Schutzsuchenden in die Schweiz abgenommen: Von Mitte März bis Mitte Mai kamen jeweils zwischen 20’000 und 30’000 Schutzsuchende in die Schweiz, seit Mitte Mai waren es pro Monat nur noch rund 10'000. 

Dies hat auch in Uster zu einer Entspannung der Situation geführt. Je nach Kriegsverlauf ist aber mit Blick auf die Wintermonate mit einer erneuten Zunahme von Flüchtlingen zu rechnen, schreibt die Stadt Uster. Dort ist man aber aktuell mit weiteren 50 bis 80 Plätzen für eine temporäre Unterbringung in den Zivilschutzunterkünften GUP Gschwader und Pünt für ein Notfallszenario vorbereitet. Parallel dazu wird weiter zusätzlicher Wohnraum für die mittel- und längerfristige Unterbringung gesucht. (mue)

Kommentar schreiben