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Bündner Problemrudel

Zwei Jungwölfe zum Abschuss freigegeben

Die Stimmung Pro Wolf könnte nach den jüngsten Rissen durchaus kippen. Deshalb wird der Abschuss auch von einer Seite befürwortet, mit der man im ersten Moment nicht rechnet.

Agentur
sda
Freitag, 15. Juli 2022, 14:53 Uhr Bündner Problemrudel
Ein grauer Wolf steht auf einem Felsen.
Auch Naturschutzorganisationen forderten am Freitag nach den zwei ausserordentlichen Angriffen auf Kühe die Dezimierung des Problemrudels.
Foto: Pixabay

Der erneute Angriff auf eine Mutterkuh hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Die Kantonsregierung hat zwei Jungwölfe aus dem Bündner Problemrudel zum Abschuss freigegeben. Am Mittwoch hatte es am Schamserberg eine Mutterkuh schwer verletzt.

Die Kuh musste notgeschlachtet werden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützt diese Massnahme. Das Ziel des Kantons bleibt die Entfernung des gesamten Beverin-Rudels und insbesondere der Abschuss des besonders auffälligen Vatertiers im Rahmen der schweizerischen Rechtsordnung, wie der Kanton Graubünden mitteilte.

Die gesetzlich vorgegebene Schadensschwelle sei bereits vor den beiden jüngsten Vorfällen erreicht worden. Nun gibt es laut Mitteilung Hinweise darauf, dass das Beverin-Wolfsrudel Nachwuchs erhalten hat.

WWF und Pro Natura auch für Abschuss

Der Abschuss der zwei Jungtiere sei eine dringliche Sofortmassnahme zur Vergrämung der Wölfe und gegen Schäden zulasten von Landwirtschaft, Tourismus und der Bevölkerung, schrieb die Kantonsregierung.

Auch Naturschutzorganisationen forderten am Freitag nach den zwei ausserordentlichen Angriffen auf Kühe die Dezimierung des Problemrudels. Das Beverinrudel trete als besonders schadensstiftend in Erscheinung, schrieben die Naturschutzorganisationen WWF, Pro Natura und die Gruppe Wolf Schweiz in einer gemeinsamen Mitteilung.

Deshalb würden die Organisationen «rasches und zielgerichtetes Handeln durch Abschüsse von Jungwölfen unterstützten», hiess es weiter. Auch ein Abschuss des Leitwolfes des Beverinrudels werde befürwortet. Es sei offensichtlich, dass sich sein Verhalten nicht mehr ändern lasse.

Hingegen sprechen sich die Organisationen gegen die Tötung des ganzen Rudels aus. Dies sei rechtlich nicht zulässig.

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