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Stadtrat reagiert auf «Wohn-Initiative»

Mehr bezahlbarer Wohnraum in Wetzikon

Der Anteil an Wohnungen im Eigentum von preisgünstigen Wohnbauträgern soll grösser werden. Damit macht sich der Stadtrat die Forderung einer Initiative zu eigen – scheut aber allzu ambitionierte Ziele.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 07. Juli 2022, 16:40 Uhr Stadtrat reagiert auf «Wohn-Initiative»
Eine Wohnsiedlung wird aus der Luft betrachtet.
Entspannung auf dem Wetziker Wohnungsmarkt angestrebt. Im Bild: Gemeinnützige Wohnungen im Areal Schöneich.
Archivbild: PD

Die Stadt Wetzikon will sich dafür einsetzen, dass die Zahl der Wohnungen im Eigentum von preisgünstigen Wohnbauträgerinnen oder -trägern stetig steigt. Dies schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung. Damit reagiert er auf die im April 2022 eingereichte kommunale «Wohn-Initiative». Sein Gegenvorschlag legt jedoch einen breiteren Fokus.

Die Forderung des Initiativ-Komitees beschränkt sich auf Wohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgerinnen oder Wohnbauträgern. Deren Anteil solle mindestens ein Fünftel des Gesamtbestands der Mietwohnungen in der Gemeinde ausmachen.

Gemeinnützige Wohnungen sind solche, «bei denen die Vermieterin oder der Vermieter freiwillig auf die maximal mögliche Rendite verzichtet», wie der Stadtrat schreibt. Die Miete decke dabei nur die Finanzierungs-, Bewirtschaftungs-, Verwaltungs- und Unterhaltskosten. Darüber hinaus würden keine zusätzlichen Einnahmen erwirtschaftet.

Kritik an Zielvorgabe

Gemäss Stadtrat würde das Initiativbegehren mindestens auf eine Verdoppelung des heutigen Bestandes hinauslaufen – je nach verwendeten Zahlen. Er hält dies für nicht erreichbar und verzichtet selbst auf eine Zielvorgabe: «Ziele müssen realistisch sein, damit man sich an ihnen orientieren und Massnahmen darauf ausrichten kann», lässt sich Stadtpräsident Pascal Bassu in der Mitteilung zitieren.

Mit dem Fokus auf preisgünstigen Wohnbauträgerinnen oder -trägern berücksichtigt der Gegenvorschlag auch Wohnungen, die unterhalb der Marktmiete, aber über der Kostenmiete liegen. Ausgenommen sind – wie schon in der Initiative – Wohnungen und Einfamilienhäuser im selbstgenutzten Eigentum.

Mehr soziale Durchmischung

Besonders gefördert werden soll die soziale Durchmischung der Bevölkerung. Der Stadtrat begründet diese Absicht mit der allmählich einsetzenden Sättigung im Markt für altersgerechte Wohnungen in Wetzikon. «Die soziale Durchmischung als besonders förderwürdiges Ziel nimmt auf diese Gegebenheiten Rücksicht und kann sich flexibler auf allfällige Änderungen des Wohnungsmix anpassen.»

Nach der Beratung über die Volksinitiative sowie den Gegenvorschlag des Stadtrats im Parlament wird die Vorlage der Wetziker Stimmbevölkerung unterbreitet. jöm

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