×
Trotz Volksentscheid

Kommission will Kiesabbau im Ustermer Hardwald

Der Kantonsrat treibt die Planung von zwei umstrittenen Projekten in der Region voran. Das wird zumindest in Uster für Zündstoff sorgen, denn die Bevölkerung hatte sich bereits 2018 mit einer Initiative dagegen ausgesprochen.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 09. Juni 2022, 12:30 Uhr Trotz Volksentscheid
Gelbes Raupenfahrzeug mit Schiebeschild auf Kiesuntergrund.
Das entsprechende Abbaugebiet im Hardwald sei im Richtplan eingetragen, so die Kevu.
Foto: Pixabay

Es sind zwei Entscheide, die in Uster und Gossau wohl auf wenig Gegenliebe stossen werden. Die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu) des Kantonsrats befürwortet es, die Deponie Lehrüti in Gossau zu vergrössern und den Kiesabbau im Ustermer Hardwald ebenfalls im Richtplan festzusetzen. Das schreibt die Kevu in einer Mitteilung.

Und dies, obwohl die Ustermer Stimmbevölkerung im Jahr 2018 der Waldinitiative zugestimmt hatte, die eine Rodung und den Kiesabbau im Hardwald verhindern sollte.

Wegen Bauboom in der Region

Der Ustermer Stadtrat konnte sich in der Kevu zwar äussern und wurde angehört. Die Argumente verhallten allerdings ungehört. Eine Minderheit der grünen Partei stellte sich gegen den Entscheid, das Gebiet im Hardwald im Richtplan einzutragen, unterlag aber in der Kommission.

«Die Kevu ist mehrheitlich der Meinung, dass die Möglichkeit zum Kiesabbau in der Näniker Hard in Uster zugunsten des Gesamtkantons gewahrt bleiben soll», heisst es in der Mitteilung.

Die Materialgewinnung solle basierend auf dem Kreismodell und der kantonalen Kiesplanung auch in der Region Glatttal und Oberland erfolgen, wo eine anhaltend rege Bautätigkeit festzustellen sei. Das entsprechende Abbaugebiet sei im Richtplan eingetragen und somit auf sehr lange Sicht, zumindest planerisch, zu sichern.

Lehrüti soll grösser werden

Auch in Gossau wird der Entscheid der Kevu auf wenig Begeisterung stossen. Zwar ist bereits seit 2019 eigentlich klar, dass der Kanton die Deponie in der Lehrüti für Inertstoffe von 5 auf 12 Hektaren vergrössern will, was etwa 17 Fussballfeldern entsprechen dürfte. Zudem soll die Kapazität von 500'000 auf 1,3 Millionen Kubikmeter erhöht werden. Dagegen wehren sich die Gemeinden Grüningen und Gossau bisher allerdings erfolglos.

Die Kevu hat in ihrem Entscheid nun ihr Bestreben bekräftigt, die Deponie zu vergrössern. In der Medienmitteilung heisst es: «Für den Gesamtkanton macht es Sinn, regional zu entsorgen und auf planerisch bereits gesicherte Standorte zu setzen.»

Nach Abschluss werde die vergrösserte Deponie zudem besser ins Gelände eingepasst werden können. Die Kommission hat die betroffenen Gemeinden angehört und deren Ablehnung zur Kenntnis genommen.

Status quo beim Tägernauer Holz

Nichts Neues hat die Kommission zum Tägernauer Holz entschieden. Das Tägernauer Holz wird nicht Teil der aktuellen Richtplanrevision sein. 

Dafür werde nun erst die gesamtkantonale Abfallplanung abgewartet, ehe weitere Entscheide getroffen werden. Dennoch haben die Gemeinden Bedenken, dass bereits Tatsachen geschaffen werden. Die Teilrevision des Richtplans wird als nächstes im Kantonsrat behandelt. (mae)

Kommentar schreiben