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Illnau-Effretikon mit neuen Standarts

Wie beim Strassenbau die Umwelt geschont werden soll

Der Stadtrat hat neue Massnahmen für zukünftige Strassensanierungsprojekte im Zusammenhang mit der Klimaveränderung genehmigt. Diese Standards werden bei der Sanierung von Gemeindestrassen angewendet.

Erik
Hasselberg
Freitag, 27. Mai 2022, 10:45 Uhr Illnau-Effretikon mit neuen Standarts
Eine Walze, die für den Strassenbau benötigt wird.
Mit einer gezielten Strategie soll in der Zukunft der Klimawandel mehr in den Strassenbau mit einbezogen werden.
Foto: Pixabay

«Mit dem allgemeinen Klimawandel muss auch die Gestaltung des Strassenraumes angepasst werden», schreibt der Stadtrat von Illnau-Effretikon in einer Mitteilung.

So soll anfallendes Regenwasser als wertvolle Ressource so konsequent wie möglich an Ort gehalten werden, wo es verdunstet und versickert und in seinem natürlichen Kreislauf bleibt. Ein aktives Wassermanagement, Freiraumstrukturen samt Rückhalte und Sickerflächen sowie die notwendigen technischen Infrastrukturen im öffentlichen Raum seien dafür notwendig.

Deshalb hat der Stadtrat für künftige Sanierungen von Strassen neue Standards und Massnahmen beschlossen:
 

Stadtbäume und Baumgruben

Bäume, welche mit ihrer effektiven Kühl- und Filterfunktion auf natürliche Weise das lokale Stadtklima verbessern. benötigen lockere, gut durchlüftete Erde. Dies steht im Widerspruch zum Strassenbau, der auf Bodenverdichtung angewiesen ist.

Wenn Bäume versuchen, in verdichtetem Boden zu wachsen, erreichen sie selten ihr volles Potenzial, können vorzeitig absterben oder den Strassenbelag beschädigen. Die Grundlage für ein gesundes Wachstum der Stadtbäume sind deshalb genügend grosse Baumgruben. Solche Baumgruben werden mit einem sickerfähigen Beton erstellt und mit einem speziellen Baumsubstrat gefüllt.

In diesen Baumgruben kann, nebst der Wasseraufnahme durch das Baumwurzelwerk, ein grosser Teil des Regenabwassers versickern und das Grundwasser anreichern. Eine ausreichende Rückhaltekapazität wirkt auch einer Überlastung des Kanalisationssystems bei starkem Niederschlag entgegen.
 

Versickerung von Regenwasser 

Gehwegbereiche wurden bis anhin vollflächig versiegelt. Das Oberflächenwasser wurde direkt in die Strassensammler geleitet und der Kanalisation zugeführt.

Zukünftig sollen Gehwege mit einem für Wasser durchlässigen System befestigt werden. Hierfür kommen sickerfähige Betonsteine zur Anwendung.

Sie ermöglichen ein langsames Ableiten des Regenwassers in den Boden und das Wasser wird somit bereits vor Ort wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. So trägt das an sich saubere Regenwasser zur wertvollen Grundwasserneubildung bei und Kanalisation und Kläranlage werden entlastet.
 

Entwässerungsschale

Anstelle eines bisher üblichen Randsteines mit 10 cm Anschlag wird zukünftig, bei Strassen in Tempo-30-Zonen, eine Entwässerungsschale eingebaut. Diese dient dazu, den Strassenraum fussgängerfreundlicher zu gestalten.

Die Schale hat aber auch den Vorteil, dass die Baumgruben asymmetrisch teilweise im Gehwegbereich erstellt werden können. Eine gleichmässigere Einleitung des Regenabwassers in die Baumgruben kann so gewährleistet werden.

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