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Zürcher Regierungsratswahlen 2023

GLP kommt mit Chantal Galladé oder Ustermer Benno Scherrer

Die Grünliberalen wollen einen Sitz in der Kantonsregierung. Sie schielen offenbar auf den Sitz von Silvia Steiner, denn im Rennen sind zwei Personen aus dem Bildungskuchen.

Redaktion
Tamedia
Mittwoch, 06. April 2022, 11:28 Uhr Zürcher Regierungsratswahlen 2023
Benno Scherrer und Chantal Galladé
Benno Scherrer und Chantal Galladé interessieren sich für den Posten als Regierungsratsmitglied.
Foto: PD

Die GLP ist die Partei der Stunde. Sie ging als einzige Partei in allen kantonalen Wahlen seit den letzten Nationalratswahlen als Siegerin hervor. Auch in den Zürcher Kommunalwahlen konnten die Grünliberalen praktisch überall punkten.

Am Mittwoch hat die GLP nun bekannt gegeben, mit wem sie bei den Regierungsratswahlen im nächsten Februar antreten will. Den Delegierten zur Auswahl stehen Chantal Galladé und Benno Scherrer.

Galladé hatte unter Getöse von der SP zur GLP gewechselt. Die frühere Nationalrätin amtet derzeit als Schulpräsidentin in Winterthur. Die 49-Jährige hatte sich als Sicherheits- und Bildungspolitikerin einen Namen gemacht.

Scherrer kommt ebenfalls aus Bildungssektor. Der 56-Jährige ist Berufsschullehrer und Präsident der Sekundarschule Uster. Scherrer ist Kantonsrat und präsidiert das Parlament derzeit, ist also der protokollarisch höchste Zürcher.

Einer von ihnen soll für die GLP einen Sitz im Regierungsrat erobern: Chantal Galladé und der amtierende Kantonsratspräsident Benno Scherrer.
Einer von ihnen soll für die GLP einen Sitz im Regierungsrat erobern: Chantal Galladé und der amtierende Kantonsratspräsident Benno Scherrer.
Foto: PD

Dass beide Kandidierenden einen bildungspolitischen Hintergrund haben, könnte darauf hindeuten, dass es die Grünliberalen auf die Bildungsdirektion abgesehen haben. Deren Chefin, Silvia Steiner (Die Mitte), hat kürzlich mitgeteilt, nochmals zu kandidieren. Sie gilt aber als schwächstes Glied im Regierungsrat – einerseits weil sie die kleinste Partei im Rücken hat, anderseits, weil sie als Bildungsdirektorin in der Corona-Pandemie viele verärgert hat.

Kürzlich hat auch Priska Seiler Graf, die neue SP-Kandidatin, angedeutet, dass sie sich als ausgebildete Sekundarlehrerin vorstellen könnte, die Bildungsdirektion zu übernehmen.

Die Herausforderung: Es wird schwierig, gewählt zu werden, weil sechs von sieben amtierenden Regierungsratsmitglieder weitermachen wollen. Der siebte, Mario Fehr (parteilos), hält sich noch bedeckt.

Galladé und Scherrer wurden von der Findungskommission vorgeschlagen. Der Parteivorstand entscheidet am 10. Mai, wen er empfiehlt, die Delegiertenversammlung hat am 28. Juni das letzte Wort. (Pascal Unternährer)

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