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Am Trakt 2 des Schulhauses Breiti soll nach dem Entscheid der Greifenseer angebaut werden. Foto: PD

Greifenseer vergolden ihren Kindergarten

Die Greifenseer Stimmberechtigten zeigten sich an der Gemeindeversammlung Greifensee spendabel. Sie bewilligten Bauarbeiten an Schule und Kindergarten, die selbst der Gemeinderat nicht zwingend haben wollte.

Am Trakt 2 des Schulhauses Breiti soll nach dem Entscheid der Greifenseer angebaut werden. Foto: PD

Veröffentlicht am: 10.03.2022 – 15.17 Uhr

Für den Greifenseer Liegenschaftenvorstand Bruno Schaerli (Aktion G) muss sich die Entwicklung zu den Erweiterungsplänen Schulhaus Breiti angefühlt haben, wie ein Fussmarsch mit Luftstromwechsel: Von Gegenwind zu Rückenwind.

Das Angenehmere durchlebte Schaerli am Mittwochabend an der Gemeindeversammlung in Greifensee. Denn die 50 Stimmberechtigten genehmigten nicht nur grossmehrheitlich den Baukredit in der Höhe von 1,75 Millionen Franken, sondern auch Investitionen für den Ausbau des Innenhofs, den der Gemeinderat nur als «optional» bezeichnete. Damit erhöhen sich die Kosten des Kredits zur Erweiterung und Sanierung des Trakts 2 der Primarschule um 160'000 Franken auf insgesamt rund 1,9 Millionen Franken.

Die Kritik von dazumal

So positiv standen die Stimmbürger dem Projekt aber nicht immer gegenüber. Deshalb erinnerte Liegenschaftsvorstand Schaerli auch an den Gegenwind, der dem Gemeinderat vor über drei Jahren entgegenbliess.

Damals wurde vereinzelt Kritik aus Parteien und Bevölkerung laut, dass die Information zum Projekt ungenügend sei und auch die Rechnungsprüfungskommission (RPK) stellte sich gegen den Gemeinderat. Das Ganze gipfelte darin, dass sich die Gemeindeversammlung im Dezember 2018 gegen den Planungskreditaussprach. Viele Stimmbürger liessen sich damals wohl durch die prognostizierten Gesamtkosten für die Baupläne von 25 bis 30 Millionen Franken abschrecken.

Bürger ins Boot geholt

Nach dieser Abfuhr habe sich der Gemeinderat «hintersonnen, was er besser mache könne», sagte Schaerli. Seine Erkenntnis: «Wir müssen die Leute mehr ins Boot holen und ihre Bedürfnisse aufnehmen.» So seien die Mitwirkungsveranstaltungen entstanden, bei denen sich die Teilnehmer eine etappierte Vorgehensweise für das Bauvorhaben gewünscht hätten.

Heute ist das Projekt denn auch in sechs Etappen unterteilt. Bereits abgesegnet haben die Greifenseer einen Projektierungskredit in der Höhe von 650'000 Franken zur Horterweiterung und die Sanierung von Trakt 3 bis 5 der Primarschule.  

Bevölkerung will keine Kindergartenverlegung

Die Partizipation der Bevölkerung hat sich auch auf den aktuellen Stand des Projekts ausgewirkt. Laut Schärli sei der ursprüngliche Plan des Gemeinderats gewesen, den Kindergarten Müllerwies in die Schulanlage Breiti zu integrieren. «Zu unserer Überraschung ist das in der Mitwirkungsveranstaltung gar nicht gut angekommen. Mit dem klaren Feedback war uns klar, dass wir keine Zwängerei betreiben wollen und beliessen den Kindergarten am alten Standort.»

Somit hatten die Stimmberechtigten über den Anbau an den Trakt 2 des Schulhauses an der Nordseite zu entscheiden, wo einst elf Gruppenräume für die Schüler eingerichtet werden sollen. Die Greifenseer entschieden sich einstimmig dafür.

Die Wand rechts soll herausgebrochen werden. src="https://d2e1s0mc2ui2l2.cloudfront.net/zom/archiv/media/2022/03/10/bild_eins.jpg?itok=awv5qiuu" width="994" height="559" alt="die greifenseer haben sich für die gestaltung des innenhofs ausgesprochen. mit dieser soll der gang im untergeschoss heller werden (visualisierungen: pd)" class="image-style-np8-full" /> Die Greifenseer haben sich für die Gestaltung des Innenhofs ausgesprochen. Mit dieser soll der Gang im Untergeschoss heller werden (Visualisierungen: PD)

src="https://d2e1s0mc2ui2l2.cloudfront.netarchiv/media/2022/03/10/bild_zwei_0.jpg?itok=nyyrrmna" width="994" height="559" alt="die wand rechts soll herausgebrochen werden." class="image-style-np8-full" /> Die Wand rechts soll herausgebrochen werden.

Die Greifenseer haben sich für die Gestaltung des Innenhofs ausgesprochen. Mit dieser soll der Gang im Untergeschoss heller werden (Visualisierungen: PD)

Dazu kam der optionale Vorschlag des Gemeinderats, den Innenhof mit Fenstern zu versehen und ihn für die Schüler zugänglich zu machen. «Dabei handelt es sich um eine Komforterhöhung, sprich: Die Schule funktioniert auch ohne diese bauliche Massnahme», sagte Schärli. Die Stimmberechtigten hiessen auch diesen Antrag grossmehrheitlich gut.

Gemeinderat sieht Sparpotenzial

Gar noch weiter ging die Mehrheit der 50 Greifenseer an diesem Abend beim zweiten Geschäft zum Kindergarten Müllerwis. Dieser soll ebenfalls erweitert und saniert werden. Mit Baujahr 1967 ist es der älteste der drei Greifenseer Kindergarten, sagte Schärli. Ausser der Aussendämmung und den Fenstern entspreche noch alles dem Originalzustand.

Apparaturen, Gebäudetechnik und Fenster müssten nun ersetzt werden. Dagegen sei die Bausubstanz wie Wände oder Decken noch in Ordnung. Ausserdem sollen neue Gruppenräume an das bestehende Gebäude gebaut werden.

Auf drei Änderungen habe der Gemeinderat nach einigem hin und her aber verzichtet. Zum einem auf die Entfernung von vier Stützen, die im Kindergarten Platz versperren. Die Kosten hierfür bezifferte der Gemeinderat auf 29'000 Franken. Weiter wäre der Austausch des aktuellen Heizsystems durch eine Fussbodenheizung komfortabler, aber auch aufwändig und mit 145'000 Franken teuer. Auch auf Einbauschränke will der Gemeinderat verzichten.

Aufs Sparen wird verzichtet

Die Stimmberechtigen waren beim Thema Stützen und Fussbodenheizung aber anderer Meinung. So sagte SP-Präsidentin Franziska Ziltener «Kindergartenkinder spielen oft auf dem Boden. Für sie ist eine Fussbodenheizung angenehmer.» Wenn sowieso eine Sanierung anstehe, solle der Einbau einer solchen Heizung auch gleich vorgenommen werden, sagte sie, und stellte den entsprechenden Antrag.

Und zum Fall der Stützen wollte ein Votant wissen: «Werden die Stützen entfernt oder einfach durch neue ersetzt?» Die Frage beantwortete Peter Sturzenegger, der zuständige Architekt des Projekts, dem von der Versammlung das Rederecht erteilt wurde. Die Stützen seien einst als Verstärkungsmassnahme eingebaut worden. «Wir könnten sie einfach wegnehmen und in die Fassade integrieren, was schöner und funktionaler wäre.» Der Votant stellte daraufhin den Antrag, diese bauliche Massnahme zu ergreifen.

Diesem stimmten 21 Greifenseerinnen und Greifenseer zu, elf votierten dagegen. Auch für den Einbau der Fussbodenheizung sprach sich eine Mehrheit aus. Somit erhöht sich der Baukredit für den Kindergarten um 174'000 Franken auf rund 1,5 Millionen Franken.

Im Herbst sollen die Bauarbeiten am Primarschulhaus beginnen. Die Arbeiten am Kindergarten sind auf Ende 2022 geplant.


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