×
Knapp zwei Milliarden eingeplant

Bundesrat will die Oberlandautobahn realisieren

Ein wichtiger Meilenstein ist geschafft: Die Lücke in der Oberlandautobahn soll nach Auffassung des Bundes bis 2040 geschlossen werden.

Christian
Brändli
Mittwoch, 26. Januar 2022, 16:32 Uhr Knapp zwei Milliarden eingeplant
Die Oberlandautobahn kommt, nur ist weiterhin unklar, wo sie auf den Betzholzkreisel trifft.
Foto: Fabio Meier

Nun ist es amtlich: Der Bundesrat will das noch fehlende gut acht Kilometer lange Stück in der Oberlandautobahn schliessen. Er hat das Projekt in das Strategische Entwicklungsprogramm (Step) Nationalstrassen aufgenommen und es dem Realisierungshorizont 2040 zugeordnet. Am Mittwoch hat er die nächsten Vorhaben präsentiert, mit denen das Nationalstrassennetz weiterentwickelt werden soll.

Nur drei Projekte aufgenommen

So selbstverständlich ist diese Aufnahme laut Jürg Röthlisberger, dem Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra), nicht gewesen. Tatsächlich sollen von 16 Ausbauvorhaben, die die Kantone dem Bund unterbreitet haben, nur deren drei ins Step aufgenommen werden – neben der Oberlandautobahn noch die Umfahrung Netstal und eine neue Verbindung zwischen Bellinzona und Locarno.

Der Plan zeigt die beiden zur Diskussion Kanton stehenden Varianten für die Lückenschliessung. (Amt für Verkehr)

Die Verbindung durchs Oberland ist zusammen mit weiteren 400 Kilometer Strassen mit dem neuen Netzbeschluss auf Anfang 2020 von den Kantonen an den Bund übergeben worden. Mit diesen zusätzlichen Strecken misst das Nationalstrassennetz heute rund 2255 Kilometer.  

«Grosser Problemdruck»

Diese drei Vorhaben hätten laut dem Astra überzeugen können dank aktueller Unterlagen, dem weit fortgeschrittenen Projektstand und gut dokumentierten Planungsprozessen – und ganz wichtig: «Sie liegen auf Abschnitten mit grossem Problemdruck.»

Die Wichtigkeit der Lückenschliessung hebt das Astra besonders hervor: «Das Vorhaben behebt die unzumutbare Situation auf den Ortsdurchfahrten durch Wetzikon, Aathal und Hinwil, durch die der gesamte Verkehr der vor- und nachgelagerten Autobahn durchgeleitet wird. Aus nationaler Sicht behebt das Vorhaben eine noch bestehende Inhomogenität im Nationalstrassennetz mit verkehrlichen Engpässen sowie Verträglichkeitsproblemen hoher Stärke.»  

Noch kein Variantenentscheid

Angesichts dieses Leidensdrucks will sich der Bund die Lückenschliessung denn auch einiges kosten lassen. 1,944 Milliarden Franken sieht das Astra im Step nun dafür vor. Dieser Betrag liegt zwischen den Summen, die Röthlisberger Mitte 2020 für die beiden Varianten Richtplan mit einem Anschluss an die Forchstrasse bei Ottikon und einem tiefgelegenen Tunnel durch Fels ab Wetzikon West bis zum Betzholzkreisel genannt hat.

Die Richtplanvariante sieht bei der Gossauer Wacht Grüt ein offenes Teilstück vor. (Foto: Christian Brändli)

Auch wenn der Betrag näher bei der Streckenführung «Tunnel tief» liegt, sei der Variantenentscheid noch nicht gefallen. «Bis dahin dürfte es nochmals vier Jahren gehen», meint der Astra-Direktor auf Anfrage.

Nun beginne erst die Projektierung, betont Röthlisberger. In den weiteren Planungsschritten wird die Verträglichkeit des Vorhabens mit der Umwelt sichergestellt. Im Vordergrund stehen dabei die Grundwasserschutzzonen.

Die am Mittwoch präsentierte Step-Vorlage, die vor allem die bis 2030 zu realisierenden Ausbauschritte in den städtischen Agglomerationen umfasst, geht nun bis Ende April in die Vernehmlassung.

Kommentar schreiben