×
Auffrischimpfung erhältlich

Ab sofort können sich alle ab 16 Jahren boostern lassen

Auch mit dem Aufkommen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hat weiterhin die Bekämpfung der Delta-Variante mit Impfungen erste Priorität. Ab Montag sind Corona-Auffrischimpfungen in allen Kantonen für Personen ab 16 Jahren erhältlich.

Agentur
sda
Montag, 29. November 2021, 15:56 Uhr Auffrischimpfung erhältlich

«Wichtig ist zurzeit, dass wir die fünfte Welle der Ansteckungen brechen, die durch die Delta-Variante verursacht wird», sagte Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit am Montag vor den Medien in Bern. Die Auffrischimpfung wirke gegen diese Variante.

Kritische Lage

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Ansteckungen, Spitaleintritte und Aufnahmen in Intensivstationen von Spitälern stark zugenommen.

Bei über einer Millionen Personen ist in der Schweiz inzwischen eine Covid-Infektion nachgewiesen worden, wie Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, erklärte.

Die neuesten Trendberechnungen wiesen darauf hin, dass sich die epidemiologische Lage weiter verschlechtere. Die Lage bei der Delta-Variante sei kritisch.

Am Montag wurden dem BAG in der Schweiz und in Liechtenstein innerhalb von 72 Stunden 19'402 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig wurden 35 neue Todesfälle und 155 neue Spitaleintritte registriert.

Vor einer Woche hatte das BAG über das Wochenende noch Meldungen über 14'590 bestätigte Ansteckungen, 18 neue Todesfälle und 156 Spitaleintritte erhalten.

Erster Omikron-Fall noch nicht bestätigt

Durch das Auftreten der neuen Omikron-Variante des Coronavirus habe sich in den vergangenen Tagen die Lage weiter zugespitzt, sagte Lévy. In der Schweiz gebe es wahrscheinlich einen ersten Omikron-Fall. Zurzeit laufe die Sequenzierung, am Dienstag würden die Resultate vorliegen.

Bei der Einreise aus Ländern, in denen Omikron bereits aufgetreten ist und die auf der BAG-Liste stehen, müssen alle Personen, auch Kinder ab sechs Jahren, einen PCR-Test vorweisen. Dieser sei gratis, sagte Lévy. Die Verbreitung der Omikron-Variante könne so verlangsamt werden.

BAG und wissenschaftliche Taskforce sind sich einig, dass es derzeit Sinn macht, mit Massnahmen die Reisetätigkeit einzuschränken und die Quarantäne auch für genesene und geimpfte Reiserückkehrer aus betroffenen Ländern zu verstärken. Die Schweiz könne Omikron nicht ewig raushalten, aber je später sich diese neue Variante hierzulande verbreite, um so besser, sagte Lévy.

Mathys betonte, die neue Coronavirus-Variante Omikron habe ein bedeutendes Potenzial, den weiteren Verlauf der Pandemie zu prägen. Sie trübe die Aussichten für die kommenden Wochen und Monate weiter.

Verlässliche Aussagen über die Auswirkungen von Omikron dürften allerdings erst in einigen Wochen möglich sein. Es werde vermutet, dass diese neue Virusvariante die Immunantwort besser als bisherige Varianten umgehen könne.

WHO warnt

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von Omikron ein weltweit insgesamt «sehr hohes» Risiko aus. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren globalen Ausbreitung sei gross, warnte die WHO am Montag.

Omikron könnte sich auch in der Schweiz schneller ausbreiten als die Delta-Variante, erklärte auch Taskforce-Chefin Tanja Stadler. Doch auch wenn nun Omikron die Schlagzeilen dominiere, bleibe Delta das aktuelle Problem in der Schweiz.

Es sei wichtig, möglichst viele Kontakte zu vermeiden und sich ein drittes Mal impfen zu lassen. Der Booster werde auch dann hilfreich sein, wenn sich zeigen sollte, dass Omikron den Immunschutz bei Geimpften und Genesenen wenigstens teilweise umgehe.

Weitere kantonale Massnahmen zu erwarten

Der oberste Schweizer Kantonsarzt rechnet mit zusätzlichen Massnahmen gegen das Coronavirus in den kommenden Tagen durch die Kantone. Möglich seien etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht, verstärkte Massnahmen an Schulen, repetitive Tests in Gesundheitsinstitutionen und an Veranstaltungen, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS).

Die Lage in den Spitälern sei «nicht dramatisch», aber belastend, so Hauri. Es seien teils Verlegungen von Patientinnen und Patienten nötig.

In der Schweiz werden im Sport Geisterspiele erneut zum Thema. Der Bundesrat werde diese Frage sicher bald beraten, sagte Lévy. Viele Kantone hätten ja bereits vorgeschlagen, dass gerade in Stadien wieder Masken getragen werden müssten.

Hauri erklärte, dass Ansteckungen offenbar eher bei kleineren Veranstaltungen und im Amateurbereich stattfänden. Dies zeigten die Erfahrungen aus dem Contact Tracing. Gleichzeitig seien nur sehr wenige Fälle von Ansteckungen bei grösseren Sportveranstaltungen bekannt.

Kommentar schreiben