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Wenn Lage nicht besser wird

Bund droht «einschneidende Massnahmen» an

Der Bund ist besorgt über die aktuelle Corona-Situation. «Die Lage ist sehr ungünstig und kritisch», sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit am Dienstag vor den Medien in Bern. Der Negativtrend werde sich in den kommenden Tagen und Wochen fortsetzen.

Agentur
sda
Dienstag, 23. November 2021, 14:00 Uhr Wenn Lage nicht besser wird

«Wir sehen eine Tendenz zu einer weiteren Verschlechterung», sagte Mathys. Alle wesentlichen Parameter – Fallzahlen, Hospitalisationen, R-Wert, Positivitätsrate – zeigten in die falsche Richtung.

Sorge bereitet dem Bund insbesondere die klare Zunahme bei den Spitaleinweisungen. Die Gesamtauslastung der Intensivbetten liege zwar noch bei 70 Prozent. Der Anteil von Covid-Patienten nehme aber stetig zu. In der kommenden Woche könnten bereits wieder über 200 Schwererkrankte auf Intensivstationen liegen, wie Mathys festhielt.

Bis jetzt sind über 200'000 über 65-jährige Personen in der Schweiz gegen das Coronavirus geboostert. Rund 1,2 Millionen Menschen können sich in den kommenden Wochen noch für die Auffrischungsimpfung entscheiden, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Booster für alle kommt

Bis Ende November werde das BAG seine Empfehlungen auch für die Booster-Impfung aller über 16-Jährigen anpassen. Er gehe davon aus, dass der Booster «bereits in diesem Jahr in einer Grosszahl der Kantone zur Verfügung stehen wird».

Mathys erliess zum wiederholten Mal den Aufruf, die Hygienemassnahmen einzuhalten und sich doch noch fürs Impfen zu entscheiden. Sonst seien strengere und einschneidendere Massnahmen in einigen Wochen nicht zu verhindern.

«Der Anstieg muss sofort gebremst werden»

Der Anstieg der Fallzahlen muss nach den Worten von Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler aus epidemiologischer Sicht sofort gebremst werden, «wenn wir die Spitäler schützen wollen». Dafür gebe es verschiedene Wege: Entweder mit mehr Eigenverantwortung oder mit strengeren Massnahmen, sagte sie am Dienstag in Bern.

Das sei letztlich eine politische Entscheidung. Zentral sei nun einfach die Reduzierung von Kontakten. «Aus epidemiologischer Sicht ist sofort eine Bremswirkung erforderlich», sagte Stadler weiter. Der Bundesrat wird sich am Mittwoch mit möglichen Massnahmen und Beschlüssen befassen.

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