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Dank Grundstückgewinnsteuern

Budget von Illnau-Effretikon im Plus

Eine solide Sache ist das Budget der Stadt Illnau-Effretikon. Obwohl 4,5 Millionen Franken aus dem kantonalen Ressourcenausgleich wegfallen bleibt ein kleines Plus. Allerdings nur dank so hohen Grundstückgewinnsteuern wie schon lange nicht mehr. Diese seien laut Finanzvorstand und Stadtrat Philipp Wespi (FDP) aber «süsses Gift».

Michael
Kaspar
Montag, 11. Oktober 2021, 14:37 Uhr Dank Grundstückgewinnsteuern

Zehn Millionen Franken sind ein schöner Betrag. Mit so hohen Grundstückgewinnsteuern rechnet Illnau-Effretikon für das nächste Jahr. Das sind immerhin zwei Millionen mehr als für das laufende Jahr eingeplant sind. 


Verantwortlich für diesen Geldsegen sind die rege Bautätigkeit und die hohen Grundstückspreise. Aber, so erläuterte Stadtrat Wespi an der gestrigen Medienkonferenz, die Sache hat auch ihre Schattenseite. «Erstens sind diese Einnahmen einmalig und zweitens ziehen sie auch höhere Investitionen in die Infrastruktur nach sich.»

Der Aufwand für das kommende Jahr wird mit 118,8 Millionen Franken veranschlagt. Bei knapp 119 Millionen Ertrag verbleibt ein Überschuss von 188‘000 Franken. Darin ist eine Einlage von 1,5 Mio. Fr. in die Reserve enthalten.

Eigentlich wollte man diesen Betrag als Vorfinanzierung für den Neubau der Mehrzweckanlage verwenden, was das Parlament aber letzte Woche abgelehnt hat. Auf das Projekt habe das aber keinen Einfluss, erklärte Wespi.

Ziemlich üppig fallen die Mindereinnahmen beim Ressourcenausgleich aus, der um 4,5 Millionen Franken schrumpft. Das seien immer noch die Nachwehen der Coronakrise, respektive deren negative Auswirkungen auf die Steuerkraft der Gemeinden des Kantons.

Das Kantonsmittel 2020 dient als Berechnungsgrundlage für den Finanzausgleich 2022. Die Steuerkraft von Illnau-Effretikon stieg im Jahr 2020 im Vergleich zum Kantonsmittel, was zu einer geringeren Ausgleichsdifferenz führt.


Philipp Wespi hofft natürlich, dass sich das wieder ändert, sobald die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat. Das Plus an den Grundstückgewinnsteuern und an ordentlichen Steuern (2,4 Mio. Fr.) vermag dies aber zu kompensieren.

«Wir haben eine sehr stabile Finanzsituation,
aber wir dürfen nicht übermütig werden.»

Stadtrat Philipp Wespi (FDP)

Für das kommende Jahr sind 24,5 Millionen an Investitionen geplant. Das sind 1,2 Millionen mehr als für dieses Jahr. Die Sanierung der Schulanlage Watt macht mit 7,3 Millionen Franken die grösste Investition im Budgetjahr aus. 

Die zweitgrösste ist der Neubau des Kindergartens Rosswinkel (2 Millionen). Die Investitionen im steuerfinanzierten Haushalt können lediglich zu einem Drittel selber finanziert werden, wie der Stadtrat mitteilt. Der Rest kann voraussichtlich durch Liquiditätsreserven aus den Vorjahren sowie dem aktuellen Rechnungsjahr gedeckt werden.

Die Aussichten sind allerdings nicht so rosig. Für die Jahre 2023 und 2024 muss mit einem Defizit von zwischen einer und zwei Millionen gerechnet werden. Um diese Defizite zu decken bestehen allerdings genügend hohe finanzpolitische Reserven.

Deshalb, und weil der Stadtrat davon ausgeht, dass ab 2025 wieder Ertragsüberschüsse erzielt, soll am aktuellen Steuerfuss von 110 Prozent festgehalten werden. Stadtrat Philipp Wespi hofft, dass das Parlament dies ebenso sieht. «Wir haben eine sehr stabile Finanzsituation, aber wir dürfen nicht übermütig werden.»

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