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Freisinnige peilen drei Exekutivsitze an

FDP will das Wetziker Stadtpräsidium erobern

Die Wahlen für den Wetziker Stadtrat versprechen Spannung. Sandra Elliscasis soll für die Freisinnigen das Stadtpräsidium erobern.

Christian
Brändli
Donnerstag, 15. Juli 2021, 17:00 Uhr Freisinnige peilen drei Exekutivsitze an

Bevor 2014 die ersten richtigen Stadtratswahlen in Wetzikon stattfanden, war das Präsidium der Exekutive – abgesehenen von einer achtjährigen Landesring-Phase lange Jahre in freisinniger Hand. Da Stadtpräsident Ruedi Rüfenacht (EVP) nach acht Jahren im Amt im 2022 nicht mehr antreten wird, will die FDP diese Position nun zurückerobern. Ins Rennen schickt sie die jetzige Fraktionspräsidentin Sandra Elliscasis.

Auch SVP und SP in Startlöchern

Die selbstständige Immobilienkauffrau und Präsidentin des Wirtschaftsforums Wetzikon wird im Kampf ums Präsidium allerdings Konkurrenz erhalten. So hat die SVP vor kurzem bereits angekündigt, dass sie den bisherigen Stadtrat Henry Vettiger in diesem Amt sehen möchte. Für Vettiger ist dies der dritte Anlauf, war er doch zuvor schon zwei Mal gegen den amtierenden Stadtpräsidenten Ruedi Rüfenacht unterlegen.

Offiziell wird er zwar erst im September nominiert, doch mit Stadtrat Pascal Bassu (SP) hat bereits ein Dritter seine Ambitionen aufs Präsidium angemeldet. Auch für ihn ist die Kandidatur für dieses hohe Amt nichts Neues, scheiterte 2018 aber ebenfalls. Sollte Elliscasis im nächsten Frühjahr gewählt werden, wäre sie die erste Frau, die an der Spitze der Wetziker Exekutive stünde.

Kampfwahl ums Schulpräsidium

Doch nicht nur fürs Präsidium, auch um die anderen sechs Sitze im Stadtrat wird es ein Gerangel geben. Wie die FDP mitteilt, sei an der jüngsten ausserordentlichen Parteiversammlung auch der bisherige Schulpräsident Jürg Schuler erneut für diese Aufgabe portiert worden. An der Urne wird der Schulpräsident separat gewählt, nimmt dann aber automatisch im Stadtrat als Bildungsvorstand Einsitz.

Schuler, früher schon als Primarschulpfleger und Präsident der Sekundarschulpflege Wetzikon-Seegräben tätig, hatte die Fusion der Schulen in Wetzikon laut FDP «wesentlich mitgeprägt». Die SVP will Schuler dieses Amt streitig machen. Sie greift den Bisherigen mit Gemeinderat Timotheus Bruderer an.

FDP in der Offensive

Nach achtjähriger Amtszeit als Stadträtin zurücktreten wird die FDP-Politikerin Susanne Sieber, wie die Partei mitteilt. Sie wolle sich auf ihre unternehmerische Tätigkeit in der Privatwirtschaft fokussieren.

Doch die Freisinnigen gehen im kommenden Frühling zusätzlich in die Offensive und streben mit Gemeinderat Stefan Lenz einen dritten Sitz in der Exekutive an. Der selbstständige Unternehmensberater und Verwaltungsrat der Zürcher Oberland Medien AG war bis vor kurzem Präsident der Wetziker Ortspartei. Er gehört auch zu den Mitinitiatoren der Einführung eines Parlaments. Die Freisinnigen stellten letztmals in der Amtsdauer 2010 bis 2014 drei Exekutivvertreter.

Andere wollen auch ausbauen

Total drei Stadtratssitze peilt auch die SVP an. Gemeinderat Rolf Zimmermann soll die Nachfolge des zurücktretenden Stadtrates Marco Martino antreten. Wie Pascal Bassu auf Anfrage erklärte, gehe auch die SP zum Angriff über und strebe zwei Sitze an. «Das wäre für Wetzikon auch angemessen», findet er. Wer das sein wird, wollte er noch nicht verraten.

Aktuell setzt sich der Wetziker Stadtrat aus je zwei Mitgliedern der FDP und der SVP sowie je einem EVP-, CVP/Mitte- und SP-Vertreter zusammen. Welche Ziele sich die anderen Parteien für die Stadtratswahlen im nächsten Frühjahr gesetzt haben, haben sie noch nicht kommuniziert.

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