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Informationsanlass in Volketswil

Wie sich die Regierungsrätin an Jean-Philipp Pinto erinnert

Regierungsrätin Silvia Steiner war Gastreferentin bei einem Informationsanlass der «Mitte Volketswil». Sie stellte der öffentlichen Schule ein gutes Zeugnis aus bei der Bewältigung der Herausforderungen rund um die Corona-Pandemie.

Marcel
Vollenweider
Montag, 28. Juni 2021, 16:11 Uhr Informationsanlass in Volketswil

Die CVP Volketswil hat vor wenigen Wochen die Namensänderung zur Die Mitte Volketswil vollzogen. Aus diesem Anlass lud die Partei, die unter ihrem alten Namen 50 Jahre Bestehen hätte feiern können, zu einem informativen Austausch.

Patrick Frei, Vizepräsident der «Mitte Volketswil», konnte am Freitagabend in der Quartieranlage in Kindhausen, von Gemeindepräsident Jean-Philipp Pinto optimistisch als «Mittelpunkt des Kantons» bezeichnet, einen prominenten Gast aus eigenen Parteireihen begrüssen. Mit Regierungsrätin Silvia Steiner war jene Schweizer Bildungsdirektorin zugegen, die während Pandemiezeiten enorm gefordert war. Unter anderem auch im Austausch mit Exponenten des Bundesrates.

 

«Volketswil will sich positiv positionieren!»

Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto (Die Mitte) nutzte die Gelegenheit, die Perspektiven von Volketswil aufzuzeigen. «Unser Dorf wird in der Öffentlichkeit viel zu negativ wahrgenommen», meinte er. Zumeist sei Volketswil nur dann in den Schlagzeilen, wenn es über negative Vorkommnisse zu berichten gäbe. «Dies gilt es künftig zu ändern! Wir wollen vermehrt unsere positiven Entwicklungen herausstreichen.»

Pinto macht sich, wie seine Gemeinderatskollegen, Sorgen um Volketswils Finanzkraft. «Dieser Entwicklung müssen wir mit gezielten Massnahmen entgegenwirken», betonte er. Er sprach zudem von optimierter Anbindung an den Öffentlichen Verkehr, von gezielter Wirtschaftsförderung, auch im regionalen Kontext, und umsichtig gestalteter Kommunikation.

Volketswil sei ein attraktiver Wohnort und zeichne sich durch seine urbanen Qualitäten aus. Es gelte jedoch bezüglich Ortsplanung und Siedlungsstruktur Schritte nach vorne zu machen. «Wir müssen alles daran setzen, dass man künftig auch Volketswil als Dorf mit vielerlei Qualitäten auf dem Radar hat», sagte Pinto. Auch der Innovationspark könne der Gemeinde wichtige Impulse verleihen. «Wir müssen einfach dranbleiben.»

 

Silvia Steiner erinnerte die Anwesenden daran, dass sie mit dem Volketswiler Gemeindepräsidenten eine gemeinsame politische Vergangenheit habe. Sie habe mit ihm Seite an Seite im Kantonsrat politisiert. Bisweilen sei es sehr unruhig zu- und hergegangen, denn sie habe sich oft von ihrem Platz erheben müssen, um Jean-Philipp Pinto den Durchgang freizumachen.

Kinder geniessen «Top-Ausbildung»

Die Referentin machte in ihrer Rede Werbung für die öffentliche Schule. Sie betonte, dass die Kinder hierzulande in den Genuss einer Top-Ausbildung kämen. «Die Bildungsinstitutionen in der Schweiz geniessen auch international viel Ansehen», sagte sie. Steiner wies darauf hin, dass es keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei, was die öffentlichen Schulen leisten würden.

Gerade die Einschränkungen rund um die Corona-Pandemie hätten gezeigt, dass die Schule in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt sei. «Klar, zu Beginn der Pandemie wurde auch dieses System durchgerüttelt. Die Schulen mussten quasi über Nacht von Präsenz- auf Fernunterricht umstellen. Dies war für alle eine riesige Herausforderung», unterstrich sie.

Die Bildungsdirektorin liess die Anwesenden daran teilnehmen, wie die Entscheide im März 2020 zustande gekommen seien. Steiner erinnerte sich daran, wie sie am 12. März 2020 von Bundesrat Alain Berset kontaktiert worden sei. Er habe die Schulen wegen der Pandemie schliessen wollen, dann aber den Vorschlag aufgenommen, auf Fernunterricht umzustellen. «Schulen und auch Krippen sind in der Schweiz quasi systemrelevant», meinte die Referentin. «Das war dann die Geburtsstunde des Fernunterrichts.»

«Fernunterricht hat auch Kehrseiten»

Steiner resümierte mit Blick auf die mit dem Fernunterricht gemachten Erfahrungen, dass im Bereich Schule die persönlichen Begegnungen «durch nichts zu ersetzen sind». Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler seien mit ihren Eltern enorm an ihre Grenzen gekommen, meinte sie. Auf den Präsenzunterricht zu setzen, sei aber ganz bestimmt eine richtige Entscheidung gewesen. Es sei vielen Eltern bewusst geworden, wie wichtig die Schulstruktur für die Kinder ist. «Auch deshalb müssen wir weiter in unser Bildungssystem investieren», unterstrich sie.

Die Referentin freute sich über den Umstand, dass die auch in den Schulen verhängte Maskenpflicht mittlerweile wieder aufgehoben werden konnte. Ein Votant wollte wissen, in welchen Bereichen die Schule habe profitieren können in diesen speziellen Zeiten. Steiner sieht einen Mehrwert vor allem bei der Nutzung der digitalen Tools. «Da wurde einfach der bereits eingeleitete Prozess beschleunigt.»

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