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Dübendorf

SD-Politiker Hegg gestorben

Er befürwortete die Apartheid und argumentierte mit Ökologie gegen die Einwanderung in der Schweiz: Nun ist der Dübendorfer Sportler, Psychiater und Politiker Jean-Jacques Hegg in hohem Alter verstorben.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 08. April 2021, 10:55 Uhr Dübendorf

Am 24. März ist im Alter von 90 Jahren nach langer Krankheit der Dübendorfer Sportler, Psychiater und Politiker Jean-Jacques Hegg gestorben. 1954 stellte er den Schweizer Rekord im 400-Meter-Lauf auf und holte ein Jahr darauf den Schweizer-Meister-Titel in dieser Disziplin.

Nach seinem Studium und einer ersten Tätigkeit als Facharzt für Psychiatrie arbeitete er ab 1965 als Adjunkt am Fliegerärztlichen Institut in Dübendorf, wo er bei der Auswahl künftiger Militär- und Swissairpiloten mitwirkte. Daneben betrieb er bis 2009 eine kleinere Praxis als Facharzt für Psychiatrie.  

Gründer der Dübendorfer Republikaner

Bekannt geworden ist Hegg in der Region als rechter Politiker. In den frühen 1970er Jahren war er Mitglied der «Republikanischen Bewegung» von James Schwarzenbach und Gründungspräsident der Ortsgruppe Dübendorf und Umgebung. Als Vertreter der Nationalen Aktion, die seit 1990 als Schweizer Demokraten firmiert, sass er von 1974 bis 1983, dann von 1986 bis 1992 und schliesslich noch von 2002 bis 2004 im Gemeinderat von Dübendorf, meist als einziger Vertreter seiner Partei.  

1983 schaffte er den Sprung in den Nationalrat, wo er allerdings nur zwei Jahre blieb. Als Vertreter der Splitterpartei hatte er schliesslich während einer Amtsperiode  von 1987 bis 1991 einen Sitz im Zürcher Kantonsrat inne. Ab 1980 war er zehn Jahre lang Chefredaktor von «Volk und Heimat», der Parteizeitung der Nationalen Aktion.

Mit Ökologie gegen Einwanderung

Als Journalist beklagte Hegg das Schwinden des «germanischen Blutanteils» in Europa. Er befürwortete die Apartheid in Südafrika und forderte für die Schweiz eine Beschränkung der Einwanderung von Nichtweissen. Hegg war ein Gegner eines EWR- und EU-Beitrittes der Schweiz.

Mit ökologischen Argumenten begründete er später seinen Kampf gegen Einwanderung und Überbevölkerung der Schweiz. Er schrieb unter dem Titel «Biopolitik» ein Buch über sein antiglobalistisches und ökologisches Denken. Von ihm stammen auch Artikel über Sportmedizin, Sportpsychologie, Ethnologie, Bevölkerungspolitik und andere Themen. Bis 2017 schrieb er immer wieder Leserbriefe im «Glattaler» und «Zürcher Oberländer».

Engagement als Sportmediziner

Neben seiner politischen Tätigkeit engagierte er sich auch in Fachorganisationen. So gründete er 1969 die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie und war 1976 bis 1982 Präsident der Gesellschaft für Sportmedizin. Als ehemaliger Spitzensportler war er Mitglied im Nationalen Komitee für Elitesport. Zudem war er unter anderem Mitglied der Vereinigungen «Schweizer Ärzte gegen Drogen» und «Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz». (cb)

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