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Berset für mehr Tests

1130 neue Corona-Fälle innert 24 Stunden

Der Bund will die Kriterien für Massentests lockern. Da die Zahl der Corona-Neuansteckungen in der Schweiz stagniert, ist die weitere Entwicklung unsicher. Am Dienstag wurden innert 24 Stunden 1130 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet.

Agentur
sda
Dienstag, 02. März 2021, 17:47 Uhr Berset für mehr Tests
Alain Berset hat sich heute auch über die Lage im Kanton Zürich informiert.
Foto: Keystone

Bundesrat Alain Berset kündigte bei einem Besuch am Flughafen Zürich am Dienstag an, dass der Bund die Kriterien für Massentests weiter lockern wolle. Zudem betonte er den Beitrag, den die Wissenschaft an die Pandemie-Bekämpfung leistet. Die wissenschaftliche Stimme werde immer in die Entscheidungsfindung des Bundesrats einfliessen.

«Wir wollen, dass noch mehr getestet wird», sagte Berset an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit der Zürcher Regierungspräsidentin Silvia Steiner (CVP) und Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Flughafen Zürich.

Berset liess sich am Flughafen Zürich über die Abfertigung von Passagieren während der Corona-Pandemie informieren und besichtigte das Contact-Tracing des Kantons Zürich. Der Gesundheitsminister äusserte zudem die Hoffnung, dass auch Selbsttests bald zugelassen werden könnten.

Lage ist fragil

Die Lage ist laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) äusserst fragil. Da die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz stagniert, ist die weitere Entwicklung unklar. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei, die Situation sei «äusserst fragil», sagte BAG-Direktorin Anne Lévy am Dienstag vor den Bundeshausmedien in Bern. Dies müsse bei künftigen Entscheiden über Öffnungsschritte berücksichtigt werden.

Unter anderem mit der Öffnung der Geschäfte seit Montag habe der Bundesrat «nach einem langen Jahr mit Covid» eine Perspektive für die kommenden Wochen und Monate gegeben, sagte Lévy. Aber der Blick ins Ausland zeige, dass sich die Lage auch wieder verschlechtern könne.

Die epidemiologische Lage habe sich in den letzten Wochen zwar verbessert, sei aktuell aber weiterhin unsicher, erklärte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im BAG. Momentan stagniere die Zahl der Coronavirus-Ansteckungen in allen Regionen der Schweiz.

Zwar seien die Anzahl Todesfälle und die Hospitalisierungen zurückgegangen, der R-Wert sei aber höher als 1, so Masserey. Da die Anzahl Todesfälle und Hospitalisierungen der Anzahl Ansteckungen einige Wochen hinterherhinkten, sei es möglich, dass die Tendenz wieder steigend sei, auch angesichts der Virus-Mutationen. Zudem wisse man nicht, wie sich die Lockerungen auf die Lage auswirkten.

Weiter voranschreite jedoch die Impfung der Risikopersonen. Bei den über 65-Jährigen gebe es keine Übersterblichkeit mehr. Positive Auswirkungen auf die Lage habe auch das warme Wetter.

Antikörper sechs Monate nach Ansteckung

Eine Untersuchung in der Schweiz zeigte unterdessen, dass 90 Prozent der Covid-19-Erkrankten sechs Monate nach der Ansteckung noch Antikörper im Blut haben. Das bedeutet, dass diese Personen sechs Monate weitgehend immun gegen das Virus sind. Die Studie stellte Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, vor.

Im vergangenen Sommer war die Studie noch davon ausgegangen, dass eine Person nach einer Infektion mit dem Coronavirus rund drei Monate immun ist.

Werden an Schulen Massentests durchgeführt, muss bei einer Coronavirus-Ansteckung nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne. Weiter in Isolation muss der Infizierte und dessen Familie. Diese Praxisänderung bestätigte Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. Das BAG hat keine Einwände gegen dieses Vorgehen.

1130 neue Corona-Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem BAG am Dienstag innert 24 Stunden 1130 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 16 neue Todesfälle und 57 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,9 Prozent. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 19. Februar bei 1,06. Bis am Sonntagabend wurden 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft.(sda)

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