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Nur Minderheit will sich schnell impfen lassen

Kantone wollen Impfkampagnen baldmöglichst beginnen

Nach der raschen Impfzulassung überarbeiten die Kantone ihre Impfpläne. Für den Start stehen gesamtschweizerisch 107'000 Impfdosen zur Verfügung.

Agentur
sda
Sonntag, 20. Dezember 2020, 14:56 Uhr Nur Minderheit will sich schnell impfen lassen
In diversen Kantonen soll nun rasch mit den Corona-Impfungen begonnen werden.
Symbolfoto: AVKZ/Christoph Kaminski

Der Kanton Luzern startet seine Kampagne am 23. Dezember. Laut Martin Pfister, Präsident der Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren-Konferenz, wären die anderen Zentralschweizer Kantone grundsätzlich auch bereit auf diesen Termin und wollten sobald wie möglich mit Impfen beginnen.

Allerdings müssten die nötigen Unterlagen zuerst vorliegen, so fehle etwa noch der Beipackzettel. Für Impfungen in Pflegeheimen müsse zudem oft das Einverständnis von Beiständen eingeholt werden. Für die Zentralschweiz dürften einige tausend Impfdosen bereit liegen. Priorität haben laut Pfister Altersheime und das Spitalpersonal.

Start auch in der Romandie

«Kommende Woche» will auch der Kanton Freiburg loslegen, wie Regierungspräsidentin Anne-Claude Demierre im Westschweizer Radio und Fernsehen RTS erklärte. Vorerst in den Altersheimen, am 15. Januar soll dann das erste öffentliche Impfzentrum den Betrieb aufnehmen.

Der Kanton Basel-Stadt beginnt seine Impfkampagne am 28. Dezember in einem Impfzentrum in der Messe Basel. Das selbe Datum hat laut Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten auch der Kanton Wallis ins Auge gefasst.

Der Kanton Tessin meldet den Impfstart am 4. Januar. Planung und Vorbereitung im Kanton Solothurn seien auf die Woche ab dem 4. Januar ausgerichtet, erklärte Andrea Affolter, die Medienbeauftragte des Regierungsrates, auf Anfrage.

Der Kanton Neuenburg hatte ebenfalls den 4. Januar im Visier, will aber den Start der Kampagne nun eventuell vorziehen. In jedem Fall stehe aber die Sicherheit zuoberst auf der Prioritätenliste, sagte Kantonsarzt Claude-François Robert. «Wir organisieren hier kein Picknick.»

Nur 35 Prozent wollen sich schnellstmöglich impfen lassen

In einer repräsentativen Umfrage haben 35 Prozent angegeben, sie wollten sich so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen. 57 Prozent sagten dagegen, sie würden sich nicht oder eher nicht impfen lassen. Dies teilte das Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com Schweiz am Sonntag mit. Es hat die Umfrage zwischen dem 4. und 14. Dezember durchgeführt und dabei tausend Personen zwischen 14 und 74 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz befragt.

Eine deutliche Mehrheit geht demnach davon aus, dass der Impfstoff Schutz bieten (62 Prozent) und sicher sein wird (57 Prozent). 63 Prozent vertrauen zudem darauf, dass das Bundesamt für Gesundheit in der Bereitstellung eines Impfstoffes die richtigen Entscheide trifft. Dennoch will sich eine Mehrheit (57 Prozent) nicht so rasch wie möglich impfen lassen.

«Lieber den anderen den Vortritt»

«Hinter diesem Widerspruch dürfte stecken, dass die Hoffnung gross ist, dass eine möglich breite Durchimpfung der Bevölkerung zu mehr Normalität führen wird», erläuterte Martina Staub von Marketagent.com Schweiz in der Mitteilung. «Aber: Man gibt dabei quasi lieber den anderen den Vortritt.» Das mache es natürlich schwierig, das Ziel zu mehr Normalität durch Impfen zu erreichen.

Hinzu komme die Skepsis gegenüber einem Corona-Impfstoff im Speziellen. Der Aussage «Ich befürworte Impfungen grundsätzlich, aber im Fall von Corona würde ich mich nicht impfen lassen, weil wir zu wenig Erfahrung mit diesem Impfstoff haben», stimmte eine Mehrheit zu (53 Prozent). Dabei bejahten Frauen dies signifikant häufiger als Männer.

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