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US-Präsidentenwahlen

Polizei muss Auszählung der Stimmen schützen

270 Wahlleute braucht es für die Wahl zum US-Präsidenten. Aktuell führt Biden mit 253 Stimmen vor Trump mit 213 Stimmen. Joe Biden konnte die wichtigen Staaten Michigan und Wisconsin gewinnen. Holt er auch noch Nevada, ist er der Sieger.

Agentur
sda
Mittwoch, 04. November 2020, 07:34 Uhr US-Präsidentenwahlen
Die Polizei in Arizona musste einen Gebäudekomplex abriegeln, um die Auszählung zu schützen.
Foto: Keystone

Vor einem Behördengebäude in Arizona, in dem Stimmen der US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, hat sich in der Nacht zum Donnerstag eine grosse Gruppe von Anhängern des Präsidenten Donald Trump versammelt. Mehrere unter ihnen hätten Waffen wie Automatikgewehre gehabt, berichtete eine CNN-Korrespondentin.

Während die Auszählung in Arizona läuft, wurden die elf Wahllaute des Bundesstaates von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News bereits dem demokratischen Kandidaten Joe Biden zugeschlagen. Andere Sender hielten sich noch zurück. 

Mit den Wahlleuten Arizona bräuchte Biden nur noch einen weiteren Bundesstaat, um die Präsidentenwahl zu gewinnen. Er führt auch knapp in Nevada und holt in Pennsylvania und Georgia auf. Die Auszählung in den Bundesstaaten könnte aber noch einige Zeit dauern.

Biden: «Werden Gewinner sein»

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden geht von einem Sieg bei der US-Wahl aus. «Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen», sagte Biden am Mittwoch in Wilmington (Delaware).

Er betonte dabei, dass er den Sieg noch nicht offiziell für sich reklamieren wolle. Doch sein Team glaube, dass er die Abstimmung gewonnen habe. Wenn die Auszählung beendet sei, «glauben wir, dass wir die Gewinner sein werden», sagte Biden.

Trump wittert Betrug

Präsident Donald Trump hat unterdessen massive Betrugsvorwürfe erhoben. Trump führte für seine Behauptung keine Beweise an. Wegen der Zunahme der Briefwahlstimmen war schon vorab absehbar gewesen, dass es bei der Auszählung zu Verzögerungen kommen würde. Briefwahlstimmen gehen laut Umfragen eher auf das Konto des Demokraten Joe Biden.

Auch die in mehreren Staaten noch laufende Auszählung kritisierte Trump vehement: «Sie finden überall Stimmen für Biden - in Pennsylvania, in Wisconsin und in Michigan. So schlecht für unser Land», schrieb er. Experten und wissenschaftlichen Studien zufolge ist Wahlbetrug in den USA extrem selten. Twitter versah mehrere Nachrichten Trumps umgehen mit einem Warnhinweis und schränkte damit auch die Möglichkeit der Weiterverbreitung der Tweets ein.

Trump klagte weiter, am Dienstagabend habe er in vielen Schlüsselstaaten teilweise solide in Führung gelegen. Dieser Vorsprung sei dann in einem Bundesstaat nach dem anderen «auf magische Weise verschwunden», behauptete er. Dies sei «sehr merkwürdig», fügte der Amtsinhaber in Grossbuchstaben hinzu. Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Bei den Briefwählern hat Biden nach Umfragen einen Vorteil gegenüber Trump.

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