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Steuerfuss trotz Corona unverändert

Bäretswil bleibt Klassenbeste

Zwar rechnet der Bäretswiler Gemeinderat fürs nächste Jahr mit deutlichen Steuerausfällen. Den Steuerfuss will er dennoch nicht antasten - zumindenst vorerst nicht.

Andreas
Kurz
Mittwoch, 04. November 2020, 11:56 Uhr Steuerfuss trotz Corona unverändert
Bäretswil gehts finanziell gut. Vielleicht leistete man sich auch deshalb vor kurzem noch einen neuen Holzbären.
Archivfoto: Seraina Boner

Nirgends im Bezirk Hinwil sind die Steuern so tief wie in Bäretswil. Und das soll auch im kommenden Jahr so bleiben. Wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt, beantragt er, den Steuerfuss für 2021 bei 102 Prozent zu belassen. Die Corona-Krise macht sich allerdings auch in der Bäretswiler Gemeindekasse bemerkbar. Der Gemeinderat rechnet bei einem Gesamtaufwand von 28,1 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 27,6 Millionen Franken mit einem Minus von knapp einer halben Million Franken.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuern wegen der Pandemie und infolge der Reduktion der Gewinnsteuern von 12,5 Prozent bei den juristischen Personen um rund 900‘000 Franken geringer als 2020 ausfallen. Dies entspricht einem Rückgang von 7 Prozent. Weiterhin aufwärts geht es gemäss den Prognosen des Gemeinderats hingegen bei den Grundstücksgewinnsteuern. Die budgetierten zusätzlichen Einnahmen von 200‘000 Franken kompensieren die Mindereinnahmen allerdings nur teilweise.

Mehrkosten bei der Verwaltung

Es gibt jedoch auch Schattenseiten. Weil die kommunale Steuerkraft 2019 deutlich anstieg, sinken im nächsten Jahr die Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich um rund 370‘000 Franken. Ausserdem kommen höhere Aufwendungen auf die Gemeinde zu. Fürs Verwaltungspersonal etwa fallen zusätzliche Lohnkosten von 220‘000 Franken an, beim Lehrpersonal sind es 230‘000 Franken. Der Gemeinderat begründet dies mit der Teuerung, Reallohnanpassungen sowie mit Anpassungen im Stellenplan und der Entschädigungsverordnung. Weitere Mehrkosten gibt es bei der externen Sonderschulung (270‘000 Franken) sowie für das das 10. Schuljahr und Gymnasiasten (130‘000 Franken).

Im Verwaltungsvermögen sind Nettoinvestitionen von 7,3 Millionen Franken geplant. Die grössten Posten sind die Erweiterung und Teilsanierung der Schulanlage Maiwinkel (3,1 Millionen Franken), die Erweiterung der Pflegewohnungen (1,7 Millionen Franken), die erste Etappe der Strassen- und Leitungssanierung der Engelsteinstrasse (0,7 Millionen Franken) sowie verschiedene Arbeiten am Werkhof (0,4 Millionen Franken). Die geplanten Investitionen können laut Gemeinderat aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Einbruch der kantonalen Steuerkraft

Noch gibt sich der Gemeinderat gelassen. Trotzt des Einbruchs des Rechnungsergebnisses könne das Haushaltsgleichgewicht problemlos eingehalten werden. Die guten Rechnungsabschlüsse von 2018 bis 2020 sowie die positiven Auswirkungen neuer gesetzlicher Regelungen bei Ergänzungsleistungen und Strassenunterhalt würden jedoch nicht genügen, den vom Gemeinderat erwarteten Einbruch der kantonalen Steuerkraft ab 2021 zu kompensieren.

Der kantonale Ressourcenausgleich dürfte ab 2022 deutlich geringer ausfallen, prognostiziert der Gemeinderat. Das Ziel des mittelfristigen Selbstfinanzierungsgrades von zehn Prozent könnte deshalb in den kommenden Jahren nicht erreicht werden. Da die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch sehr ungewiss seien, will der Gemeinderat vorerst aber dennoch am derzeitigen Steuerfuss festhalten.

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