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LED-Technologie soll Millionen einsparen

In Pfäffikon gehen neue Lichter auf

In Pfäffikon wird die öffentliche Beleuchtung in zwei Etappen auf gesteuerte LED-Technik umgerüstet. Neu soll es auch während der Nacht auf den Strassen Licht geben.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 29. Oktober 2020, 08:05 Uhr LED-Technologie soll Millionen einsparen
Reto Steiger (links) und Pascal Neff von den Gemeindewerken tauschen die alten Strassenlampen gegen neue LED-Leuchtmittel aus.
PD

Die in Pfäffikon im Einsatz stehenden Leuchtmittel sind teilweise so alt, dass sie bereits für den Handel verboten und Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind. Da im Energieplan der Gemeinde Pfäffikon als eine der Massnahmen der komplette Ersatz der öffentlichen Beleuchtung als Massnahme aufgeführt ist, ändert sich dies aber bald.

In zwei Etappen sollen in den Jahren 2020 und 2021 die Strassen und Wege mit modernen Leuchten in ein neues Licht gesetzt werden. Die erste Etappe ist bereits im vollen Gang. Die zweite Etappe erfolgt unter der Voraussetzung, dass das Budget 2021 anlässlich der Gemeindeversammlung im Dezember genehmigt wird. Die Kosten pro Etappe belaufen sich auf 250‘000 Franken.

Licht nur bei Bewegung

Die LED-Technik ermöglicht es, dass Beleuchtungen intelligent betrieben werden können. Das Licht kann dadurch beliebig gedimmt und gezielt ausgerichtet werden. So wird die Umgebung nur dort beleuchtet, wo gerade Verkehr oder Bewegung herrscht.

«Bei intensivem Verkehrsaufkommen ist die Beleuchtung stärker als bei geringem Verkehr und bei fehlendem Verkehr wird auf ein tiefes Grundniveau gedimmt», sagt Bauvorstand Lukas Steudler (FDP). Dieses entspreche dann in etwa den Sichtverhältnissen in einer Vollmondnacht. «Trotzdem wirkt es nicht dunkel. Nur Bereiche von wichtigen Fussgängerübergängen werden aus Sicherheitsgründen durchgehend wie heute ausgeleuchtet.»

Die bedarfsgerecht gesteuerte LED-Beleuchtung wird über Sensoren geregelt, die im Leuchtkörper integriert sind. Nimmt ein solcher Sensor in seiner Umgebung eine Bewegung wahr, wird das abgedimmte Licht innerhalb von zwei Sekunden hochgefahren. Die Haltezeit beträgt 60 Sekunden und wird danach, sofern in der Zwischenzeit keine weiteren Bewegungen erkannt werden, wieder langsam abgedimmt.

Die Leuchten sind zudem untereinander vernetzt, sodass das Licht von benachbarten Kandelabern ebenfalls hochgefahren wird. «Weil dort, wo ein Verkehrsteilnehmer hinkommt, die Leuchte bereits hell ist, merkt dieser gar nichts von der Lichtsteuerung», sagt Steudler.

«Das bedeutet eine Umstellung, an die man sich erfahrungsgemäss aber rasch gewöhnt.»

Lukas Steudler (FDP), Bauvorstand

In verschiedenen Gebieten von Pfäffikon wird die die öffentliche Beleuchtung aktuell um Mitternacht vollständig ausgeschaltet. Künftig wird die öffentliche Beleuchtung nachts nicht mehr ausgeschaltet sein, sondern auf ein minimales Niveau reduziert. Lukas Steudler: «Das bedeutet für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pfäffikon eine Umstellung, an die man sich erfahrungsgemäss aber rasch gewöhnt.»

Mit der «Beleuchtung nach Bedarf» werde zudem nachweislich weniger Energie verbraucht, was der Umwelt zu Gute komme und zu spürbaren Kosteneinsparungen führe. «Sie stellt deshalb einen wichtigen Punkt im Energieplan dar. Wie Erfahrungszahlen zeigen, resultieren durch eine solche Umrüstung Einsparungen bei den Energiekosten von 70 bis 80 Prozent.»

Sensoren messen laufend mit 

Wie hoch der Spareffekt in Pfäffikon tatsächlich ausfallen wird, kann im Moment nur grob abgeschätzt werden. Aufgrund der verkehrsabhängigen Steuerung ist dies zu einem grossen Teil vom effektiven Verkehrsaufkommen abhängig, worüber aktuell aber keine Zahlen verfügbar sind. Angaben über die Frequentierung der gemeindeeigenen Strassen und Wege werden künftig jedoch vorliegen, da die Messdaten der Sensoren laufend aufgezeichnet werden.

Die effektiven Kosteneinsparungen beim Energieverbrauch können demnach auch erst Ende 2022 ermittelt werden. «Gemäss einer Abschätzung aus dem Jahr 2018 darf damit gerechnet werden, dass die Investitionskosten von 0,5 Millionen Franken infolge tieferen Strom- und geringeren Wartungskosten nach 6,2 Jahren amortisiert sein werden», sagt Steudler. «Hochgerechnet auf 20 Jahre resultieren daraus Einsparungen für die Gemeinde Pfäffikon von satten 1,6 Mio. Franken.» (lcm)

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