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Nach Anfrage von Gossauer Kantonsrat

Diese Notlösungen gibts für Lehrlinge in der Corona-Krise

Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) aus Gossau macht sich in einer Anfrage Sorgen um das Lehrlingswesen im Kanton in der corona-bedingten Rezession. Der Regierungsrat erörtert ihm nun sein Massnahmenpaket.

David
Kilchör
Dienstag, 06. Oktober 2020, 08:53 Uhr Nach Anfrage von Gossauer Kantonsrat

Der Gossauer Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) ist aufgrund der durch Corona ausgelösten wirtschaftlichen Rezession um das Lehrlingswesen besorgt. So fürchtet er, dass es nicht nur schwieriger wird, eine Lehrstelle zu finden, sondern auch nach der Lehre eine Festanstellung. In einer Anfrage wollte er deshalb schon anfangs Juni vom Regierungsrat wissen, wie der Kanton Lehrstellensuchende in der schwierigen Corona-Situation zu unterstützen gedenkt. Nun liegt die Antwort vor.

Kaum Veränderungen zum Vorjahr

Der Regierungsrat sieht darin offensichtlich nicht ganz so schwarz wie Wäfler. Im Vergleich zum Vorjahr seien auf dem Lehrstellenmarkt kaum Veränderungen zu erkennen. 12‘427 Verträge seien bis Ende Juni 2020 abgeschlossen worden, im Lehrstellennachweis seien zudem 2179 offene Stellen gemeldet. Im Vorjahr waren es sowohl weniger Vertragsabschlüsse als auch offene Lehrstellen (12‘094 respektive 1979). Aufgrund von pandemie-bedingten Konkursen seien bislang lediglich zwei Lehrverträge aufgelöst worden.

Die aktuellsten Zahlen zu den Lehrstellensuchenden im Kanton liegen dem Kanton derzeit jedoch nicht vor. Die Erhebung erfolge vierteljährlich und dies auch noch mit gewissen zeitlichen Verzögerungen. Der Kanton habe sich aber auf den Bedarfsfall vorbereitet. So seien mehrere Unterstützungsmassnahmen in Form von Schulungen und Coaching vorgesehen.

Das Angebot «Flex»

An der Erwachsenenbildung Zürich könnten im Bedarfsfall Jugendliche ohne Anschlusslösung während maximal vier Monaten unterstützt werden. Das Angebot richtet sich aber auch an Lernende, die nach dem Konkurs ihres Betriebs aufgrund der Wirtschaftslage ihre Lehrstelle verloren haben.

Das Coaching im Mittelschul- und Berufsbildungsamt

Dabei sollen Lernende unterstützt werden, deren Lehrvertrag oder das Qualifikationsverfahren gefährdet sind – eine Triage in andere Angebote gehört dazu. Sollte die Zahl der Konkurse markant ansteigen, wäre dort laut Regierungsrat eine weitere Coaching-Stelle notwendig.

Berufsvorbereitungsschulen

Sie haben im Frühling auch Jugendliche angenommen, die keine eigentlichen Bildungs- und Berufswahldefizite aufweisen. Nach dem Lockdown fanden aber laut Regierungsrat viele Jugendliche eine Lehrstelle und meldeten sich frühzeitig wieder ab. Es gebe aber nach wie vor Jugendliche, die mit einer gezielten Förderung gleich zu Beginn des Berufsvorbereitungsjahrs gute Aussichten haben, bis zu den Herbstferien einen Lehrvertrag abzuschliessen.

Diese Massnahen werden vom zuständigen Bundesamt mit Beiträgen unterstützt. Die Massnahmen seien innert Monatsfrist umsetzbar.

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