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Liegenschaftenhandel sei Dank

Trotz Corona: Gossau budgetiert ein schönes Plus

Gerade noch kam der Gemeinderat Gossau in gewisse Erklärungsnot, weil er sich im Budget des letzten Jahres um fünf Millionen Franken verschätzt hatte – allerdings mit positivem Resultat. Nun veranschlagt er schon wieder ein Plus, trotz Coronakrise.

David
Kilchör
Donnerstag, 24. September 2020, 08:06 Uhr Liegenschaftenhandel sei Dank
Die Gemeinde Gossau budgetiert positiv – trotz tieferen Steuerertrags.
Nicolas Zonvi

Die 2,7 Millionen Franken plus statt 2,3 Millionen minus kamen den Gossauern rückblickend gerade gelegen. Dachten sie zumindest. Der Gemeinderat hatte sich um satte fünf Millionen Franken verschätzt im Budget 2019, wie die kürzlich genehmigte Rechnung bewies. Im Nachgang zur Coronakrise kann man wohl jeden Rappen brauchen, dachten sich die Gossauer. Doch das Budget fürs nächste Jahr dürfte sie nun überraschen.

Denn der Gemeinderat veranschlagt darin ein schönes Plus von gut 400'000 Franken. Und das, obwohl er die Steuereinnahmen um 1,1 Millionen Franken tiefer einschätzt als sie noch im vergangenen Jahr ausgefallen sind. In Zahlen heisst das: Gesamtaufwand von rund 62,8 Millionen Franken, Gesamtertrag von gut 63,2 Millionen Franken, davon rund 28,8 Millionen Franken ordentliche Steuern.

Grundstückgewinne sollen noch höher werden

Die Steuerreduktion betrifft die Grundstückgewinnsteuern allerdings nicht. Dort gleicht der Gemeinderat im Budget das Minus aus den ordentlichen Steuern gleich mehr als aus: 1,3 Millionen Franken mehr als im Vorjahr erwartet er von diesem Posten. Das sieht auf den ersten Blick gar optimistisch aus, doch der Gemeinderat schreibt: «Die deutliche Erhöhung ist auf den anhaltend hohen Handel mit Liegenschaften zurückzuführen.» Die Position gleiche denn auch viele kleinere Mehrausgaben und Mindererträge aus.

So rechnet der Gemeinderat etwa mit tieferer ZKB-Gewinnbeteiligung (Minus 320'000 Franken), höheren Kosten für die Primarschule (244'000 Franken) und höheren Abschreibungen durch die neue Sporthalle (173'000 Franken).

Hohe Investitionen

Letztgenannter Posten hängt direkt mit dem Investitionsbudget fürs kommende Jahr zusammen. Dort macht ebendiese Sporthalle mit 3,4 Millionen Franken den grössten Posten aus. Strassensanierungen (1,2 Millionen Franken), die Badisanierung (1 Million Franken) und Kanalisatonssanierungen (590'000 Franken) sind weitere grössere veranschlagte Investitionen.

Den Selbstfinanzierungsgrad sieht der Gemeinderat bei 55 Prozent; die «ausserordentlich hohen Investitionsausgaben» des Budgets 2021 könnten also nicht vollumfänglich aus eigenen Mitteln finanziert werden. Zum Vergleich: Der Selbstfinanzierungsgrad im laufenden Jahr war mit 66 Prozent vorgesehen, in der Rechnung 2019 schaffte er es sogar auf 144 Prozent.

Der Gemeinderat will den Steuerfuss auf 119 Prozent belassen und das Budget an der Gemeindeversammlung vom 23. November vorlegen.

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