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Probleme beim Spital Uster

Abstimmung über Spitalfusion wird erneut verschoben

Statt im September soll erst im kommenden Frühling über die Fusion der beiden Spitäler GZO in Wetzikon und Uster abgestimmt werden. Finanzielle Probleme beim Spital Uster bringen die Vertragsgrundlagen ins Wanken.

Redaktion
Züriost
Montag, 20. Juli 2020, 17:09 Uhr Probleme beim Spital Uster
Die Spitalfusion muss nochmals warten: Die Abstimmung wird auf 2021 verschoben.
PD

Eigentlich hätte am 17. Mai über die Fusion der Spitäler in Wetzikon und Uster abgestimmt werden sollen. Wegen der Coronakrise musste die Abstimmung dann auf den 27. September verschoben werden. Doch daraus wird nun wieder nichts.

Wie die Verantwortlichen der beiden Spitäler schriftlich mitteilen, sei mit Blick auf die Unterzeichnung des Fusionsvertrags die Unternehmensbewertung aktualisiert worden. Und dabei zeigte sich, dass sich auf Basis der Kennzahlen aus den Jahren 2018, 2019 und 2020 das Beteiligungsverhältnis von 50 zu 50 Prozent nicht mehr rechtfertigen lasse. Die verantwortlichen Organe des Zweckverbands Spital Uster und der GZO AG hätten deshalb entschieden, die Abstimmung über die Spitalfusion auf Frühling 2021 zu verschieben. 

Beteiligungsverhältnis gerät ins Wanken

Im Interkommunalen Vertrag, in dem die Modalitäten für die Fusion geregelt sind, ist das Beteiligungsverhältnis auf je 50 Prozent festgesetzt worden. Das Eigentum an der fusionierten Gesellschaft würde demnach zu je 50 Prozent bei den bisherigen zwölf Aktionärsgemeinden der GZO AG beziehungsweise den bisherigen elf Trägergemeinden des Zweckverbands Spital Uster liegen. Die Bewertung wurde damals durch den Wirtschaftsprüfer PwC auf Basis der Kennzahlen 2017 und Hochrechnungen 2018 vorgenommen.

Die nun vorgenommene Neubewertung zeige aber «eine ungünstige Entwicklung der Wertquote des Spitals Uster», schreiben die Spitalverantwortlichen. So habe das Spital Uster 2019 ein sehr schwieriges Jahr verzeichnet. Und auch im erste Halbjahr 2020 hätten die eingeleiteten Korrekturmassnahmen «noch nicht im erhofften Masse» gegriffen. Die Beteiligungsverhältnisse seien jedenfalls «deutlich ins
Ungleichgewicht» geraten. Dies umso mehr, als das GZO Spital Wetzikon 2019 einen soliden positiven Unternehmenserfolg verzeichnete.

Verwaltungsrat räumt schwierige Situation ein

Der Verwaltungsrat des Spitals Uster habe laut Mitteilung im Laufe des Jahres 2019 festgestellt, dass sich das Betriebsergebnis ungünstig entwickele. Er ging davon aus, dass die ergriffenen Gegenmassnahmen bereits 2019, sicher aber 2020 greifen würden. Verwaltungsratspräsident Reinhard Giger hält dazu fest: «Das war, wie wir im Rückblick sehen, eine Fehleinschätzung.»

 

Wegen der erneuten Verschiebung des Abstimmungstermins lässt sich Reinhard Giger so zitieren: «Wir sind uns bewusst, dass wir damit all jene enttäuschen, die sich mit viel Engagement für die gemeinsame Sache eingesetzt haben und entschuldigen uns in aller Form. Wir schöpfen aus der bisherigen Arbeit aber auch das Vertrauen, die Fusion im Frühjahr 2021 doch noch möglich zu machen. Denn an der Absicht zu
fusionieren, hat sich nichts geändert.» Das Spital Uster werde «strategische Massnahmenpakete» einleiten mit dem Ziel, das Spital wieder rentabel zu machen. 

Spitäler wollen weiterhin fusionieren

Der Schritt, die Fusionsabstimmung erneut zu verschieben, sei von den beiden Verwaltungsräten im Konsens entschieden worden. GZO-Präsident Jörg Kündig bedauert diese Verzögerung, betont aber: «Die Neubeurteilung durch die Prüfungsfirmen rechtfertig ein Austauschverhältnis 50/50 leider nicht mehr. In den kommenden Monaten muss es deshalb darum gehen, mit geeigneten Massnahmen dieses doch noch möglich zu machen, sodass die Fusion gelingt.»

Die Bedeutung der Fusion für eine zukunftssichere und integrierte Gesundheitsversorgung des Glattals und des Zürcher Oberlands sei für beide Parteien unbestritten. Die Verwaltungsräte seien «zuversichtlich, das Ziel einer Fusion im 2021 zu erreichen». Es würden nun bis Ende Jahr alle Möglichkeiten geprüft, wie man wieder ein paritätisches Austauschverhältnis erreichen könne.

Als realistisch werden die Abstimmungstermine im ersten Halbjahr 2021 angesehen. Gleichzeitig wollen beide Spitäler weitere Massnahmen einleiten, um die Kooperation auszubauen und «die bisherigen strategischen Arbeiten im Hinblick auf die Fusion zu vertiefen».

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