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Ärzte- und Wohnhaus

Hittnauer werden über zu hohen Kredit abstimmen

Dass die Hittnauer im September über den Baukredit für das Projekt «Hittnau Care» abstimmen werden, ist schon länger klar. Wie hoch dieser Kredit aber sein soll, hat die Gemeinde erst jetzt kommuniziert – und zwar etwas umständlich.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 04. Juni 2020, 08:55 Uhr Ärzte- und Wohnhaus
Auf dem heutigen Parkplatz neben der Migros soll der Neubau entstehen.
Screenshot: Google Maps

Der Bau von «Hittnau Care», dem neuen Ärzte- und Wohnhaus in Hittnau, soll 8‘875‘000 Franken kosten. Der für die Abstimmung am 27. September beantragte Kredit beläuft sich jedoch auf 11‘738‘000 Franken, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Ein Baukredit, der fast 3 Millionen grösser ist als die Baukosten – wie kann das sein?

Die Antwort auf diese Frage liegt in gesetzlichen Vorgaben begründet, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Diese sehen vor, dass der Wert des bebauten Grundstücks in den Baukredit einzurechnen ist, unabhängig davon, ob das Land erworben werden muss oder sich bereits im Besitz der Gemeinde befindet.

Das gemeindeeigene Grundstück «Brunnenwis», auf dem der Neubau inklusive Photovoltaikanlage zu stehen kommen soll, hat eine Fläche von gegen 2000 Quadratmeter und damit einen Wert von fast 2 Millionen Franken, die im Baukredit ausgewiesen werden müssen. Ebenso ist vorgeschrieben, dass die Ungenauigkeit, die jede Kostenschätzung beinhaltet, dem Kredit zugeschlagen werden muss. Im vorliegenden Fall sind dies 10 Prozent der Bausumme.

Gemeinde als Investorin

Für die Projektierung des Ärzte- und Wohnhauses «Hittnau Care» bewilligte die Gemeindeversammlung im Dezember 2018 einen Kredit von 250‘000 Franken. Der Neubau soll sicherstellen, dass in Hittnau auch in Zukunft eine Arztpraxis besteht und die Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen des Gesundheitswesens optimiert werden kann. Die heutige Gemeinschaftspraxis an der Jakob Stutz Strasse 32 genügt den aktuellen Anforderungen nicht mehr, weshalb sie an einen anderen Standort verlegt oder aufgegeben werden muss. Die Gemeinde hat deshalb in Zusammenarbeit mit den Ärzten nach Alternativen gesucht.

Der Neubau wird von der Gemeinde selbst projektiert und erstellt. Die Praxisräume und die Wohnungen in den Obergeschossen werden anschliessend zu marktüblichen Konditionen vermietet. Mit den Ärzten besteht eine schriftliche Absichtserklärung über die zukünftige Mietsituation. Somit erwirtschaftet die Gemeinde eine jährlich wiederkehrende Nettorendite in der Grössenordnung von rund 200‘000 Franken, was sich positiv auf die Ertragsrechnung auswirkt, wie die Gemeinde schreibt. Gleichzeitig behält sie langfristig ihren Einfluss auf die Nutzung und den Mietermix der Liegenschaft.

Nach Genehmigung des Baukredits durch die Urnenabstimmung vom 27. September  ist der Baubeginn für Juli 2021 geplant. Der Bezug des Gebäudes ist für Sommer 2022 vorgesehen.

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