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Dank buchalterischem Handgriff

Dickes Plus für Gossau

Ein Bezirksratsentscheid hat Gossaus Budget 2019 ins Elend gestürzt. Doch nun ist alles anders gekommen.

David
Kilchör
Donnerstag, 30. April 2020, 09:17 Uhr Dank buchalterischem Handgriff
Fast 2,7 Millionen Plus hat die Gemeinde Gossau 2019 erwirtschaftet.
Seraina Boner

60,4 Millionen Franken Ausgaben, 63,1 Millionen Einnahmen: Die Gemeinde Gossau hat im vergangenen Jahr ein ansehnliches Plus erwirtschaftet. Der Überschuss von rund 2,7 Millionen Franken kommt umso überraschender, als dass der Gemeinderat eigentlich von einem fast ebensogrossen Minus (2,3 Millionen) ausgegangen war.

Wesentlich für das bessere Ergebnis verantwortlich ist eine buchhalterische Massnahme. Der Gemeinderat musste das Budget 2019 auf Intervention des Bezirksrats hin wegen der so genannten Abgrenzung des Ressourcenausgleichs auf die Gemeindeversammlung Ende 2018 kurzfristig anpassen – davon waren auch viele andere Gemeinden betroffen.

Anpassung rückgängig gemacht

Die Zahlenschieberei hatte eine deutliche Verschlechterung des Budgets zur Folge, doch dann kam im Frühling 2019 die Entwarnung. Das Gemeindegesetz liess es plötzlich allen Gemeinden frei, die zuvor verfügte Abgrenzung vorzunehmen oder nicht. Der Gemeinderat spricht von einer «rein buchhalterischen Anpassung».

Jedenfalls machte er die Anpassung wieder rückgängig und machte damit auf einen Schlag 2,6 Millionen Franken gut, die sich nun als wesentlicher Posten positiv aufs Ergebnis auswirken. Daneben hätten aber auch die ordentlichen und die Grundstückgewinnsteuern zur deutlichen Verbesserung der Rechnung beigetragen, so der Gemeinderat.

Schliesslich kommen Kostenunterschreitungen bei der Primarschule, der Schulleitung und -verwaltung hinzu, zudem kam mehr Geld von der Ausschüttung der ZKB aufs Gemeindekonto.

Mehrkosten wegen Einheitsgemeinde

Demgegenüber stehen einige Mehrkosten, insbesondere auf der Gemeindeverwaltung, die der Gemeinderat mit dem Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde und dem Wachstum Gossaus begründet. So seien etwa Anpassungen in den Abteilungen Gesellschaft, Bau, Liegenschaften, Präsidiales und Steuern vorgenommen worden – mit Mehrkosten von knapp 400'000 Franken.

Auch AHV/IV-Zusatzleistungen und der Bahninfrastrukturfonds hätten zusätzliche Kosten generiert, schreibt der Gemeinderat. Namentlich 274'000 und 172'000 Franken.

Mit den vorliegenden Rechnungswerten beträgt der Selbstfinanzierungsgrad aktuell 144 Prozent – bei budgetierten 36 Prozent. Demnach konnten laut Gemeinderat sämtliche ausgeführten Investitionen im vergangenen Jahr aus eigenen Mitteln finanziert werden. Auch die Fremdverschuldung habe so abgenommen.

Mehr Investitionen als geplant

Dabei habe der Gemeinderat das geplante Investitionsvolumen sogar leicht überschritten, sagt Gemeindepräsident Jörg Kündig (FDP). Budgetiert waren rund 4,7 Millionen, investiert hat die Gemeinde knapp 5,1 Millionen Franken. Die Ausgliederung der Kläranlage gemäss neuem Rechnungslegungsmodell habe das Volumen nach oben gedrückt.

«Die einzige markante Position, die wir nicht ausgeführt haben, ist die Heizzentrale Schulhaus Berg.» Im Budget wäre sie mit 750'000 Franken vermerkt gewesen. Das Geschäft habe man zurückgestellt, um es im Zusammenhang mit der benachbarten, entstehenden Dreifachturnhalle erneut zu prüfen.

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