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Mehrheit der Oberländer beurteilt die 5G-Technologie positiv

Züriost-Umfrage zeigt

Mehrheit der Oberländer beurteilt die 5G-Technologie positiv

Die Redaktion wollte von den Oberländern wissen, wie sie zur Mobilfunktechnologie 5G stehen. Das Resultat: Nur eine kleine Minderheit ist fest der Meinung, dass die Strahlung schädlich ist.

Andreas
Kurz
Dienstag, 10. März 2020, 08:00 Uhr Züriost-Umfrage zeigt
Mittlerweile gibt es in der Region 70 Standorte mit 5G-Mobilfunkantennen.
Symbolfoto: Archiv

Glaubt man dem Breitbandatlas des Bundes, gibt es in der Region bereits fast flächendeckend 5G-Empfang. Die auf der Karte dargestellte Abdeckung (siehe unten) entspricht den Angaben der verschiedenen Mobilfunknetzbetreiber. Demnach existieren im Oberland nur noch vereinzelte weisse Flecken, vor allem in abgelegenen Berggebieten.

Die Zahl der Antennen hat sich in den letzten Monaten ebenfalls stark erhöht. Mittlerweile gibt es in den Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster 70 Standorte mit 5G-Mobilfunkantennen.

Gebiete mit 5G-Netzabdeckung gemäss Breitbandatlas (orange) und Standorte von 5G-Mobilfunkantennen (grüne Punkte).

Gleichzeitig machen die Gegner mobil. Schweizweit wird gegen jedes dritte Baugesuch einer 5G-Antenne Einspruch erhoben. In verschiedenen Gemeinden haben sich Vereine gebildet, die mit Unterschriftensammlungen die lokalen Behörden auffordern, keine Baubewilligungen mehr für neue 5G-Sendeanlagen zu erteilen.

Grosse Erwartungen

Die Redaktion wollte deshalb von der Bevölkerung in der Region wissen, was sie über den neuen Mobilfunkstandard denkt. Die Umfrage wurde Ende Februar per SMS sowie auf der Website von Züriost durchgeführt. Insgesamt nahmen 223 Personen teil.

Das Ergebnis zeigt: Eine Mehrheit beurteilt den neuen Mobilfunkstandard positiv. 39 Prozent geben an, sie stünden 5G-Antennen grundsätzlich offen gegenüber. Weitere 22 Prozent sagen sogar, dass sie sich viel von der 5G-Technologie versprechen.

Fünf Prozent kämpfen dagegen

Bei rund einem Drittel herrscht eine negative Einstellung gegenüber 5G. Eine Schädigung durch die Strahlung befürchten 27 Prozent. Aber nur 5 Prozent sind fest der Meinung, dass die Technologie schädlich ist und geben an, sich politisch dagegen zu engagieren. Weitere 7 Prozent trauen sich kein Urteil zu.

Auffallend: Personen, die per SMS teilgenommen haben, sind gegenüber 5G grundsätzlich skeptischer eingestellt. Fast jeder Dritte befürchtet eine Schädigung. Nur 12 Prozent versprechen sich viel von der Technologie. Auch die Zahl der Unentschiedenen ist mit 12 Prozent deutlich grösser als bei den Online-Teilnehmern.

Moratorien in der Romandie

Umstritten ist, welchen Spielraum die Gemeinden beim Thema 5G überhaupt haben. Die Bundesämter für Umwelt (Bafu) und Kommunikation (Bakom) schreiben in einer gemeinsamen Stellungnahme: «Es bleibt kein Raum für kantonale oder kommunale Bestimmungen zum Schutz des Menschen vor der Strahlung von Mobilfunkanlagen; der Erlass solcher Bestimmungen wäre kompetenzwidrig.» So sehen es auch viele Gemeinden. Der Wetziker Stadtrat etwa sagt, für ein Moratorium bestehe «keine rechtliche Grundlage».

Nichtsdestotrotz haben die Kantone Genf und Waadt ein Moratorium für den Bau von neuen 5G-Antennen erlassen. Der Kanton Neuenburg fordert gar ein landesweites 5G-Moratorium. Und Gemeinden wie Urdorf oder Wohlen haben Baugesuche für 5G-Antennen sistiert.

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Im Artikel steht: "Die Umfrage wurde Ende Februar per SMS sowie auf der Website von Züriost durchgeführt. Insgesamt nahmen 223 Personen teil."
Auf Grund davon die Schlussfolgerung "die meinsten finden 5G gut" zu ziehen kommt "Fake-Jounalismus" bedenklich nahe.
Wurde auch gefragt, wer konkret vor hat, ein 5G-Smartphone zu benutzen?