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Hinwiler Kantonsräte sorgen sich um Kiesimporte

Möglicher Grund für Konkurse

Hinwiler Kantonsräte sorgen sich um Kiesimporte

Kies aus dem Ausland, keine Rückfuhr von Aushub, lange Fahrten, zur Hälfte leer: Die SVP-Kantonsräte Daniel Wäfler (Gossau) und Walter Honegger (Wald) sehen Probleme in der Tiefbauindustrie. Jetzt fordern sie Antworten vom Regierungsrat.

David
Kilchör
Sonntag, 01. März 2020, 10:00 Uhr Möglicher Grund für Konkurse
Spatenstich Kiesgrube
Wenn zu wenig Kies aus der Region antransportiert wird, könnte das zu finanziellen Problemen für Baufirmen führen.
Nathalie Guinand / Archiv

Unlängst sind im Oberland mit Egli Strassenbau aus Russikon und Tius aus Uster gleich zwei Tiefbaufirmen Konkurs gegangen. Das hat die SVP-Kantonsräte Daniel Wäfler aus Gossau und Walter Honegger aus Wald zum Nachdenken – und letztlich zum Einreichen einer Anfrage bewogen.

Sie stellen fest, dass die Ertragslage auf dem Bausektor insbesondere für Tiefbaufirmen angespannt ist. Das wirke sich negativ auf das Investitionspotenzial und damit auf die Zukunftsfähigkeit vieler Unternehmen aus, schreiben die beiden. «Das Auf und Ab ist an sich normal, und die Unternehmen sind auf den Wettbewerb ausgerichtet.» Doch der Konkurs von Traditionsunternehmen, aber auch pessimistische Meldungen aus der Branche liessen aufhorchen.

Ungleichlange Spiesse?

Einen möglichen Grund für die schwierige Lage orten die beiden in einer allfälligen Überregulierung von Politik und Verwaltung. Sie könnte zu tieferer Wertschöpfung beim heimischen Gewerbe beitragen und ungleichlange Spiesse mit dem Ausland schaffen, glauben sie. Sei dies der Fall, «sollte zwingend gehandelt werden».

Arbeitsplätze und Wertschöpfung müsse man nach Möglichkeit im Kanton halten und nicht einfach abfliessen lassen. Das zeige etwa der Fall von Kies. Wäfler und Honegger stellen fest, dass «einseitig Kies und Beton aus dem Ausland auf Zürcher Baustellen geliefert werden, im Gegenzug jedoch nicht dementsprechend Aushub abtransportiert wird». Dabei entstünden unzählige Lastwagenfahrten über weite Strecken, auf dem Rückweg teils gar Leerfahrten.

Volle Deponien, leere Kassen

Ihre Konklusion: «Während einheimische Kiesgruben Vorschriften betreffend des Anteils der Schiene zu erfüllen haben, scheint es beim einseitigen Kiesimport offenbar keine Rolle zu spielen».

Aus diesem Grund wollen sie vom Regierungsrat eine Reihe von Antworten erhalten. Etwa auf die Frage, wie hoch der ausländische Anteil von Kies und Beton auf Züricher Baustellen tatsächlich ist – auch gemessen am verbauten Gesamtvolumen, und das in den letzten drei Jahren.

Spezifisch nimmt sie wunder, wie hoch der Anteil bei Baustellen unter kantonaler Bauherrschaft sei. Und falls tatsächlich ausländischer Kies und Beton auf Kantonsbaustellen verbaut wird, wollen sie das Verhältnis zur Abfuhr von Materialien erfahren.

Regierungsrat soll Handlungsbedarf aufzeigen

Und wenn das Verhältnis negativ ausfällt für die Abfuhr von Aushub und dergleichen, wollen sie wissen, was die Auswirkungen von Leerfahrten sind und ob dadurch in der Schweiz weniger Kies abgebaut werden kann.

Schliesslich schlagen sie die Brücke zu geplanten Deponievorhaben, auch in der Region: «Führt diese Einseitigkeit zu einer zu schnellen Auffüllung der Zürcher Deponien und einem späteren Engpass? Falls ja, wie lange reichen die Kapazitäten noch aus?»

Zuletzt ersuchen sie den Regierungsrat um eine Beurteilung der Gesamtsituation aus ökonomischer und ökologischer Sicht und des allfälligen Handlungsbedarfs.

Wäfler sagt: «Auf jeden Fall dürfen keine weiteren Auflagen auf unsere Kiesgruben und Unternehmer zukommen, solange die nicht auch für den Import gelten.» Für den Standort Zürich und die lokale Wertschöpfung werde er, falls nötig, weitere Vorstösse machen.

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